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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Pädagogik.

unberührt; denn weder Philosophie noch Theologie, sofern sie Anspruch auf die Päda-gogik machen, können derselben entbehren; es fragt sich aber, ob die Principien, aufwelchen sie als Wissenschaft beruht, der theologischen oder der philosophischen Forschungangehören. Bei dieser durch die wissenschaftliche Bewegung der neuesten Zeit unsaufgedrängten Frage handelt es sich eigentlich um das Verhältnis von Philosophie undTheologie. Tie erstere, wie ihre Ausführung auch gelingen mochte, hat von jeherden Anspruch gemacht, der ihr auch von keiner Seite bestritten wurde, eine Erfassungder ewigen, principiellen und allgemeinen Wahrheit, der Begriffe und Ideen und ihresinnern Zusammenhanges zu sein im Gegensatz zu dem abhängigen Leben und der eng-begrenzten Gestalt, welche das Sein der Dinge in der Wirklichkeit des zeitlichenLebens gewinnt, d. i. zu dem geschichtlichen Dasein als solchem. Und zwar hat siedieses Ewige und Allgemeine an sich selbst und in seiner eigenen ewigen Begründungzu erfassen gesucht in Unabhängigkeit von jedem bloß historischen Zeugnis. Mit ihrtraf die Theologie im Gegenstände und Ziel zusammen, ihre Aufgabe war, das Einehöchste ewige Wesen und sein Verhältnis zur Welt zu erkennen, und zwar geschahdies in Verbindung mit der historischen Wahrheit des erschienenen Christus und desChristenthums, zu welcher freilich die Philosophie als solche nicht gelangen konnte.Aber nicht allein in dieser historischen Forschung, sondern auch in ihren Lehren derewigen Wahrheit gründete sich die Theologie auf die Ueberlieferung aus jener Zeit,in welcher diese Wahrheit durch eine ungewöhnliche, höhere Belebung der Geister,durch eine göttliche Offenbarung, wenn nicht in vollständiger Entwicklung, doch imPrincip, und zwar in concretcr und praktischer Weise, d. i. zugleich mit ihrer ge-sammten Kraft im Gemüth und Herzen gewißen Menschen zu theil geworden war.Die christliche Offenbarungszeit und die heilige Nrkundcnsammlung, in welcher dieKräfte und Schätze derselben uns wie in einem lebendigen Spiegel überliefert wordensind, das war ihre Quelle. Sie war demnach eine historische Wissenschaft und bliebes im Grunde selbst da, wo sie ein System allgemeiner und ewiger Wahrheit aus denElementen jener Ueberlieferung znsammcnbaute. Denn das Vertrauen auf die gött-liche Begabung und Erleuchtung jener Personen, vor allen Jesu selbst, ließ die vondenselben ausgesprochenen ewigen Gedanken für wahr halten.Er hat's gesagt", wardie letzte Grundlage jedes eigentlich theologischen Beweises. - Dieser Ansicht hat sichnun aber in neuerer Zeit eine andere, wesentlich verschiedene gegenübergestellt, wonachneben der historischen Theologie und in Anknüpfung an dieselbe eine speculativeals strengwissenschaftliche Nebenbuhlerin der Philosophie für möglich gehalten wirdund in der That in nicht unbedeutenden Versuchen erstrebt worden ist. Diese machtden Anspruch, eine freie wissenschaftliche Bearbeitung des christlichen Gottesbewußtseinszu sein, wie dasselbe freilich aus Anregung des Bibelstudiums, übrigens aber alseigene lebendige Erfahrung im Innern der Menschen (als Erkenntniscrfahrung, nichtErfahrungserkenntnis) zustande kommt, durch eine Erneuerung und Wiederholung der-selben Offenbarung des höheren Vernnnftlebens, welche in Christo und den Apostelngegeben ist. Das Bibelstudium ist nach dieser Ansicht nicht die unmittelbare Quelleder Wahrheit und Wissenschaft, sondern nur diejenige Berührung des menschlichenGeistes mit dem dort ausgesprochenen und als Thatsache überlieferten Leben, wodurchdasselbe in dem empfänglichen Geiste entzündet wird und als selbsterlebtes fortwirkt;und wenn hierbei noch von einem Zeugnis die Nede sein kann, so ist es das Zeugnisdes hl. Geistes, d. i. die Selbstbewährung der lebensvollen Wahrheit selbst. JenesLeben ist freilich nicht bloß Erkenntnis, sondern zugleich Gefühl, Gesinnung und Wille,es ist Glaube im prägnanten Sinne des Wortes, zugleich objcctiv und snbjcctiv, zu-gleich theoretisch und praktisch; aber so enthält es eben doch auch die Erkenntnis Gottesund damit das Princip der Wissenschaft. Von hier aus muß es nun möglich sein,alles dasjenige deductiv zu erkennen, was und sofern es von Gott geschaffen ist, d. i.die Gesammtheit alles Endlichen; denn die Idee des Schöpfers ist von der Idee