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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Naturwissenschaften.

die wesentlichste Mitgabc für einen wissenschaftlichen Betrieb ver technischen und andererauf mathematisch-naturwissenschaftlicher Basis stehenden Fächer ist und wird deshalbdurchaus nicht bloß das zu erlangende Wissen und Können, sondern recht eigentlich dieErziehung zur exacten Methode das Ziel sein, das zumal in unteren und mittleren Classendurch Auswahl und Methode der zu lehrenden Partien zu erstreben ist. Inden unterenClassen wird gerade wie auf den humanistischen Gymnasien allein Botanik und Zoo-logie zu lehren sein, und zwar genau in derselben Weise (s. Art.Naturgeschichte"S. 100116), während immerhin für die höheren und schwereren Partien namentlich derBotanik in den oberen Classen sich vielleicht Platz finden ließe. (S. Art.Naturgeschichte"S. 120.) Eine weitere Ausdehnung des naturwissenschaftlichen Unterrichts in den Unter-klassen, auch wenn die Realgymnasien dieselben für sich und nicht mit den humanistischengemein haben, sie müßten denn, was nicht zweckmäßig wäre, zugleich als höbere Bür-gerschule dienen sollen, würde sich nicht empfehlen. Vorbereitende Curse in den physika-lischen Fächern würden überflüssig sein, da alles doch in den Oberclassen noch einmal ingründlicherer Weise Vorkommen müßte und in formaler Hinsicht Botanik und Zoologieeine vollständig ausreichende Vorschule auch für jene Fächer geben. Ein ausgedehntererUnterricht in diesen aber mit mehr als 2 wöchentlichen Stunden würde für sie aller-dings sehr förderlich sein, aber eine Reduktion ans weniger Jahrescurse doch nichtermöglichen. Denn in diese Fächer muß der Schüler gleichsam hineinwachsen, und dazugehören Jahre, nicht eine vorübergehende große Stundenzahl, sondern eine durch die halbeJugendzeit hindurch andauernde Beschäftigung mit der Thier- und Pflanzenwelt in derfreien Natur macht ihn in ihr heimisch. Deshalb erscheint es räthlicher, hier nichtdurch Ueberfluß in den naturwissenschaftlichen Dingen die übrigen nöthigen Fächer cin-zuschränken es ist dies die Zeit der Grammatik, diese letztere lasse man hier walten,sie wird den Schülern in den späteren Jahrescursen zu statten kommen und daß sienicht einseitig mache, dafür ist durch den fünfjährigen botanisch-zoologischen Unterricht,wenn er richtig ausgeführt wird, zur Genüge gesorgt.

Für die Oberclassen werden die physikalischen Naturwissenschaften auchhier die Hauptsache und im Anfang wenigstens in derselben Weise wie auf den huma-nistischen Gymnasien zu betreiben sein; dagegen könnten sie, besonders die Chemie,ganz Wohl neben Zoologie und Botanik nnd ohne diese zn beschränken, ein Jahr früherbegonnen werden. Auch werden sie hier getrennt neben einander fortgeführt und na-mentlich die Chemie in ungleich größerer Ausdehnung behandelt werden mäßen, indemhier nicht bloß eine durch Beispiele aus der anorganischen Chemie belegte und erläutertefundamentale Kenntnis der den chemischen Processen zn Grund liegenden Gesetze dasvorwiegende Ziel, sondern ins Speciellerc zu gehen und die organische Chemie nichtausznschließen ist. Die eigene selbständige Darstellung von Präparaten im Laboratorium,die Analyse chemischer Verbindungen nnd Gemenge zunächst in qualitativer, sodann,soweit es angelst nnd zur Einführung nöthig ist, in quantitativer Hinsicht, und endlichAnwendungen der erlangten Kenntnisse und Berfahrungsweisen auf ausgewählte Ge-genstände der weiten technologischen Geriete werden nicht bloß beitragen, unter Beihülfeder theoretischen Lehren eine treffliche Grundlage chemischer Kenntnisse zn erwerben,sondern ganz besonders und leichter und besser als irgend etwas anderes in die exakteForschung, wie sie zur Gewinnung der Erkenntnisse, die die Wissenschaft selbst bilden,angewandt wird, einführen nnd in ihr üben, sie werden eine vortreffliche Schule derüberlegten, genauen, vorsichtigen nnd sichern Arbeit sein und zum Vertrauen auf dieZuverlässigkeit ihrer Resultate führen. Von der einen Seite durch dieses chemischeStudium und zwar viel früher schon, als es beendigt ist, ans der anderen durch dieKrystallographie, die jetzt auf der gewonnenen stereometrischen Basis anderrechtenStelle ist, gehörig unterstützt wird unter gleichzeitiger Benutzung dessen, was inzwischendie Physik dazu gegeben oder mit einstweiliger vergreifender Erklärung desselben auchdie Mineralogie in der im ArtikelNaturgeschichte" angegebenen Weise zur Be-