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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Naturwissenschaften.

zugänglichen Werke über populäre Astronomie ermöglicht, die auch vielleicht noch, wenndie dritte Stunde im Primacursus hinzukäme, ihren Hauptzügen nach in zusammen-fassender Weise am Schlüsse der Mechanik vorgetragen werden könnte. Für dieErklärung der Sternbilder reichen zwei heitere Abende, ein Sommer- und ein Winter-abend aus. Eine andere Sache ist es mit der Geologie, sie setzt zu viel voraus, wasnicht auf dem Gymnasium gelehrt wird und auch nicht gelehrt werden kann, ja mankann sagen, alle übrigen Naturwissenschaften. Es ließen sich nur ihre Resultate invorwiegend historischer Weise mittheilen und das nicht einmal in jeder Hinsicht, einwesentlicher Theil der Stücke, aus denen diese großartige Wissenschaft sich zusammensetzt,würde gänzlich fehlen, ein zu frühes Eingehen aber auf complicirtere Gebiete, so langenicht das Einzelne, was da in Betracht kommt, vollständig zum Verständnis gelangtist, kann nur zur Ungründlichkeit und Oberflächlichkeit führen. Man könnte weiter eineeingehendere Betrachtung der Beziehungen der Thier- und Pflanzenwelt zur übrigen Naturwie der Lebcnshergänge im thierischen und namentlich im pflanzlichen Körper wünschen,statt daß so in der Botanik nach der gewöhnlichen Bezeichnungsweise fast nur dieTerminologie, das System und die specielle Pflanzenkunde, beschränkt auf die Ge-fäßpflanzen, in den 45 Sommersemestern zur Behandlung kommt. Aber wasnöthig ist und möglich in dem jugendlichen Alter, das wird erwähnt (s. Art.Natur-geschichte" S. 106, 108, 112, 113 rc.), ein Weiteres könnte nur bei größerer Reifein den Oberclassen gegeben werden, da aber fehlt die Zeit. Man kann nun einmalnicht alles auf den Gymnasien lehren, und es ist besser, daß weniges gut, als daßvieles oberflächlich gelehrt werde.

Am allermeisten aber wird man eine Darstellung des Baues und der Lebens-thätigkeit des menschlichen Körpers vermissen, einen Cursus der Anthropologie indem Sinn des Wortes, wo es die allgemeiner verständliche, auf das Wesentliche sichbeschränkende Behandlung der Anatomie und Physiologie des Menschen bedeutet. Istdoch der menschliche Körper in der ganzen Natur der Gegenstand, der uns am nächstenliegt, und seine Erkenntnis für uns um so wichtiger, da er das Mittel ist, wodurchunser Geist auf die Außenwelt bestimmend einwirkt und wiederum von ihr Einwirkungenempfängt, und da durch sein norniales Bestehen die Gesundheit und Kraft unseresGeistes mit bedingt ist. Deshalb würde, wenn irgend sich die Zeit dafür erübrigenließe, ein ihn behandelnder Unterricht in hohem Grade um so mehr zu empfehlen sein,als dieser Unterricht sich bei weitem nicht so leicht durch eigenes Studium ersetzen läßt,als es z. B. bei der populären Astronomie der Fall ist. In Unterclassen im An-schluß an die Zoologie ließe er sich aber nicht geben. Zum Verständnis der physiolo-gischen Hergänge sind Chemie, Physik und Mechanik uöthig. Zwar konnte und mußtemanches vom Bau der Organe des menschlichen Körpers bei Gelegenheit des zoolo-gischen Unterrichts zur Sprache kommen, aber die Thätigkeit und Bildung derselbenläßt sich da noch nicht begreifen (s- Art.Naturgeschichte" S. 113). Es müßtedeshalb dieser Unterricht in die Oberclassen und zwar so spät als möglich, in diePrima fallen. Der Bau der einzelnen Organe müßte an guten anatomischen Ab-bildungen und, jedoch mit genauer Berücksichtigung der Verschiedenheiten, an wo möglichfrischen Präparaten von nahestehenden Säugethierkörpern oder auch, wenn die Kostennicht zu bedeutend sind, an guten Phantomen zur Anschauung gebracht werden, nurwo die Unterschiede wesentlich sind, an Spirituspräparaten menschlicher Organe, dasKnochensystem an einem wohlpräparirten menschlichen Skelet. Der Bau von Auge, Ohrund Kehlkopf, der sonst in der Physik zur Sprache kommt, könnte in diesem Unterrichtin einer viel gründlicheren Weise zum Verständnis gelangen. Die Thätigkeit mancherOrgane ließe sich leicht experimentell Nachweisen, so die des Herzens, dessen Bau mitBerücksichtigung der Klappen zuerst durch Zerlegung eines Kalbsherzens zur Kenntnisgebracht worden, durch ein zweites, welches mit einer dunklen Flüssigkeit gefüllt undmit der Hand gedrückt die erstere in Glasröhren, welche in die Aorta und Lungen-