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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Naturwissenschaften.

die der Beobachtung dienenden Objecte überall und in Fülle zugänglich, eS bedarf hier,um sie zu erkennen, keiner Veränderung derselben, als höchstens einer leicht zu bewerk-stelligenden Zerlegung, um das zu sehen, worauf es aukommt, während man denMineralien nicht immer so ohne weiteres ansehen kann, was sie sind, auch eine Zergliede-rung hier nickt anwendbar ist, vielmehr die Bestandtheile in andere chemische Verbin-dungen gebracht werden müßen, um sicher zu ermitteln, welches dieselben sind- Für-Pflanzen und besonders Thiere bringt der Knabe Interesse mit in die Schule, voraus-gesetzt wird nichts als sein für dieselben offenes Auge. Die genaue Beobachtung vondem, was sich am Pflanzen- oder Thierkörper findet, und das Wiedergeben des Ge-fundenen durch die Beschreibung, die Vergleichung verwandter oder verschiedener Artenunter einander, um das Gemeinsame als höheren Begriff herauszuuehmen, das Ordnender Arten innerhalb der höheren Begriffe, und dieser innerhalb noch höherer, vor allemaber das Bestimmen der Exemplare nach richtigen systematischen Beschreibungen, wobeidie Vergleichung derselben mit dem, was sich von ihren Merkmalen darin verzeichnetfindet, nicht bloß zum gründlichen Beobachten nöthigt, sondern ebenso nicht ohne Ur-theilen und Schließen vollzogen werden kann, sind Uebnngen, die gewiß zur Schärfe inbeidem gewöhnen, und jedenfalls eine treffliche Vorschule für das wichtigere Studiumder physikalischen Wissenschaften bilden. Dazu kommt noch, daß beide Fächer in diefreie Natur führen, zur Beobachtung der Thiere und Pflanzen im Leben veranlassen,und dadurch eine Welt dem jugendlichen Geist erschließen, die ihm eine reiche Fülleinteressanter Wahrheiten darbietet. Und auch sein so erworbenes Wissen, wenn er langegenug mit diesen Gebieten beschäftigt worden ist, um heimisch darin zu werden, wirdihm eine wichtige Grundlage für weitere botanische oder zoologische Studien sein, undum so mehr, als gerade für eine so ins Einzelne gehende Beschäftigung mit derspeeiellen Zoologie und namentlich mit der speciellen Botanik, soweit sie sich auf diehöheren Pflanzen bezieht, sich später nur schwer die Zeit und Neigung finden wird.Die allgemeineren Partien beider Fächer, wie die Anatomie und Physiologie, werdennatürlich nicht ein Unterrichtsgegenstand dieses Jugendalters und nur das aus ihnen,was zur Erklärung unumgänglich nothwendiglst, so in der Zoologie, wo schon die Clas-sification auf Verschiedenheiten im inneren Ban beruht, wird zum Verständnis zu bringensein; auch werden die schwierigeren speciellen Theile, wie in der Botanik die gefäßlosenKryptogamen, von einer eingehenden Behandlung in der angegebenen methodischenWeise ausgeschlossen bleiben müßen. Daß aber ein solcher Unterricht in der speciellenBotanik und Zoologie in dem früheren Jugendalter durchaus nicht fehlen darf, folgtdaraus, daß kein anderer in irgend einem naturwissenschaftlichen Fach für dieses Alterzur Bildung des Beobachtungsvermögens mit vollem Erfolg geeignet ist und ohne ihndas letztere ohne Uebung bleiben würde, ein Mangel, der in der späteren Jugendzeitnur schwer sich würde ersetzen lassen. Dagegen werden beide Fächer, wenn sie aufdieser Altersstufe in richtiger Weise und gründlich genug gelehrt worden sind, in denspäter» Jugendjahren (vom 14. oder 15. bis 18. oder 19. Lebensjahr) einer Fortsetzungin den genannten Partien nicht bedürfen (s. Art. Naturgesch. S. 109), wogegen hier dieschwierigeren und allgemeineren Theile derselben, wenn Zeit und Bedürfnis dazu da seinsollte, einen in sie einführenden Unterricht ganz gut vertragen. Den formalen Zweckenallein würde auch schon eine der beiden Wissenschaften genügen, und als die geeignetste würdein dem Fall die Botanik anzusehen sein, da hier die Objecte am zugänglichsten und amleichtesten zu behandeln sind, das Gebiet der höheren Pflanzen ein beschränkteres ist undviel leichter die erfolgreichste Methode, das Kennenlernen der Pflanzen durch eigenesBestimmen derselben auszuführen ist. (lieber den Werth der Methode des eigenenBestimmens s. Art.Naturgeschichte" S. 104 f.). Deshalb sprechen sich auch die

kurz erwähnt und auf die Ausführungen in jenem Artikel verwiesen werden,lieber Botanik s. S. 101tiv, über Zoologie S. 110115.