Naturwissenschaften.
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ist ein solches nicht nöthig, da ohnehin keine Bildung in der Jugend vollendet wird,die einzelnen Fächer können noch nicht in voller Wissenschaftlichkeit betrieben werden,der Unterricht muß vielmehr überall einen mehr verbildenden Charakter tragen; wasden wichtigsten Zweck der Naturwissenschaften auf Gymnasien, die Ausbildung desBeobachtungsvermögeus und die Uebung der exacten Methode anbelangt, so brauchenbeide nicht an allem vorgenommen zu werden, es reicht weniges, gründlich bearbeitet,hierzu aus, und zu der Vorbildung für späteres Studium endlich sind gerade nur ge-wisse Zweige, die die Grundlage aller bilden, so recht geeignet. Dies alles deutetdarauf hin, daß für einen der Gymnasialaufgabe entsprechenden naturwissenschaftlichenUnterricht verhältnismäßig nur sehr wenig Zeit und Kraft erfordert wird und daß diezwei wöchentlichen Stunden, die ihm an einem Theil der Gymnasien bereits gewidmetsind, bei richtiger Verwendung während eines neunjährigen Lehrcnrsus ganz oder dochbeinahe genügen werden, um die gewünschten Ziele zu erreichen.^) So viel, alsnöthig ist, den Sinn für die Natur und ihre Wissenschaft zu weckenund zu erhalten, die Beobachtung als wesentliche Seite der Erken ntnis-thätigkeit mit Erfolg methodisch aus zu bilden und in die exacteMethodean Dingen der Natur einzuführen und an sie zu gewöhnen, müßen jeden-falls als Minimum von den Naturwissenschaften auch die humanistischenGymnasien aufnehmen und wenn dazu, um Ueberbürdung zu vermeiden, eineBeschränkung anderer Fächer nothwendig werden sollte, muß sie, ohne die altclassischenStudien zu berühren, an den wenigst wichtigen je nach der verschiedenen Ausstattungder Gymnasien eintreten. Das Wünschenswerthe muß hier dem Nothwendigen weichen,wenn die Gymnasien ihrem Doppelzweck als humanistische Bildungsanstalten wie alsVorbereitungsschulen für das akademische Fachstudium entsprechen sollen. Als solchewenigst wichtige Fächer sind diejenigen anzusehen, welche ähnliche formale Bildungs-zweckc, wie die altclassischen Studien haben und deshalb eher neben ihnen entbehrtwerden können, sowie die, welche eine besondere schulmäßige Einführung des Schülersdurch den Lehrer nicht erfordern, und die daher der durch andere ähnliche Fächer Vor-bereitete bei zugänglichen Hülfsmittelu für sich, und wenn dazu auf der Schule dieZeit nicht reicht, doch später leicht studircn kann. So wird gewiß, wer durch dietreffliche Schule der altclassischen Studien hindurchgegangen, keine Schwierigkeit darinfinden, sich auch ohne Lehrer mit den früheren Entwickelungsphasen unserer Mutter-sprache und Nationalliteratur bekannt zu machen, und selbst die mittlere und neuereGeschichte wird, wer durch die griechische und römische gehörig vorgcbildet ist, auchohne Schulunterricht studiren können. Ganz anders ist es mit den naturwissenschaft-lichen Fächern, sie werden nicht ersetzt durch andere in dem, was sie für die formaleBildung leisten, auch nicht durch die Mathematik, und auch kein anderes kann dieschulmäßige Einführung durch den Lehrer für sie entbehrlich machen, da sie nach ihremInhalt wie hinsichtlich der Erkenntnisweise, durch welche derselbe gewonnen wird, soganz verschieden von allen übrigen sind. Was aber nöthig ist zu der Verwirklichungder Zwecke, die sie für die Ausbildung der Erkenntnisthätigkeiten haben, das reicht beirichtiger Wahl auch aus, eine materiale Wisscnsgrundlage zu geben, auf welcher mitSicherheit weiter fortgebaut werden kann. Es läßt sich hier mit wenigem sehr vieles
*) Eine genau motivirte Nachweisung der einzelnen Zweige der Naturwissenschaften undderjenigen Partien dieser Zweige, welche sich für den Gyinuasialunterricht vor andern eignen,sowie der Zeit, welche die richtige zweckentsprechende Behandlung derselben erfordert, kann erstnach der Prüfung der sämmtlichen naturwissenschaftlichen Fächer auf ihren Bilduugswerth ge-geben werden.
**) Dies ist nicht so gemeint, als sollte der Geschichtsunterricht durch den naturwissen-schaftlichen aus den Gymnasien verdrängt werden, es handelt sich vielmehr nur darum, diegrößere Unentbehrlichkeit des letzteren sogar dem elfteren gegenüber nachzuweisen. Wenn Maßgehalten wird, haben beide Naum, so viel als nöthig ist, auf den Gymnasien.