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Naturwissenschaften.
lichen Wirklichkeit Eristirende in der Ebene des Papiers nachgebildet wird, überhaupt sowichtig für die Cnltnr des Beobachtnngsvcrmögens, so weit dies auf der Thätigkeitdes Gesichtssinns beruht, und unterstützt dadurch in formaler Hinsicht so sehr den Un-terricht in den beschreibenden Naturwissenschaften, soweit er ebenfalls die Hebung derBeobachtung zur Aufgabe hat. Es sorgt auch weiter noch in materialer Hinsicht durchdas genaue Sehen der zu zeichnenden Natnrkörper, wozu es nöthigt, für Richtigkeitund Gründlichkeit der gewonnenen Einzelerkenntnisse und setzt den, der es in der Jugendübt, wo es viel leichter als im vorgerückteren Alter zu erlernen ist, in Stand, auchbeim späteren wissenschaftlichen Studium und bei der Fortbildung der Wissenschaftselbst, wo es eine so wesentliche Anwendung findet, sich seiner zu bedienen. Nochlebensvollere Bilder giebt zwar das Malen und nach einer anderen Seite hin dasplastische Nachbilden, das Modelliren der Körper, welches letztere ja selbst beim Unter-richt in der Krystallographie durch eigene Darstellung der Krhstallmodelle in Pappeeine gewisse Anwendung findet, aber beides läßt sich nicht so leicht anssühren undüberdies ist die Gestalt der Natnrkörper das nächste und wichtigste, worauf es an-kommt, nicht die Farbe. Es ist deshalb in hohem Grade zu empfehlen, daß bei dembotanisch-zoologischen Unterricht das richtige und genaue Zeichnen von Pflanzen undThieren und von wesentlichen Theilcn derselben stets geübt werde. Daß für dasZeichnen wiederum das Studium der beschreibenden Naturwissenschaften, indem es zurUnterscheidung des Wesentlichen und Unwesentlichen anleitet und das Charakteristischeauffassen lehrt, eine große Förderung bietet, erhellt von selbst, da auch die Bilder,Welche die Phantasie geschaffen, nur aus der Wirklichkeit entlehnten Zügen zusammen-gesetzt sind. Wie für die beschreibenden das freie, so erweist sich für die physikalischenNaturwissenschaften das constructive Zeichnen mit den Grundlagen, aus denen es be-ruht, als wesentliches Hülfs- und Fördernngsmittel.
Daß eine Schule, die in den Naturwissenschaften etwas leisten will, mit den dazuuothwendigen HülfSmitteln ausgerüstet sein muß, bedarf eigentlich keiner besondernErwähnung. Wenn für die beschreibenden Fächer die reiche Natur selbst den größerenTheil des uöthigen Materials an zu untersuchenden Objecten liefert, so sind doch schonfür die Zweige, die in den Winter fallen, und für die Mineralogie und Petrographie,wo die Natur an vielen Orten sehr wenig bietet, die entsprechenden Sammlungen einunentbehrliches Requisit. Dazu ist es von Wichtigkeit, zu jeder Zeit das was manbraucht, zur Hand zu haben. (Das Speciellcre giebt der Art. „NaturhistorischeSammlungen".) Viel weniger noch können die physikalischen Wissenschaften dieuöthigen Apparate (vgl. Art. „Physikalischer Apparat") und Localitäten entbehren,wenn irgend welche taugliche Früchte von dem Unterricht in denselben erwartet werden.Es sind deshalb die Kosten, die durch beides veranlaßt werden, nicht zu scheuen undnamentlich muß gleich, sobald ein Unterrichtszweig ins Leben tritt, ein ausreichendesInventar vorhanden sein, das dann dem Fortschritt der Wissenschaft entsprechend sort-zubilden ist und in dem, was sich vernutzt oder zum Verbrauch bestimmt ist, erneuertwird, nicht aber erst dasselbe, wie das so häufig geschieht, durch allmähliche Anschaffunggegründet werden. Die Ausgaben dafür werden sich bei einsichtsvollem Verfahren undbei Beschränkung ans das, was wirklich nöthig ist, im Verhältnis zu dem ganzenAufwand, den die Unterhaltung einer Schule fordert, nicht hoch belaufen und imVergleich zu dem, was durch sie ermöglicht wird, eigentlich nur sehr gering sein.
DaS erste, wesentlichste und am schwersten zu beschaffende Erfordernis aber sindtüchtige, ihres Fachs in wissenschaftlicher wie in didaktischer Beziehung vollkommenmächtige Lehrer, und ganz besonders dann, wenn, wie bei den Gymnasien, in wenigZeit recht viel geleistet werden soll. Wenn die bisherige Erfahrung viel weniger großeErfolge des Betriebs naturwissenschaftlicher Fächer, wo sie beim Jugeudunterricht Platzgefunden hatten, nachzuweisen vermag, als zu erwarten stand, und wenn bedeutendereLeistungen wenigstens nicht als Regel gelten, so hat dies vorzugsweise darin seinen