Naturwissenschaften.
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das Studium derselben in irgend einer gründlichen Weise vorgenommen werden kann.Gelegentlich der Physik läßt sich am besten die Meteorologie, Lei der physikalischenGeographie die Klimatologie abhandeln. Die Geologie mit der von ihr vorausge-setzten Geognosie kann, da sie Physik, Chemie, Mineralogie, Petrographie und Paläon-tologie als Vorbedingungen fordert, mit wissenschaftlichem Erfolg nur dann stndirt werden,wenn diese Vorbedingungen in genügendem Maß erfüllt sind. Auch ihr wird demnachda, wo es an Zeit nicht fehlt, nur gegen das Ende des Jugendunterrichts die richtigeStelle angewiesen werden können, da aber wird sie im Stande sein, den fugendlichenGeist so recht in das Verständniß eines Naturganzen einzuführen, in welchem er diemannigfaltigsten Erkenntnisse einander gegenseitig bedingen sieht, und ihn wie die Astro-nomie mit großen Anschauungen und Ideen zu bereichern. Von der Paläontologieendlich wird bereits der botanisch-zoologische Unterricht interessante Einzelpartien in ihremdortigen Zusammenhang zur Kenntnis gebracht haben, so daß, wenn noch hinzukommt,was gelegentlich der Geologie in Betracht gezogen wird, ein eigentliches zusammen-hängendes Studium dieser Wissenschaft überall entbehrt werden kann.
Die genannten für die Jugendbildung in zweiter Linie stehenden Wissenschaftenalle sind mehr oder weniger geeignet, vortreffliche Aufschlüsse über die verschiedenenSeiten der Natur zu geben, und so die Aufgabe des Menschen, die Schöpfung geistigzu durchdringen, zur Verwirklichung zu bringen, auch schließt ihr Studium zum Theilsehr bildende Anwendungen der Lehren der fundamentalen Naturwissenschaften in sich,und könnte so die formale Geistesbildung tüchtig fördern. Ihr aller Studium würdedeshalb empfohlen werden müßen, wenn dies überhaupt die »erstattete Zeit nur irgendmöglich machte. Denn wenn ein weiter Kreis von Forschern sich in diese Fächer nndselbst in ihre Einzelzweige theilt, so wird auch der prägnantesten Darstellung es nichtgelingen, nur die wichtigsten Sätze der sämmtlichen zum bleibenden Eigenthum desjugendlichen Geistes zu machen, da überdies noch die andern wesentlichen Bildungs-fächer oft so wenig Zeit für die naturwissenschaftlichen übrig lassen. Dagegen wirdsich überall bei den in erster Linie stehenden Fächern, der Botanik, Zoologie, Chemie,Physik und Mechanik die Gelegenheit ergeben und vielfach gar nicht vermeiden lassen,interessante, anregende und belehrende Blicke dem Schüler in diese weiteren Gebiete zueröffnen, die dann wieder als mächtiger Antrieb zum gründlicheren Studium der funda-mentalen Fächer wirken.
Nach Feststellung des Werths der einzelnen naturwissenschaftlichen Fächer fürJngendbildung und ihrer Anwendbarkeit in den verschiedenen Altersstufen sind nundieselben noch in Rücksicht der Bedürfnisse der verschiedenen Schulen und der aufihnen für sie verwendbaren Zeit und Kraft, sowie der durch beides wesentlich mitbedingten Lehrweise zu betrachten. An den humanistischen Gymnasien kann unterallen Bildungsanstalten den Naturwissenschaften am wenigsten Raum gestattet werden,es ist deshalb gerade hier am dringendsten geboten, in Auswahl, Folge nnd Methodeaufs umsichtigste und sorgfältigste zu verfahren, um bei den ungünstigen Bedingungendoch die Zwecke, denen die Naturwissenschaften hier dienen, die Beobachtung und dieexaete Methode an Dingen der äußeren Welt zu üben und eine feste materiale Grund-lage für weiteres Studium zu schaffen, mit Sicherheit erreichen zu lassen. Daß inden Unterclassen kein anderes Fach als Botanik nnd Zoologie, gelehrt werdenkann, diese aber gelehrt werden müßen, wenn nicht die sinnliche Beobachtung ohneHebung bleiben, durch ibre Unthätigkeit statt gebildet abgestumpft werden nnd selbst fürspäter vorznnehmende naturwissenschaftliche Beschäftigungen an Brauchbarkeit verlierensoll, erhellt aus den vorhergehenden Erörterungen zur Genüge. In welcher Weise Leidem Unterricht in beiden Fächern zu verfahren ist, findet sich in dem Artikel „Natur-geschichte" nach allen Seiten dargelegt (s. Art. „Naturgeschichte" S. 100—119), nndsoll deshalb hier nicht wiederholt werden. Daß dort fünf volle Jahre hindurch (die vierersten Sommer sind der Botanik, die fünf Winter der Zoologie, der fünfte Sommer ist