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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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933
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Naturwissenschaften. 933

(S. Näheres hierüber im ArtikelNaturwissenschaftliche Excursionen"

S. 129 ff.)

So groß aber und durch nichts anderes zu ersetzen der Einfluß eines richtigausgeführten Jugenduntcrrichts in geeigneten naturwissenschaftlichen Gebieten für dieErziehung ganzer Menschen ist, so unentbehrlich dieser Unterricht zur Vorbildung fürmanche Berufszweige und so zweckmäßig und fördernd er für alle nach dem Gesagtensich erwiesen, in welchen Schulen er anch betrieben werde, so sind doch manche undzum Theil einer näheren Beleuchtung durchaus nicht unwürdige Gegcngründe gegenseine Zulassung erhoben worden, die mitunter auch noch jetzt als Hindernis fürihn in Geltung stehen, besonders wenn es sich um seine Einführung oder Ausdehnungauf den Gymnasien handelt. Diese Einwürfe gegen die Zweckmäßigkeit naturwissen-schaftlichen Unterrichts und naturwissenschaftlicher Bildung sind theils gegen die Natur-wissenschaften selbst nach Inhalt oder Behandlung gerichtet, indem sie ihnen keine oderzu wenig Bedeutung für die Jugendbildung zuerkennen oder gar einen schädlichen Einflußvon ihnen befürchten, theils entspringen sie der Besorgnis, daß andere wichtigere Lehr-zweige durch sie beeinträchtigt oder zur Seite geschoben werden könnten, oder daß eineUeberfüllung eintreten möchte, wodurch der jugendliche Geist, statt erstarkt, erdrücktwürde. Die ersteren beruhen lediglich auf unzureichender Kenntnis der naturwissen-schaftlichen Fächer und auf einer falschen Vorstellung von der zu ihrem richtigen Be-trieb nothwendigcn Behandlungsweise, und lassen sich deshalb leicht aus dem Wegeräumen, die letzteren dagegen sind viel berechtigter und verdienen deshalb wohl beachtetzu werden; sie widerlegen sich jedoch von selbst, Wenn die Möglichkeit nachgewiesenwird, daß ohne wesentliche Beeinträchtigung anderer eben so notwendiger Fächer inden der Jugendbildung gewidmeten Anstalten anch die geeigneten Zweige der Natur-wissenschaften Platz finden können.

Schon früh, als die Naturwissenschaften, damals noch selbst auf niederer Stufeder Ausbildung stehend, in manchen Schulen einige Berücksichtigung fanden, wurdegeltend gemacht, daß sie an Inhalt und nach der Art, wie sie betrieben wurden, füreigentliche Bildung keinen Werth und nur fürs Leben einigen Vortheil haben könnten,und dieser Vorwurf, damals nicht so ungerecht, wird hin und wieder jetzt noch wieder-holt; doch hat sich mehr und mehr die Einsicht Raum verschafft, daß diese Wissen-schaften jetzt, so viel ihnen auch noch zu thun übrig bleibt, einen Grad der Vollendungerreicht haben, der sie Würdig macht, ein. Glied der Bildungßfächer zu sein, die bestimmtsind, den jugendlichen Geist zu dem zu machen, was er werden soll, und ebendeshalbträgt man jetzt viel mehr Bedenken, so wegwerfend über Fächer zu urtheilen, derengroße Bedeutung erkannt ist und die so viele Freunde und Verehrer sich erworbenhaben. Man schämt sich, sie so ganz zu mißachten, und dennoch sind oft auch dieseEinwendungen nicht ohne allen Grund, sofern zu ihnen die noch gar nicht überall be-seitigte durchaus verkehrte Behandlung die Veranlassung gegeben, durch die die bildend-sten naturwissenschaftlichen Branchen ohne allen Bildungserfolg bleiben. Wenn diebeschreibenden Naturwissenschaften nach Büchern gelehrt werden, anstatt ihre Gegenständein Natur der Beobachtung zu unterziehen, wenn so das Gedächtnis mit Namen belastetwird, ohne daß, was sie bezeichnen, auch gesehen wird, wenn Physik ohne Experimentegelehrt wird und physikalische Apparate etwa nur in Zeichnungen vors Auge kommen,so gewinnt der Geist weder richtige und klare Vorstellungen, noch werden die Erkenntnis-weisen für Dinge der Natur gebildet und höchstens das Gedächtnis erhält eine pein- .volle Hebung. So betrieben, nützen die Naturwissenschaften nichts, sie schaden vielmehr,indem sie früh schon einen Widerwillen gegen die Beschäftigung mit ihnen in die Seelepflanzen, der für ein späteres Studium derselben vollkommen unempfänglich macht.

Dian fürchtet, daß die Naturwissenschaften den jugendlichen Geist zerstreuen möchten,daß durch die vielen Einzelheiten, die ihm die Thier- und Pflanzenwelt vor Augenbringt, und durch die vielen Merkmale, die zur Unterscheidung derselben nöthig