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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Naturwissenschaften-

anderen Seite von selbst versteht, daß diese geeigneten Partien nicht oberflächlich oderaphoristisch, sondern mit aller eingehenden Gründlichkeit, wenn der Erfolg der rechtesein soll, zn behandeln sind, und daß insbesondere die Wissenschaft nicht aus sogenanntenmethodischen Rücksichten künstlich zurechtgeschnitten werden darf In dieser Weise, dieman eine propädeutische nennen könnte, beschränkt, wird ihnen auch auf dem Gymnasiumder nöthige Raum am wenigsten vorcnthalten werden.

2. Es ist überall von der Natur selbst, von den Objecten und Erscheinungen, wie-sie sich von selbst ergeben oder durch das Experiment veranlaßt werden, auszngehen;in ähnlicher Weise, wie die Wissenschaft selbst vom Einzelnen beginnend ihren Inhaltgewinnt, müssen Beobachtung und Jnduction, nicht historische Belehrung und Büchcr-studium, auch dem jugendlichen Geist die Quelle seiner naturwissenschaftlichen Erkennt-nisse sein. Auf solche Weise allein werden die intellektuellen Thätigkeiten, um derenBildung es sich handelt, auch wirklich geübt und eine brauchbare Grundlage für dasStudium der Wissenschaft selbst geschaffen.

3. Soweit es angeht, ist stets auf Selbstthätigkeit hinznlenken. Wahrheiten, durcheigene geistige Arbeit gewonnen, sind weit mehr eine Sache der Ueberzeugung als mit-getheilte Lehren, und wurzeln fester in dem Boden, aus dem sie entsprossen, auch istdie eigene Thätigkeit mehr nach dem Sinn der Jugend als receptives Verhalten. DerLehrer darf deßhalb nicht für den Schüler beobachten und aus der Beobachtung stattseiner Schlüsse ziehen, er muß sich darauf beschränken, die rechte Anleitung zu geben,und was danach geschieht, zn überwachen und wenn nöthig, zu berichtigen. Nur dieHeranbildung der eigenen forschenden Thätigkeit kann zur exacten Methode erziehenund das Vertrauen auf die Zuverlässigkeit derselben erzeugen.

4. Es muß die ausreichende Zeit verwendet werden, um alle Erkenntnis-operationen mit Gründlichkeit vollziehen, bei dem Einzelnen genügend verweilen undin dem Ganzen heimisch werden zu können, doch ohne die Breite der Behandlung,die ein frisches Voranschreiten hemmt und statt anzuregen langweilt. Das wohlDurchgearbeitete allein ist hier von Werth, ein flüchtiges Durcheilen der Gebiete wirdweder sichere Kenntnisse noch namentlich die Uebung der Methode schaffen. Deswegenist, wenn die zugemessene Zeit nicht reicht, eine Beschränkung der zu lehrenden Fächerund der ausznwählenden Theile derselben einem übereilenden und dadurch ungründ-lichen Verfahren vorzuziehen. Die Festigkeit der zn erzielenden Grundlage ist wichtigerals die Breite derselben.

Welche bestimmten Zweige der Naturwissenschaften aber auf den ver-schiedenen Schulen in den verschiedenen Jahrescursen zu lehren sind, dennkeine wird sie wohl alle umfassen wollen, hängt erstlich ab von dem Werthe und derspeciellen Bedeutung der einzelnen für die humane Bildung und für die Vorbereitungzum weitern wissenschaftlichen Studium, sodann von der jeweiligen Reife der Schülerfür einen erfolgreichen Betrieb derselben und endlich von der Aufgabe, die die Schulenzu lösen und von der Kraft und Zeit, die sie ans diese Fächer zu verwenden haben.Durch letztere beiden Rücksichten wird dann auch die besondere Lehrmethode der einzelnenFächer so wesentlich mitbcstimmt, daß sie nur mit Beachtung derselben sestgestellt wer-den kann.

Das gcsammte Gebiet der Naturwissenschaften läßt sich nach seinerdermaligen Gestaltung in zwei große ALtheilungen zerfallen. In die eine gehören dieZweige, welche sich mit den Eigenschaften besonderer Kategorien von Naturkörpern be-schäftigen, sie heißen deshalb die besonderen oder auch die beschreibenden. Dieandere Abtheilung umfaßt diejenigen, welche Hergänge untersuchen, die entweder in derganzen Körperwelt oder doch in einem großen Theil derselben Vorkommen, ohne an be-stimmte Kategorien von Körpern gebunden zu sein, und welche die diesen Hergängenzu Grunde liegenden Gesetze und Kräfte ermitteln, dies sind die allgemeinen oderphysikalischen, anch wohl die erklärenden genannt. Zn den Lesondern Natur-