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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Naturwissenschaften.

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ken. Vor allem aber dürfen die altclassischen Studien nicht weiter beschränkt werden,wenn sie wirklich den Einfluß auf die Bildung deö jugendlichen Geistes haben sollen, denman von ihnen aus rationellen Gründen und nach langer Erfahrung erwarten kann,

Daher denn auch das Streben, die Naturwissenschaften der eigenen Thätigkeit derSchüler zu überlassen oder ihnen durch eine gelegentliche Behandlung bei anderen Fächern eineScheinexisteuz einznränmen, wie es sich bei den Vertheidigern der einfacheren Gymnasiallehrplänemitunter zeigt. Wenn ein hervorragender Humanist ss. Döderlein, 'Reden und Aufsätze. 1843S. 24S) eineneigenen Segen in der öffentlichen Vernachlässigung der Naturgeschichte" findet,indem man sie wild wachsen ließ", so ist dagegen zu bemerken, daß sie in den allermeistenFällen gar nicht wachsen würde, und wenn sie wachsen sollte, die Gefahr da wäre, daß ihr Wachs-lhum nicht das rechte wäre, oder daß sie auf Kosten anderer Thätigkeit überwuchern würde.Viel besser ist es, wenn die Schule sich ihrer annimmt, allerdings nicht dadurch, daßdie Klassender Sphinge und Phalanen vom Lehrer ebenso, wie die griechischen Paradigmen vorgehaltenund eingeprägt werden", sondern so, daß sie die Schüler zur richtigen allseitigen Pflege derselbenanleitet, wodurch ihnen gewiß dieLust und Freude" an der Natur in nicht minderem Gradzu Tbeil wird und die Beobachtungsgabe zu viel helleremErwachen" kommt. Und wenn vonanderer Seite vorgeschlagen wird, die Naturgeschichte so zu treiben, daß bei dem Unterricht inder Geographie die Felsarten, welche die zur Sprache kommenden Gebirge bilden, und die für diebehandelten Länder oder Zonen charakteristischen Thiere und Pflanzen vorgezeigt und erklärt oder garPhysik und Chemie gelegentlich der Industrie der Völker behandelt würden (ähnlich Th an low,Gymnasialpädagogik. 1858 S. 106 ff.), so werden diese Einzcldemonstrationen entweder ohne allenGewinn für Wissen und Erziehung der Beobachtungsgabe vorübergehen, oder wenn ein solchererlangt werden sollte, durch weiteres Eingehen ein unausstehlicher Hemmschuh für den geogra-phischen Unterricht selbst sein. Das Complicirte ans Einfacheres znrückznführen, nicht durch Zu-sammenfügnng heterogener Dinge Complicirtes künstlich zu schaffen, ist die Aufgabe einer gesundenDidaktik. Recht zweckmäßig ist es allerdings, ans solche Illustrationen beim geographischen Unter-richt einzngehen, wenn der Schüler die betreffenden Gegenstände bereits in ihrem Zusammenhangkennen gelernt bat. Oder wenn, um einen experimentalen Lnrsns der Physik zu sparen, einenges Anschließen dieser Wissenschaft an die Mathematik empfohlen wird, so kann dies nicht aus-reichen zur Erlangung der rechten physikalischen Bildung und der Vortheile, die sie bietet.Zwar geben Die physikalischen Wissenschaften vortreffliches Material zu mathematischen Aufgaben,jedoch erst dann, wenn die betreffenden Pnncte von physikalischer Seite richtig erkannt sind.Es können selbst Erweiterungen und Anwendungen der Lehren, welche der physikalische Unterrichtgegeben, gelegentlich der mathematischen Aufgaben recht wohl stattfindcn, doch auch nur dann,wann das, was durch sie erweitert oder angewandt wird, vorher in seinem Zusammenhangbegriffen worden ist.

") Die altclassischen Studien müßen, wenn der ganze gewaltige Einfluß, den sie ans dieBildung des menschlichen Geistes ansznüben vermögen, zur vollen Wirksamkeit gelangen soll, inviel ausgedehnterer Weise betrieben werden, als irgend ein anderes der Gymnasialbildung die-nendes Fach. Es ist nicht genug, daß in den unteren Llassen durch das Erlernen der gramma-tischen Formen das Gedächtnis geübt und in den mittleren durch die Interpretation der Schrift-steller der Verstand, durch das Ausstichen der etwa möglichen Erklärungen der Scharfsinn, durchdie Wahl der richtigen das Urtheil gebildet werde; es muß in den Oberclassen durch die Autorenhindurch zur Anschauung der antiken Welt gelangt werden. Es erschließt sich hierdurch demjugendlichen Geist ein in seiner Art sehr vollendetes und dabei durch seine großartige Einfachheithöchst anziehendes und leicht faßliches Bild des Menschenlebens, er tritt durch das Studium deralten Autoren in der Ursprache so nahe als irgend möglich an die antike Welt heran, dieSchwierigkeit des fremden Sprachidioms dient ihm, seine Kraft zur Erkenntnis ihrer Verhältnissezu stählen, er stndirt hier ein Stück Geschichte aus den Quellen und lernt dadurch an einfachenFällen die Gesetze der historischen Forschung, in der das Zeugnis, im Gegensätze der eigenenBeobachtung in den Naturwissenschaften, die erste Grundlage der Erkenntnis bildet, kennen, wozuihm der Geschichtsunterricht, der auch ganz andere Zwecke verfolgt, in der Regel die Gelegenheitnicht bietet. Zu allem dem, was das altclassische Studium der Erkenntnissphäre des Geistesbietet, tritt noch hinzu die Meisterschaft der alten Autoren im Gebrauch der an sich schon sovollendeten alten Sprachen. Sie sind ihm dadurch Muster für die Bildung der Rede, sielehren ihn die eigens Sprache in vollkommenerer Weise zu gebrauchen und dienen so als