Naturwissenschaften.
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worausgegaugenen Cursus der Experimentalchemie gehörig vorbereitet wird der Schülersich auch in das reiche, wichtige Gebiet der Physik und Mechanik mit seinen oft vielschwierigeren und häufig nur durch feinere und sehr complicirte Vorrichtungen ermög-lichten experimentellen Untersuchungen zu finden wissen. Es sind verschiedene Methodender Behandlung vorgeschlagen worden, so die historische, die getreu den geschichtlichenEntwicklungsgang unserer Kenntnis der einzelnen Puncte verfolgen soll; sie hat gewißein hohes psychologisches und culturhistorisches Interesse und wird an wenigen geeig-neten Lehren angewandt den Schüler höchst anregende und bildende Blicke in denEntwicklungsgang der Wissenschaft thun lassen, überall befolgt aber entweder viel zu vielZeit erfordern oder ohne experimentelle Belege den eigentlichen Zweck des physikalischenUnterrichts vereiteln. Man hat zuerst die Hergänge kennen lehren wollen, in einemzweiten Cursus die Gesetze, nach denen sie verlaufen, und in einem dritten die zuGrunde liegenden Kräfte; aber der erste Cursus wird nicht befriedigen, und das ganzeVerfahren der Wissenschaft nicht entsprechen, die sa auch die Erscheinungen aus denGesetzen hcrleitet, oder häufig nach den letzteren die Experimente einrichtet. Vielfachwird vorgcschrieben, die Physik solle sich im engen Anschluß an die Mathematik einermathematischen Behandlnngsweise befleißigen, während andererseits geltend gemachtwird, daß in dem expcrimentirenden Verfahren die rechte Weise läge. Die rechteLehrmethode ist überall die Methode der Wissenschaft selbst, um deren willen sie, wennsie formalen Zwecken dient, als Bildungsmittel gewählt wurde. So ist auch für diePhysik, die jedenfalls, so wichtig ihr Inhalt als Grundlage anderer Studien und fürdas Verständnis der Natur ist, auch wegen ihres großen Werths für die Uebung derexacten Forschungsweise eine Nolle bei dem Jugendunterricht spielt, die rechte Methodeihre eigene, d. i. die Weise, in der sie die Erkenntnisse, die ihren Inhalt bilden, ge-winnt und jederzeit wieder gewinnen kann, nicht die, wodurch sie dieselben im Lausder Zeiten gewonnen hat; sie ist so zwar ein Bild desjenigen Entwicklungsgangs, durchden die Wissenschaft ihre Sätze zuerst entdeckt hat, aber ein vereinfachtes und geläu-tertes mit Vermeidung aller Um- und Irrwege. Und diese Methode ist es, die auchder Gymnasialunterricht in der Physik befolgen muß, wenn er die rechten Früchtetragen soll, und die gerade hier nur in dem Umfang, in dem sie nach der gegebenenZeit anzuwenden ist, eine Modisication erhält. Deshalb ist auch Experiment wiemathematische Entwicklung anzuwenden, ein jedes an seinem Platz. Es erhellt vonselbst, daß bei dem Reichthum dieser Wissenschaft nur die wichtigeren Puncte aus jedemCapitel zur Behandlung kommen können. Diese aber sind mit aller Gründlichkeit zubearbeiten. Eine besondere Rücksicht verdienen die einschlagenden Hergänge im Weltall,an der Erdoberfläche und in der Atmosphäre, es werden dadurch höchst interessanteEinblicke in das große Naturganze gewährt, und eine wesentliche Reihe von Erschei-nungen, die der Astronomie, Meteorologie rc. angehören, im Zusammenhang mit denihnen zu Grunde liegenden Gesetzen und Ursachen zur Sprache gebracht. Auch aufdasjenige, was in den Wissenschaften und im Menschenleben eine wichtige Rolle spielt,ist einzugehen, so auf den Bau und die Anwendung der Mikroskope, die Einrichtungder elektrischen Telegraphen ist leicht und bald auseinander zu setzen und durch diespecielle Erklärung der Dampfmaschine erlangt der Schüler zugleich einen Begriff vonKraft- und Zwischenmaschinen überhaupt, wobei ihm die Bedeutung von Totaleffect,Nutzeffect rc. ganz wohl kann klar gemacht werden. Zur Demonstration namentlich
die Chemie mit dem ersten vorzugsweise experimentalen CursnS der Physik, und in der Primader zweite Theil der Physik mit der Mechanik wechseln. Am besten werden freilich dann dieJahrgänge der Schüler fahren, die in der Untersecunda die Chemie als ersten Gegenstand er-halten und dann erst die Physik beginnen; in der Prima ist es fast einerlei, ob Schall, Lichtund Wärme oder Mechanik zuerst vorgenommen wird, wenn nur der Wechsel in dem mathe-matischen Unterricht es mit sich bringt, daß die für die Mechanik vorausgesetzten höheren Partien,wie namentlich die Kegelschnitte, mit ihr in dasselbe Jahr fallen.