Naturwissenschaftcn.
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meisten Fachkcnner für sie als eigentliche Schule der Natnrforschnng ans ss. Art. „Natur-geschichte" S. 102), trotz des größeren Interesses, das die Thierwelt mit ihrenmannigfaltigeren Formen und den Lebensänßernngen derselben bietet. Bei dem Zu-sammenvorkommen von Thieren und von Pflanzen aber und bei ihren vielfachen gegen-seitigen Beziehungen zu einander wird es nur schwer sich machen lassen, bloß dieletzteren zu beachten, der Schüler, der der Pflanzenwelt seine Aufmerksamkeit zuwendet,würde von selbst durch sie auf die Thierwelt geführt werden, daher denn eine Be-schränkung des Unterrichts auf Botanik mit Ausschluß der Zoologie sich nicht empfiehlt.
Wie Botanik und Zoologie für das frühere, so sind Chemie, Physik undMechanik für das spätere Jugendalter die Fächer, die vor allen den Vorrangverdienen. Sie bilden so recht die Grundlage aller andern Naturwissenschaften, indemsie einführen in das Verständnis der Hergänge in der Natur, sie erfordernaber deshalb auch einen gerechteren Geist, dem es sehr Wohl zu Statten kommt beiihrem Studium, wenn die Beobachtungsgabe vorher schon recht geübt worden ist. Eshandelt sich hier nicht bloß um Beobachtung und um das Unterscheiden, Vergleichenund Ordnen der Hergänge, wie sie in der Natur stattfinden, es handelt sich auch umdie Feststellung der Gesetze, nach denen sie erfolgen, und um die Ergründung der Ur-sachen, der Kräfte, durch welche sie bewirkt werden; es müßen zu diesem Zweck dieHergänge absichtlich hervorgerufen und isolirt, gleichsam zerlegt, oder nach bestimmtemPlane verändert werden, um so eher das zu Grunde Liegende ermitteln zu können,die hierzu, zu dem Experiment, nöthigen Vorrichtungen, die Apparate hergestellt oderdoch deren Herstellung begriffen, und überall, wo sich das Merkmal der Größe dar-bietet, dasselbe in mathematischer Form auSgedrückt werden. Es sind deshalb die andie Beobachtung sich anknüpfenden und der Einleitung derselben durch das Experimentvorhergehenden logischen Operationen von größerer Bedeutung der Beobachtung selbstgegenüber; dazu setzt wenigstens die Physik und die Mechanik auch bei elementarerBehandlung mathematische Vorbildung voraus. Aus diesen Gründen sind die genanntenFächer im früheren Jugendalter nicht wohl in eingehender Weise zu betreiben undwenn auf niederen Realschulen oder höheren Bürgerschulen ans praktischen Rücksichtenauf sie Zeit verwendet wird, so wird in diesem Fall der Unterricht sich in der Regelans die möglichst genaue Kenntnis der physikalischen und chemischen Hergänge selbstbeschränken müßen, ohne die zu Grunde liegenden Gesetze und Kräfte in genügenderWeise zur Erkenntnis bringen zu können, und nur ein geringer Thcil der Erscheinungenwird in der rechten Weise sich begründen lassen, am meisten noch in der Chemie.Welcher von den drei Wissenschaften an Wichtigkeit der Vorrang einzuränmen sei, istschwer oder nicht zu sagen; die Aufschlüsse, die sie geben, sind von gleicher Wichtigkeitfür das Verständnis der Natur und als Grundlage weiterer naturwissenschaftlicherStudien, in letzterer Hinsicht freilich die einen für das eine, die andere für anderesmehr, und für die Uebnng der exacten Methode macht die geringere oder größereSchwierigkeit der einzelnen Partie zwar einen Unterschied, der aber nicht sowohl fürihre Wichtigkeit von Belang ist, vielmehr nur für die Aufeinanderfolge verselben beieinem stufenmäßigen Unterricht in Betrachtung kommt, so daß die Chemie als die zu-gänglichste der drei Wissenschaften, wo sie nicht zu gleicher Zeit als besondere Lehrfächerneben einander begonnen werden, unter ihnen am besten den Anfang macht und so indidaktischer Beziehung die Vorstufe bildet, wozu sie um so mehr sich eignet, als bei vielenchemischen Operationen leicht erklärbare physikalische Hergänge zur Betrachtung kommenund gleichsam eine Summe physikalischer Erfahrungen dem Schüler in den physikalischenUnterricht mitgeben. Chemie, Physik und Mechanik sind so als fundamentale Wissen-schaften in materialer, sowie durch die mit ihrem Studium verbundene ausgiebigeUebnng der exacten Methode in formaler Hinsicht im späteren Jugendalter vor allenandern Naturwissenschaften am Platz, sie übersteigen, in elementarer Weise behandelt,
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