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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Naturwissenschaften.

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arterie eingesetzt waren, hinauf und ruckweise hoher triebe, in ähnlicher Weise durcheinen leicht zu coustruirendcn Apparat der Mechanismus der Athmungsbewegungen;in anderen Fällen müßte die bloße Beschreibung der Hergänge ausreichen, denn Vivi-sectionen würden nicht wohl am Platze sein, und nur wo ohne Verletzung der thierischeoder menschliche lebende Körper zur Demonstration dienen kann und auch nicht andereRücksichten dies verbieten, könnte er dazu benutzt werden. Aus der Histologie wärenur, was von ganz besonderer Wichtigkeit ist, zu Rathe zu ziehen. Wo es nöthig ist,müßten mikroskopische Demonstrationen das zeigen, um was es sich handelt, ein TröpfchenBlut, durch einen Nadelstich gewonnen, würde den Bau der Blutkörperchen und das,was aus ihnen unter verschiedenen Umständen wird, erkennen, den Durchgang desBlutes durch die Körpercapillaren die Schwimmhaut eines lebenden Frosches anfsschönste beobachten lassen. Die geschlechtlichen Organe und Verhältnisse, die derzoologische Unterricht der Unterclassen überall gar nicht erwähnt, würden hier zurSprache kommen, aber mit solchem Ernst und Anstand, daß irgend eine Gefahr fürSittlichkeit oder Disciplin nicht zu befürchten wäre. Vergleichende Blicke auf denThierkörper könnten, da ein zoologischer Unterricht vorausgegangen, und müßten sogarmitunter, wenn crsterer oder Theile von ihm zur Demonstration dienen, eine Stellefinden. Durch in der Kenntnis der physiologischen Hergänge wohlbegründete unddaraus leicht zu verstehende Winke für die Diätetik des körperlichen Lebens würdeauch der körperlichen Erziehung und Gesundheit ans diesem Unterricht ein praktischerGewinn erwachsen.

Auch noch eine andere Wissenschaft, die auf Beobachtung beruht, aber nicht aufder sinnlichen Beobachtung, die der Erkenntnis der Körperwelt zugewendet ist, verdientewohl eine Aufnahme in den Kreis der Gymnasiallehrfächer, und würde gerade imAnschluß an diesen Lehrcurs der Anthropologie, aus die sie sich vielfach stützt, zu beson-ders günstigen Erfolgen führen. Es ist dies die empirische Psychologie und Logik,die die Hergänge und Gesetze des Seelenlebens und der längstgeübten Denkoperationendurch Selbstbeobachtung, durch Belauschen alles dessen, was in der Seele vorgeht,erforscht, und, so weit dies möglich ist (denn hier ist Beobachter und beobachtetesObject dasselbe, die Hergänge gestalten sich, sobald sie der Beobachtung zu unterliegenansangen, durch den Einfluß derselben anders, und -die Resultate der Beobachtung lassensich nicht so controliren), in ähnlicher exacter Weise, wie sonst die Naturwissenschaft dieObjecte und Hergänge der sinnlich warnehmbaren Außenwelt, die eigene Seele unter-sucht. Eine solche durch Selbstbeobachtung des eigenen Seelen- und Erkenntnislebensgewonnene Einsicht in dasselbe und seine Gesetze, wozu der Lehrer weiter nichts alsdie Anleitung geben kann, ist etwas anderes als die gewöhnliche Psychologie und formaleLogik, sie erschließt, in unbefangener Strenge ausgeführt, uns auch die individuellenSeiten unseres Seelenlebens, die speciellen Neigungen und Fehler, und fördert so auchnoch in anderem Sinn die Selbsterkenntnis. Der Jüngling, welcher im Begriff ist,auf der Universität seiner weiteren geistigen Entwicklung selbst vorzustehen, muß vorallem auch die Hergänge und Gesetze seines geistigen Lebens durch Selbstbeobachtungerkennen gelernt haben. Die Gewöhnung, auf alles, was in uns vorgeht, planmäßigzu achten und sich Rechenschaft davon zu geben, ist Grundbedingung zur Durchbildungeiner selbstbewußten und selbständigen Persönlichkeit. Zwar arbeitet der ganze Gym-nasialunterricht ans dieses Ziel hin, namentlich treten bedeutendere geistige Situationenan großen Mustern durch das altclassische und durch das geschichtliche Studium demJüngling entgegen, aber er faßt sie nur halbbewußt auf, wenn nicht die Einsicht indas eigene Innere ihm klar und sicher geworden ist, und so die Grundlage für allespsychologische Verständnis gegeben hat. Wer im reifen Mannesalter auf seinen geistigenEntwicklungsgang zurückblickt und sieht, wie mancher Irrweg ihm durch eine solcheEinführung in die Kenntnis seines eigenen geistigen Lebens erspart worden wäre, dermuß aufs tiefste bedauern, daß sie ihm vorenthalten worden. Eine sogenannte mehr