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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Naturwissenschaften.

Gebiet der Mechanik und Physik anheimfallenden Erscheinungen Wohl zu beachten sind.Gleich anfangs sind die stöchiometrischen Gesetze in elementarer Weise an geeignetenBeispielen zu erklären, die Uebersichtlichkeit, welche durch die chemischen Formeln diechemische Constitution der Körper und die chemischen Hergänge unter ihnen erlangen,dient wesentlich zur Förderung der Einsicht in dieselben. Von Dingen der organischenChemie wird nur sehr weniges ganz wichtige und faßliche zur Sprache zu bringensein, um einige Einsicht in dies Gebiet zu geben. Die in der Natur im großen vor-kommenden chemischen Hergänge, wie die Rolle der Kohlensäure und der atmosphärischenWasser, und ebenso die, welche technischen Operationen, z. B. den Hüttenprocessen, zuGrunde liegen, werden in zweckmäßiger Auswahl, so weit es möglich ist, zu erklären sein,letztere um Einsicht in die Umwandlungen, die die Industrie mit den Naturkörpern vor-nimmt, zu gewähren, es wird hierdurch dem Schüler der Schlüssel zum Verständnis derfür Wissenschaft und Leben so wichtigen chemischen Fragen gegeben. Auf die Analyse,so bildend und einflußreich für die Erziehung zur zuverlässigen selbständigen naturwissen-schaftlichen Forschung sie auch ist, muß, da auf den Gymnasien die Zeit dazu fehlt,verzichtet werden (vgl. den Art. Chemie). Ein einjähriger Kursus mit zwei wöchent-lichen Stunden wird bei' einem nach diesen Principien ausgeführten Unterricht in deranorganischen Chemie genügen, den Schüler in die experimentelle Methode leicht undsicher einzuführen, und ihn befähigen, sowohl sein etwa nöthiges akademisches Studiumder Chemie vollkommen orientirt zu beginnen, als auch für sich nach den in dieserWissenschaft so klar und planvoll ausgearbeiteten literarischen Hülfsmitteln sich wenig-stens in leichteren Partien weiter bilden zu können, indem die Herrichtung und Hand-habung der Apparate ihm durch die darin erlangte Uebung ke)ne Schwierigkeit mehrmacht. Eine Beschränkung der Chemie auf noch kürzere Zeit, wie es wohl manchewünschen mögen, denen diese jüngere Schwester der Physik von ihrem Jugendunterrichteoder sonst her weniger bekannt ist und die wohl gar den geistesbildenden Einfluß der-selben bezweifeln, ist jedenfalls unthunlich. Denn wenn sich ihre einfachen Gesetze anWenigen prägnanten Beispielen in kurzer Zeit zum Verständnis bringen lassen und einerschöpfendes Eingehen auch nur auf die wichtigern der vielen anorganischen Verbin-dungen ohnehin nicht möglich ist, so fordert doch die Einleitung der Operationen unddie genaue Beobachtung von allem, was an ihnen zu beobachten ist, ihre Zeit undeine Uebereilung hierin würde die Erreichung des wichtigsten formalen Zwecks, dieEinführung in die experimentelle Methode, wozu gerade der Unterricht in dieser Wissen-schaft so geeignet ist, in Frage stellen. .

An diesen Lehrcursus der Experimentalchemie schließt sich am besten die Physikin zweijährigem Kursus an und lassen sich die einzelnen Gegenstände derselben amzweckmäßigsten so vertheilen, daß nach den allgemeinen Lehren von den Eigenschaftender Körper Magnetismus und Elektricität im ersten Jahr, Schall, Licht und Wärmeim zweiten Jahr behandelt werden. Im letzten Jahr folgt dann die Mechanik. Insolcher Weise sind wenigstens annähernd die Partien so geordnet, daß diejenigen, welchebei elementarer Behandlung weitere mathematische Bildung voraussetzen, die späterensind. Es werden zwar vielfach Sätze der Mechanik in der Physik ihre Anwendungfinden, so der vom Parallelogramm der Kräfte z. B. bei der Tangentenboussole, auchkann die Einrichtung ganz gewöhnlicher Apparate, so überall, wo eine Welle durcheine Kurbel gedreht wird, wie schon bei der Elektrisirmaschine, auf mechanischen Gesetzenberuhen; es läßt sich aber dann in allen Fällen, wo diese Anwendungen der Mechaniknur Mittel sind und nicht eigentlich zur Sache gehören, ganz davon absehen, und wo siewesentliche Bedeutung haben, da müßen sie der Erscheinung nach erklärt und auf diespäter folgende Begründung verwiesen werden. Im Ganzen genommen ist jedenfallsdie vorgeschlagene Folge die den didaktischen Grundsätzen entsprechende.*) Durch den

*y Wo nicht getrennte Jahrescnrse bestehen, sondern die Prima und Secunda zweijährigist, und das wird auf weitaus den meisten Gymnasien der Fall sein, da muß in der Secunda