Naturwissenschaften.
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denen Partien einer Wissenschaft, die sich für verschiedene Lebensalter eignen, könnenbei ihrer Anwendung jedesmal zur rechten Zeit gelehrt werden, der folgende Cursusschließt immer eine gewiße Wiederholung des früher gelehrten in sich, die längerendazwischen liegenden Pausen erneuern Interesse und Kraft und die Schüler, welche dieSchule nicht bis zu Ende besuchen oder erst in obere Elasten eintreten, bleiben wenigstensnicht ganz unbekannt mit den Lehren des so behandelten Faches. Aber einestheilsläßt sich auf andere Weise, so auf die in diesem Artikel vorgeschlagene, vermeiden, daßfür das jedesmalige Alter Ungehöriges gelehrt wird, in dem semesterweisen Wechselder Botanik und Zoologie wenigstens ergeben sich ebenfalls und nicht zu lange Pausenderselben Beschäftigung; sodann sind, und das ist das Wichtigste, die einzelnen Kursezu kurz, was in dem ersten gelehrt wird, kann nicht gründlich genug cingearbeitetwerden, es wird wieder, bis der folgende eintritt, vergessen und muß dann von neuemgelernt werden, die Schüler werden nie recht warm in dem betreffenden Fach, undwenn sie eben anfangen es zu werden, dann hört der Cursus auf. Der Grund, daßdie Schüler, die nur die unteren Elasten besuchen, von allem auch etwas bekommen,kann ebenfalls nicht maßgebend sein; auf die, welche ein Gymnasium besuchen, weil sieeine niedere Realschule, auf die sie gehören, nicht haben, kann das Gymnasium dochnur in so fern Rücksicht nehmen, als seine eignen Zwecke nicht dadurch beeinträchtigtwerden.
Auch abgesehen von den Einwürfen, die in den hier beleuchteten abweichendenVorschlägen gegen die im Vorhergehenden dargelegte Einrichtung eines der Aufgabeder Gymnasien entsprechenden naturwissenschaftlichen Unterrichts enthalten sind, könntennoch weitere Bedenken dagegen erhoben werden. Man könnte der Ansicht sein, daßauf Botanik, Zoologie und die allgemeinen physikalischen Wissenschaften beschränkt derUnterricht doch nicht so recht in das vollständige Verständnis der Natur einführenwürde, daß namentlich eine einleitende Kenntnis vom Naturganzcn durch Astronomieund Geologie, zu wünschen wäre, und dies um so mehr, da gar manche Besucher derGymnasien durch ihr weiteres Studium weit von den Naturwissenschaften weggeführtwürden. Aber erstlich würde die Zeit dazu fehlen, denn die Wissenschaft ist lang, undder Gymnasialcursus dauert nur neun Jahre. Deshalb muß eine Auswahl getroffenwerden, und da ist es besser, daß das gelehrt wird, was die Grundlage von anderembildet, als umgekehrt. Aus dem ersten Theil der Astronomie, der sphärischen Astro-nomie, die den Himmel als Hohlkugel und die scheinbare Bewegung der Himmels-körper an derselben auffaßt, nimmt jedenfalls die sphärische Trigonometrie einen Theilihrer Aufgaben, es wird deshalb eine leichte Sache sein, in ein paar Stunden eineübersichtliche Darstellung der ersteren vorausgehen zu lassen, die Entfernung des Mondes rc.wird schon gelegentlich der ebenen Trigonometrie aus der Parallaxe berechnet, ans demdritten Theil der Astronomie, der physischen, werden die Keplerschen Gesetze, die Gra-vitation rc. in der Mechanik, die Aberration des Lichtes der Fixsterne und anderes,was Bradley fand, als er die Parallaxe der Fixsterne suchte, in der Physik erklärt,aus der beschreibenden Astronomie freilich wird nur weniges, etwa Schwere und Fallan der Oberfläche der Himmelskörper zur Sprache kommen. Es wird so eine ganzeReihe von Lehren, zum größeren Theil da, wo sie ihre Begründung finden, mitgetheiltund die Kräfte, die hier wirksam sind, im Zusammenhang mit ihrer übrigen Wirksam-keit kennen gelehrt. Das Sondern und Jsoliren ist ja gerade der naturwissenschaft-lichen Forschung eigenthümlich und von der scharfen Betrachtung des Einzelnen schreitetsie sicher zur Einsicht in complicirtere Verhältnisse fort. Hierdurch, wie durch die ganzegegebene mathematisch-physikalische Grundlage wird das eigene Studium eines der so
einander weit getrennten wiederholten Kursen gelehrt werden, so mag dazu wohl hauptsächlichdie Rücksicht veranlaßt haben, daß die Unterklassen vielfach die niederen Realschulen zu ersetzenhaben. Vgl. Artikel „Naturgeschichte" S. 118 Anm.