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Naturwissenschaften.
sichtspunct ans erhoben werden, und zwar gerade da, wo es sich um ihre Einführunain Schulen handelt, die längst der Hauptsache nach ein bestimmtes im Lauf der Zeitenheransgebildetes Gepräge haben, an dem sich ohne Nachtheil nicht viel ändern läßt.Als solche Schulen stehen die Gymnasien da und ihrem Schutz zunächst gelten dieGründe, welche gegen die Naturwissenschaften als anderes wichtigere beeinträchtigendeLehrfächer gerichtet sind. Es hängt daher die Entscheidung hier nicht bloß von demWerth der genannten Fächer, sondern mehr noch und vorzugsweise von der Frage ab,ob diese Schulen wirklich durch die Aufnahme derselben unter ihre Bildnngsmittel eineWesentliche Einbuße nach anderen Seiten hin erleiden, es muß hier Vortheil gegen Vor-theil abgewogen werden, und es wird sich insbesondere die Ausdehnung, in welchernaturwissenschaftlicher Unterricht zuzulassen sei, hiernach mit zu bemessen haben. Bielleichter erledigt sich die Sache bei allen übrigen für die Jugendbildung bestimmten An-stalten, da hier mehr Raum für weitere Fächer vorhanden ist, und meist ihr Zweckgerade auf die Naturwissenschaften hinweist.
Die ersten Anfänge der Schulen, die wir Gymnasien nennen, und die auch jetztnoch für wissenschaftliche BernfSzweige vorbilden, dabei aber auch die allgemeine humaneBildung als weitern Zweck in vorwiegender Weise verfolgen, fallen in eine Zeit, wodie römischen und griechischen Autoren die alleinige Quelle fast aller Wissenschaftenwaren, und ihre Gründer thaten wohl daran, dieselben zu benutzen, da sie hinsichtlichdes Inhalts nichts besseres hatten und die Darstellung derselben den Charakter einerunübertroffenen Meistersckyrft trug, auch die nothwendige Erlernung der beiden altenSprachen kein Hindernis bieten konnte, da sie an sich schon durch die ihnen eigenthüm-liche Vollkommenheit des Smdiums Werth erscheinen mußten und die eine derselben ohne-hin das Mittel des wissenschaftlichen Verkehrs in jener Zeit abgab. Diese beiden Sprachenund ihre Literaturen sind bis auf den heutigen Tag Hauptgcgenstand des Gymnasial-unterrichts geblieben, wiewohl sie je nach der verschiedenen geistigen Richtung derZeit nicht immer ganz denselben Zwecken gedient und danach auch verschiedene Behand-lung erfahren haben. Es haben sich ihnen aber im Gegensatz zur alten Einfachheit eineReihe weiterer Fächer zugcsellt, es machten, als die modernen Wissenschaften sich immerselbständiger entwickelten, einerseits die ethisch-historischen, Geschichte, Geographie undwenigstens einleitungsweise Philosophie, andererseits die exacten, die Mathematik undauch wohl einzelne Zweige der Naturwissenschaften ihre Ansprüche als eigeneFächer auf eine selbständigere Stellung geltend und erhielten sie theilweise eingeräumt.Dabei gewann die Beschäftigung mit der deutschen Sprache und Literatur in dem GradePlatz, daß auch die früheren Entwicklungsphasen Leider in manchen deutschen Staatenals UnterrichtSgegeustünde anerkannt sind. Auch den neueren Sprachen zweier Nach-barvölker verschaffte das praktische Bedürfnis eine größere Berücksichtigung. Ja, esgiebt fast kein Moment der Bildung, das man nicht gern an den Gymnasien als denersten aller Bildungsschulen zum Besten ihrer Schüler wirksam gesehen hätte. Tie Folgendieser reichen Ausstattung konnten aber nicht ausbleiben, die Leistungen der Gymna-sien, statt bedeutender zu werden, wollte man vielmehr im Rückgang begriffen sehen,es wurden energische Einsprachen zum Schutz der körperlichen Gesundheit erhoben, durchdie Errichtung von Realgymnasien eine Theilung der Bildungsmittel und dadurch derBildung selbst versucht, sogar auf eine Reform des altclassischen Unterrichts selbst we-nigstens mit in der Absicht, anderen Fächern mehr Raum zu geben, so durch Köchlyund den Dresdener Gymnasialverein, gedrungen, und jetzt ist Concentration dasLosungswort fast aller, denen das Gedeihen der Gymnasien am Herzen liegt.
Unter solchen Umständen ist es allerdings eine sehr bedenkliche Sache, ein weiteresBildungsfach, das in irgend ausgedehnterer Weise Zeit und straft in Anspruch nähme,den schon in allzu reichem Maße vorhandenen hinzuzufügen, und den bereits in Geltungund Wirksamkeit stehenden Bildnngsmitteln, die alle in höherem oder geringerem Gradihre Berechtigung haben, ihre Grenzen enger zu ziehen, ist gleichfalls nicht ohne Beden-