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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Naturwissenschaften.

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als sie scheint. So schwindet auch das letzte schwerste Bedenken gegen die Zulassungnaturwissenschaftlicher Fächer auf den humanistischen Gymnasien vor der Nothwendig-keit, diejenigen Seiten der intellectuellen Thätigkeit des Geistes nicht ohne Cnltnr zulassen, die sie allein zu bilden vermögen, und vor der Möglichkeit, mit nur geringemMaß von Kraft und Zeit dies Ziel zu erreichen.

Ein viel Weiteres Terrain eröffnet sich den Naturwissenschaften auf den Real-gymnasien und höheren Realschulen, soweit die letzteren bestimmt sind, zumwissenschaftlichen Studium der technischen Fächer die Vorbildung zu geben; hier fälltdie Rücksicht weg auf einen ausgedehnten Betrieb der altclassischen Studien, wie erzur Sicherung des rechten Erfolgs auf den humanistischen Gymnasien nicht zu umgehenist. Denn was die lateinische Sprache hier zu praktischem Zweck getrieben an Zeitverlangt, ist so hoch nicht anzuschlagen, auch schweigen hier die Einwendungen gegendiese Wissenschaften, sowohl die in der Furcht vor Beeinträchtigung der übrigen Lehr-fächer begründeten, als die ans ihrer Eigenthümlichkeit entnommenen; man ist vielmehrvon manchen Seiten wenigstens sehr gern bereit, auf die ohnehin dem Materialis-mus geweihten Lehranstalten die materialistischen Fächer in vollem Maße abznladen,um nur die humanistischen Gymnasien davon rein zu erhalten. Nicht bloß für das,was zur formalen und allgemeinen Menschenbildung gerade nöthig ist, bleibt hier dieZeit, es lassen sich für diesen Zweck noch weitere Partien zu weiterem Erfolg betreibenund selbst bis über die Grenzen der eigentlichen Schulbildung hinaus ins wissenschaft-liche Fachstudium hinüberführen. Auch die niederen Realschulen und höherenBürgerschulen fordern ihrem Zweck und gestatten ihrer Einrichtung gemäß eineweitere Ausdehnung der naturwissenschaftlichen Fächer, so weit das Alter und diedadurch bedingte Geistesreife ihrer Schüler hier nicht eine Grenze setzt, und werdendiese Fächer hier neben den besonderen Vorbereitungszielen der Aufgabe der allgemeinenBildung gleichfalls zu dienen nicht verfehlen.

Der hohe Werth, den die Naturwissenschaften als Bildungsmittel des jugendlichenGeistes haben, wird aber überall und ganz besonders da, wo ihnen wenig Raumverstattet ist, sich nicht bewähren, wenn nicht die rechte Weise der Behandlung der-selben eingehalten wird, und namentlich für die formale Geistesbildung ist dies diewichtigste Bedingung eines vollständigen Erfolgs. Es hat zwar jede Wissenschaft jenach der Art der einzelnen ihre eigene Lehrmethode, und selbst nicht alle naturwissen-schaftlichen Branchen können ganz in derselben Weise gelehrt werden, aber gewisse all-gemeine Grundsätze lassen sich doch für ihre Behandlung aufstellen, die theils aus ihrerEigenthümlichkeit folgen, theils und besonders durch die bestimmten Bildungszwecke,die durch sie erreicht werden sollen, gegeben sind. Als solche allgemein gültigenGrundsätze für den Jugendunterricht in den Naturwissenschaften sinddie folgenden anzuführen:

1. Die Naturwissenschaften werden ans den der Jugendbildung gewidmeten Schulennicht um ihrer selbst willen gelehrt, sie dienen hier nur als Mittel zur Erziehung desGeistes im allgemeinen und zur Vorbildung desselben für spätere eigentlich wissen-schaftliche Studien. Es folgt hieraus, daß weder eine alle Zweige umfassende ench-klopädische Behandlung derselben, auch wenn sie möglich wäre, nöthig ist, noch auchdie einzelnen ausgewählten Fächer nach allen Seiten hin erschöpfend zu lehren sind,und daß gerade die Partien derselben, die einestheils eine dem jeweiligen Jugendalterentsprechende Behandlung vertragen, anderntheils zur Erreichung der genannten formalenund Vorbildungszwecke sich besonders eignen, den Vorzug verdienen, wie sich auf der

*) Zn Wirklichkeit gestaltet sich die Sache in der Regel in viel ungefährlicherer Weise. Dergute Genius, dem man nachrnhmt, daß er der Jugend in Gefahren schützend zur Seite stehe,pflegt sic auch hier vor Schaden zu bewahren und läßt sie das «pav in ausreichender

Weise anwenden.