Naturwissenschaften.
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Handlung kommen *). Von ihr und der Petrographie aus kann dann durch dieGeognosie hindurch der Primaner unter Beihülfe der Physik und namentlich derChemie und unter entsprechender Berücksichtigung der Paläonto logie zur Geologiegelangen und so in eine Wissenschaft eingeführt werden, an deren großartigem Ausbauer die übrigen Naturwissenschaften alle arbeiten sieht. Wenn auch nicht in derselbenAusdehnung Wie die Chemie mit ihren praktischen Hebungen, werden doch auch diePhysik und die Mechanik, welche letztere auf den humanistischen Gymnasien kaumals ein eigner Zweig betrachtet wird, in weiterer Weise zu behandeln sein. Wenn beidem Unterricht in ihnen für die mittleren Classen auch ein ganz ähnlicher Weg wiedort zu verfolgen ist, so tritt, je weiter nach dem Ende hin, in um so größerem Maßdie Anwendbarkeit der erlangten weiteren mathematischen Bildung hinzu und namentlichwird Pas Verfahren der höheren Mathematik mit den schönen und oft überraschendenAufschlüssen, die es auch in nach ihm behandelten Aufgaben der Physik und Mechanikzu geben vermag, ein neues in den humanistischen Gymnasien nicht zu verwerthendesMoment bei dem Unterricht in beiden Fächern bilden. Auch nach der experimentellenSeite hin gestattet die verwendbare Zeit eine größere Uebung der Schüler in der Be-handlung der Apparate und Benutzung derselben zum eignen Experimentiren. Be-sonders aber wird in der Mechanik die Rücksicht auf die Anwendung ihrer Gesetze Leider Einrichtung und Wirkungsweise der Maschinen ein weiteres Eingehen auf dieMaschinenkunde sehr empfehlen. An einer Auswahl geeigneter Beispiele von Kraft-und Zwischen- und selbst von Arbeitsmaschinen wird ein genaues Studium des Bauesund die Berechnung der Leistungen mit Berücksichtigung aller Bewegungshindernisseauszuführen sein, denn nichts läßt so in das Verständnis einer Maschine eindringen,als eine solche Berechnung. Auf das Walten der Kräfte im Naturganzen wird hierebenfalls ein genaueres Eingehen stattsinden können und dadurch viel leichter als aufden humanistischen Gymnasien eine zusammenfassende Darstellung der Lehren der Astro-nomie ermöglichen, die in ein noch großartigeres und dabei auf evidenterer Gewißheitberuhendes wissenschaftliches Gebäude einführt, als es bei der Geologie der Fall ist.Der bei Gelegenheit der humanistischen Gymnasien besprochene anthropologisch-psycho-logische Lehrcursus wird, wenn die Zeit ihn gestattet, hier jedenfalls dieselben Früchtetragen und mindestens von gleicher Wichtigkeit sein. Wenn auf den Realgymnasien,die zweckmäßig ihre Schüler vom 10. bis 14. Jahr ganz in derselben Weise, wie diehumanistischen Gymnasien, bilden lassen und deshalb ganz gut die 4 unteren Classenmit ihnen gemeinschaftlich haben können (denn für die lateinische Sprache wird so einguter grammatischer Grund gelegt, auf dem sich leicht, was nöthig ist, wird weiter auf-bauen lassen und auch die ersten in 1 bis 2 Jahren erlangten Elemente des Griechischenkommen selbstverständlicher Weise wohl zustatten), auch bei der vielen Zeit, die die prakti-schen chemischen Arbeiten und der richtige Betrieb der Mineralogie und der sich ihr an-schließenden Fächer verlangt, in den Oberclafsen nur 14—16 Stunden wöchentlich**), also
*) Ueber die Einrichtung des Unterrichts in der Krystallographie, Mineralogie, Petrographie,Geognosie, Geologie und Paläontologie s. Artikel „Naturgeschichte" S. 121 — 123 .
**) Wer etwa meinen sollte, daß die hier vorgeschlagene mathematisch-naturwissenschaftlicheAusstattnng der Realgymnasien eine Ueberladung derselben sei, und daß zur Erreichung gründ-licher Bildung in all den Fächern die verlangte Zeit nicht ansreiche, der möge erstlich bedenken,daß überall nicht alles, sondern nur die wichtigeren, die Wissenschaft constituirenden Lehren zubehandeln sino, daß für manche Zweige, wie für die Geologie, nur eine einleitende Kenntnisbeabsichtigt wird, daß die Darstellung der Astronomie vorwiegend nur eine zusammenfassendeWiederholung an verschiedenen Puncten vorgekommener Lehren ist, daß an sehr vielen Stellen,was gethan wird, doppelten Zwecken dient, daß die mathematische Bildung in ausgedehntestemMaße durch die Anwendung mathematischer Sätze im naturwissenschaftlichen Gebiet gefördert wird,indem dasselbe gleichsam mathematische Uebungsbeispiele liefert, und auch die einzelnen natnr-PLVag. Eniyklopärie, V. 6l