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Naturwissenschaften.
der Botanik und Entomologie zn widmen; s. Art. „Naturgeschichte" S. 102)zwei wöchentliche Stunden für diesen Unterricht in Anspruch genommen werden, stimmtzwar durchaus nickt niit dem überein, wie sonst fast überall damit verfahren werdensoll und wird, indem einestheils auch die allgemeineren höheren Partien beider Fächerund dazu mitunter noch Mineralogie oder einleitend Physik neben specieller Zoologieund Botanik gelehrt werden, anderntheils die verwendete Zeit eine viel geringere ist.Bedenkt man aber, daß es sich nicht um einen vorübergehenden Unterricht handelt, daßvielmehr der jugendliche Geist durch länger andauernde Uebnng zur Beobachtungs-tücktigkeit zn erziehen ist, daß er in der Natur heimisch werden und sie für immerlieb gewinnen soll, daß die Vielheit der ihm begegnenden Pflanzen und Thiere sichnicht in so kurzer Zeit bewältigen läßt, daß Zeit genug da sein muß, den Thieren undPflanzen nachzngehen und namentlich erstere in ihreni Leben und Treiben zu belauschen,daß ein bleibendes geistige? Eigenthum geschaffen und zwar so viel, als immer angeht,durch eigene geistige Arbeit, durch selbstthätiges Bestimmen der Pflanzen und Thiereerworben werden soll, und daß bei allem dem die Thätigkeit des Schülers in keinemandern Lehrfach beeinträchtigt werden darf, so wird man einsehen, daß die hiefür inAussicht genommene Zeit nicht allzu lang ist. An Ermüdung des Schülers durch daslangjährige Einerlei ist nicht zn denken, da bei dem nie zu erschöpfenden Reichthmnder Thier- und Pflanzenwelt sich immer neue Formen finden, die seine Wissbegierdereizen, und um so mehr, je weiter er voranschreitet; das Bekannte in veränderterUmgebung wiederznfinden, kann ihn nur freuen (viel eher könnte der Lehrer ermüden,wenn er Jahr aus Jahr ein im Sommer, von den Excurstonen abgesehen, 10 Stundenlang in jeder Woche die alten bekannten Phanerogamen zn tractiren hat) und durchden semesterweisen Wechsel der Botanik im Sommer mit der Zoologie im Winterergeben sich halbjährige Pausen, nach denen jedesmal der Schüler das wieder eintretendeFach mit erneuter straft anznfassen pflegt. Auch wird bei einem solchen Verfahren esmöglich sein, daß alle Schüler, selbst die schwächsten, etwas Tüchtiges lernen, diebessern werden allerdings viel weiter kommen, eine reichere Zahl von Arten wird vonihnen bestimmt und kennen gelernt werden und ihre Beobachtungen über Lebensweiseu. s. w. werden weiter gehen, aber alles Wesentliche wird auch den schwächeren zuThcil werden, die nur darin den besseren nachstehen, daß sic im schlimmsten Fall einigehundert Pflanzen- und Thierspecies weniger kennen lernen und ihre Uebnng in der Be-obachtung vielleicht nicht ganz zu derselben Sicherheit gelangt. Wenn so die Zeit aus-reicht, sich in die Pflanzen- und Thierwelt einzulcben und auch dem Einzelnen nach-zngehcn, so läßt sich auch erwarten, daß der Scküler sich später nicht von dem, waser lieb gewonnen, trennen, sondern sein Studium derselben fortsetzen wird, und daß,selbst wenn dies nicht geschähe und auch die erlangte stenntnis durch andere Dinge inden Hintergrund gedrängt würde, dieselbe, sobald er sich dein zoologisch-botanischenStudium wieder zuwenden sollte, rasch wieder lebendig werde. Daß hierbei eine sehr
große Anzahl Arten, inbesonderc auch die Gefäßpflanzen der eignen Gegend in einer
der Vollständigkeit nahe kommenden Weise zur Kenntnis gelangen, ist einestheils schonum der sicheren Unterscheidung der einzelnen Arten Wullen nöthig (s. Art. „Natur-geschichte" S- 109 f.), ergiebt sich aber auch von selbst durch daö Bestreben deseifrigen Schülers, die noch unbekannten ebenfalls kennen zu lernen, befriedigt, wieüberhaupt, was einigermaßen zum Abschluß gebracht wird und ist zugleich für mancheBerufsfächer ein sehr werthvoller geistiger Besitz, der später nur viel schwerer erworbenwerden kann (s. Art. „Naturgeschichte" S. 118 f.). Ein solches bleibendes Wissenwird aber nicht erlangt, wenn in beschränkterer Zeit, wie die meisten Lehrpläne wollen,
weit mehr und mehrerlei durch seine Auffassung geht, und rasch, wie es gewonnen
wird, auch wieder verschwindet (s. Art. „Naturgeschichte" S. 107 f. Amu.*).
Bei dem hier vorgcschlagenen Verfahren bedarf es in den Oberclassen keinesweiteren Unterrichts in der speciellen Botanik und Zoologie, die Schule kann getrost,