Naturwissenschaften.
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Gymnasien nicht, er wird jedoch zum erfolgreichen wissenschaftlichen Stadium dieserFächer vollständig ausgerüstete Schüler bilden, die Sinn, Geschick und Liebe zu derNatur und ihrer Wissenschaft haben. Und dieses alles wird ihm gelingen, ohne andereebenfalls berechtigte Unterrichtszweige zu beeinträchtigen, denn für die wenigen Fächer,auch wenn sie gründlich betrieben werden, ist so viel Zeit nicht nöthig, die wöchentlichenzwei Lehrstunden, in denen übrigens das Meiste gethan wird, als der sechszehnte Theilvon allen, kommen gewiß nicht sehr in Betracht, und was von häuslicher Thätigkeitaußer ihnen in Anspruch genommen wird, ist, abgesehen von den nöthigen Repetitionen,die hier, weil in der Lehrstunde die schärfste, ungetheilteste Aufmerksamkeit herrschenmuß, wenn überhaupt etwas erreicht werden soll, sich bald erledigen, durch Art undOrt (so bei Botanik und Zoologie vorherrschend im Freien) so verschieden, daß esvielmehr als eine Erholung angesehen werden kann.*)
Bei der allseitigen Theilnahme, deren die Gymnasien vor allen Schulen sich über-haupt zu erfreuen haben und bei dem großen Interesse, das sich den Naturwissenschaftenzugewendet hat, kann es nicht überraschen, daß gerade über die Frage, in welcherAuswahl und Weise dieselben ans den Gymnasien einznbürgern seien, eine wahre Füllewohlgemeinter unbedachter Vorschläge von Gegnern wie von Freunden zu Tag gefördertworden ist. Die von den ersteren ausgehenden verhalten sich mehr oder weniger ab-wehrend oder doch beschränkend und lassen sich fast alle aus einem Pnnct erklären,die von den letztem aufgestellten sind meist vollkommen überzeugt von der Wichtigkeitder Naturwissenschaften als Lehrfächer der Gymnasien, sie divergiren aber desto mehrin Bezug auf die Auswahl und Weise, wie sie gelehrt werden sollen. Ueber die Physikund Mechanik,**) die bereits eine längere Zeit als Gymnasiallehrfächer bestanden haben,ist weniger Meinungsverschiedenheit, soweit es' nicht um die Fernhaltung oder Be-schränkung überhaupt sich handelt, dagegen wird die Chemie häufig noch mit mis-lrauischen Augen angesehen von solchen, die nicht Gelegenheit gehabt, eine richtige Vor-stellung von ihr als Wissenschaft und Bildungsmittel zu erhalten und die wohl gar,doch gewiß jetzt nur noch selten, den crasfen Materialismus mit ihr in die Gymnasieneinziehen sehen; vor allem sind es die beschreibenden Naturwissenschaften, über die als vieljüngere Lehrfächer die verschiedensten Meinungen geltend gemacht werden. Lohnt esauch weder Raum noch Mühe, solche Vorschläge alle zu berücksichtigen, so verdienendoch manche derselben eine nähere Beachtung. So redet man mitunter einer encyklo-pädischen Behandlung das Wort, und will die „ganze Naturwissenschaft." Davonkönnte allenfalls die Rede sein, wenn man das ganze Leben lang das Gymnasiumbesuchte; es würde aber bei der jetzt üblichen Ausdehnung der Gymnasialzeit keinanderes Fach zu rechter Wirksamkeit kommen und nebenbei in keiner naturwissenschaft-lichen Branche etwas rechtes gelernt werden, es würde sich die dadurch erzielte Bildungwenig von der ans der Lectüre illnstrirter llnterhaltnngsblätter entnommenen andilettantischer Oberflächlichkeit unterscheiden. So schlimm scheint übrigens die Sachenicht gemeint. Es scheint vielmehr, daß ausgewählte prägnante Partien aus jedemGebiet zur genaueren Kenntnis gebracht und so ein Begriff von den verschiedenenGebieten gegeben werden soll. Ein solches Verfahren wird aber in keinem Zweigerecht heimisch werden lasten und insbesondere wird eS zu einer wirklichen Uebnng derden Naturwissenschaften eigenthümlichen Erkenntnisweise gar nicht kommen. Biel besserist der entgegengesetzte Vorschlag, die Naturwissenschaften gar nicht zu lehren, da kannder Unterricht in denselben wenigstens nichts verderben. Dian will, was die beschrei-benden Naturwissenschaften betrifft, das dritte „Naturreich" neben den beiden andern
*) Durch die in dem Vorhergehenden vorgenommene Erwägung ist die auf S. 339 voraus-gesetzte Beschränkung des naturwissenschaftlichen Gymnasialunterrichts auf nur zwei wöchentlicheStunden durch alle JahreScurss wobl hinreichend motivirt.
Die Mechanik Pflegt unter dem Titel „Lehre von dem Gleichgewicht und der Bewegungfester, flüssiger und gasförmiger Körper" einen Tbeil des physikalischen Unterrichts zu bilden.