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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Pädagogik.

gliederung des hier zu behandelnden Stoffes. Man könnte geneigt sein im Anschlußan den umfassendsten Gegensatz in der Natur des Objects die ausführende Erziehungzu oberst in die körperliche und die geistige einzutheilen. (Niemeyer.) Allein dasLeibliche fällt nicht um seiner selbst willen in ihr Bereich, sondern nur vermöge seinerBeziehungen zum Geistigen; es liegt dem Pädagogen im wesentlichen nicht näher, alsumgekehrt das geistige Leben des Patienten und Pfleglings dem Arzte. Eben so wenigkönnen wir die Altersstufen des Menschen der Gesammteintheilung zum Grunde legen(F. H. CH. Schwarz). Ein Gesammtbild der Erziehung nach dem Entwicklungsgängedes Menschen mag ansprechend und nützlich sein; aber es könnte erst am Schlüsseaufgestellt werden, da es für sich allein das Einheitliche der Methode zurllcktreten läßtund keinen geeigneten Platz für eine zusammenhängende Behandlung der Hauptfragengewährt; es ist auch wissenschaftlich entbehrlich, insofern bei jeder Hauptfrage doch aufdie Altersstufen, nach Maßgabe der in der Principienlehre gegebenen Begriffe derselben,Rücksicht genommen werden muß. So nehmen wir auch nicht von der Gliederungdes Erziehungszweckes die Eintheilung her; auch hierbei würde sich für das Gemeinsameder Methode kein angemessener Ort ergeben. Selbst die gewöhnliche Unterscheidungvon Erziehung (im engern Sinne) und Unterricht (welche auch bei Niemeyer undSchwarz herrscht, da jene andern Eintheilungsprincipien bei ihnen nur für die Erzie-hung die obersten sind) können wir nicht an die Spitze stellen; denn auch hier ist desGemeinsamen nicht wenig, das die Priorität anspricht. Wir finden in dem Begriffeder Erziehung selbst als einer Thätigkeit die oberste Eintheilung. Da sie nämlich, wieoben gezeigt worden, einerseits eine bestimmte Modalität menschlicher Geselligkeit istund als solche vor allem praktisch begründet werden muß, da sie andererseits als einewerkthätige Function den Zweck der Bildung zu erreichen hat, so ergeben sich ausdiesen wesentlich verschiedenen, wenn schon durchaus in Harmonie stehenden Gesichts-puncten die zwei ersten Glieder der Eintheilung, und wir reden mithin 1. von derErziehung in ihren persönlichen Grundkräften als einem geselligen Ver-hältnisse, 2. von der Erziehung als einer bildenden Werkthätigkeit.Da jedoch die Erziehung zur Erreichung ihres Zweckes einer Mehrzahl wohlgeordnetergesellschaftlicher Einrichtungen bedarf, in welchen sie sich in der Wirklichkeit der Lebensgleichsam anbaue und begründe, Einrichtungen, welche sie theils durch die Natur dermenschlichen Gesellschaft von vornherein gegeben vorsindet, theils kraft der Idee ihresZweckes und der Mannigfaltigkeit desselben fordert und hervorruft, so kommt hinzu3. die Lehre von den Erziehungskreisen, welche zugleich die Lehre von den Modalitätender Erziehung ist. Denn diese werden theils durch die natürlichen Grenzen der Familieals Erziehungskreises und ihrer Ergänzung, der Schule, theils durch dieselben Stufen,Arten und Voraussetzungen menschlicher Bildung bedingt, durch welche die verschiedenenSchulen und Anstalten hervorgerufen werden. Wir haben nun die Gliederung einesjeden dieser drei Haupttheile in Kürze anzugeben.

1. Die Erziehung in ihren persönlichen Grundkräften als ein ge-selliges Verhältnis. Jede persönliche Einwirkung des einen auf die andern setztein Verhältnis der Ueber- und Unterordnung voraus, soweit wenigstens als eingewirktwird. Dies ist eigentlich ein identischer Satz; denn indem wir bestimmen, werden wireben der Ausgangs- und Mittelpunct für den, welcher sich durch unS bestimmen läßt,d. i. wir treten in ein übergeordnetes Verhältnis. Dies findet überall statt, wo Ein-wirkung ist, auch unter Erwachsenen und selbst unter solchen, welche im ganzen alscoordinirt betrachtet werden müßen, nur daß hier keine gänzliche und unbedingte, sonderneine theilweise und gegenseitige, nach Zeit und Umständen abwechselnde Ueber- undUnterordnung ist. Denn indem wir durch Rath und höhere Einsicht leiten, durch Zu-spruch und Trost ermuthigen und stärken, ja selbst durch Bitten bewegen, so üben wirdamit eine theilweise Ueberordnung. In einigen Verhältnissen des Lebens gestaltet sichdiese zu einer wenigstens in Bezug auf gewiße Zwecke unbeschränkten und für die