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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Pädagogik.

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Gottes überhaupt untrennbar. Irren wir nicht, so ist dies die Idee der speculativenTheologie, wie sie allerdings auch früher schon in geistvollen Bearbeitungen des theo-logischen Systems niitwirkte, aber erst seit Schleiermacher zu einem deutlich bewußtenZwecke wissenschaftlicher Bestrebung geworden ist. Insofern wir nun voraussetzendürfen, daß hierbei ein eigentliches Erkennen gemeint ist und nicht bloß ein lebendigesund wirksames, aber dunkeles Gefühl, welches uns anleite, gegebene Vorstellungenentweder zu bejahen oder zu verneinen, ferner, daß es mit der Selbständigkeit undInnerlichkeit dieser Erkenntnis völliger Ernst ist, so müßen wir urtheilen, daß eineso begründete und ausgeführte Wissenschaft nichts anderes, als synthetische oder deduc-tive Philosophie sei. Denn auch der Philosoph macht nicht seine Erkenntnis, sondernschöpft und empfängt sie aus dem ewigen und lebendigen Quell aller Wahrheit,welcher die Wahrheit selbst ist; auch für ihn ist der Geist der Wahrheit die Quelleseiner Einsicht und Ueberzeugung. Nicht auf dem Grunde abstracter Denkgesetze allein,noch durch Begriffe, die er nur der gegebenen Wirklichkeit durch Vergleichung undVerallgemeinerung abgewonnen, kann er sein Gebäude errichten. Auch maßt er sichnicht an, die höchste Wahrheit beweisen zu wollen, wohl wissend, daß sie selbst derletzte Grund alles streng wissenschaftlichen Beweises ist. Und wenn er auch von sichselber und den ihm inwohncnden Vorstellungen ausgeht, um durch Selbstbesinnungauf analytischem Wege zu dem klaren Bewußtsein der höchsten Wahrheit zu gelangen,aus der des Menschen ganzes Wesen und Denken schöpferisch erwachsen ist, und derspeculative Theolog dagegen unmittelbar vom Gottesbewußtsein auszugehen meint, soist doch dies mehr ein scheinbarer als ein wirklicher Unterschied. Denn auch der Letz-tere, wenn sein höchster Gedanke und Glaube nicht ein bloßes durch die Anschauungdes höchsten concreten Seelenlebens gewecktes Gefühl, oder eine unklare, der Entwick-lung unfähige Vorstellung bleiben soll, muß auf die innere Gedankenwelt, die imMenschen liegt, sich besinnen und selbstbewußt sich in sie vertiefen, d. i. er muß ana-lytisch philosophiren. Auch hier auf dem wissenschaftlichen Gebiete hat der Mensch inseiner Entwicklung von unten, von sich selbst und seinem thatsächlichen Innern, vonder begrenzten und bestimmten Wahrheit, die ihm zunächst gegeben ist, auszugehen, umsichern Schrittes zu der unendlichen und alles bestimmenden höchsten Wahrheit, zumBewußtsein Gottes zu gelangen; gleichwie auf dem praktischen, in Uebereinstimmungund Wechselwirkung damit, die Entwicklung des höhern ethischen Lebens der reinenGottesliebe nach Erfahrung und Evangelium von der Buße, d. i. von der Erneuerungdes richtigen Wollens unv Thuns in der besondern Lage und in dem bestimmten Falleder Pflicht auf Grund des Gewissens und sittlichen Gefühls ausgeht. Wenn end-lich behauptet wird, daß die Theologie doch die Anregung und Belebung der geschicht-lichen Offenbarung voraushabe, so ist auch dies mir Schein; denn diese pädagogischeAnregung und Belebung hat auch der Philosoph, und es liegt durchaus nicht in demBegriffe seines Berufes, sie zu verschmähen, sobald ihm nur nicht zugemuthet wird,die Anschauungen und Lehren der Bibel ohne weiteres bloß auf das persönliche undgeschichtliche Zeugnis hin in den Kreis seiner Wissenschaft aufzunchmen; und verschmähter sie (ganz kann er es nicht, wenn er anders christlich erzogen worden), so beraubter sich dadurch einer wesentlichen Förderung seines Gedankcnlebens.

Nach dem Gesagten, um nun auf unsre Frage zurückzukommen, müßen wirurtheilen, daß die Pädagogik sammt ihren Hülfswissenschaften, so weit sie speculativsein kann und nicht ans bloße Erfahrungsresultate sich zu beschränken hat, wie diesnamentlich auf dem anthropologischen Felde nach dem heutigen Stande der Natur-wissenschaft der Fall ist, als eine philosophische Wissenschaft anzusehen sei. Dennauch eine speculativ-theologische Behandlung derselben, sobald die oben aufgestelltenVoraussetzungen von der freien Innerlichkeit und Selbstbewährung des Gedankenkreiseseinträfen, müßten wir für eine philosophische halten. Bearbeitungen der Pädagogikaber, welche auf Grund einer bloß historischen und einzig auf die Auctorität der Bibel