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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Pädagogik.

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bietet uns die Anschauung des Wirklichen nicht wie die Betrachtung der körperlichenNatur bloß die sinnliche Außenseite, sondern zugleich, mit Hülfe des Selbstbewußtseins,die innere Tendenz und Kraft, die principielle Seite des Lebens, und vieles wenig-stens von deui, was wir Warnehmen, weiset uns ohne weiteres auf seine allgemeinereUnterlage, auf sein ethisches oder psychologisches Gesetz hin; die inductive Methodeder Forschung ist hier von weit geringerer Bedeutung als in den Naturwissenschaften.Dennoch aber kann ohne eine besondere theoretische Aufmerksamkeit, ohne eine wissen-schaftliche Vertiefung in das Innere des Menschen aus den gelegentlichen und unvoll-ständigen Erfassungen des genialen Praktikers keine Wissenschaft der Erziehung erwachsen;wozu wegen der innigen Verbindung von Leib und Seele auch noch die Unentbehrlich-keit naturwissenschaftlicher, anthropologischer Erkenntnis kommt. Und, weil es seltenoder nie die Sache des Einzelnen sein kann, wissenschaftliche Erkenntnis in größeremUmfange allein zu vollenden, so ist die Geschichte der Theorie und ihrer Hülfswissen-schaften und ein ebenso eingehendes wie kritisches Studium der Leistungen andererdurchaus erforderlich. Die Wissenschaften aber, um die es sich bandelt, sind folgende:a) die Psychologie nebst der Anthropologie. Diese Wissenschaften haben dasreale Wesen des Menschen, seine Natur zum Gegenstände. Sie zeigen das Wesender geistigen Functionen, Gefühl, Erkenntnis, Wille und ihren gliedlichen Zusammen-hang auf Grundlage der Wahrheitskraft, aus welcher die Seele geschaffen ist, zeigendes Menschen allgemeine Anlage, verbreiten sich über die Besonderheiten derselben,über Talente und Temperamente, über männliche und weibliche Natur, erklären vondiesen Besonderheiten aus und durch die allgemeine Begrenzung und Ergänzungsbe-dürftigkeit des Einzelnen das Wesen und die Nothwendigkeit der menschlichen Ge-selligkeit, und beleuchten endlich das Verhältnis von Leib und Seele und die gegen-seitige Abhängigkeit derselben von einander, d) Die Ethik als die Wissenschaft dessen,was von dem Menschen und für denselben gemäß seiner ewigen göttlichen Bestimmungals eines vernunftbegabten und persönlich freien Wesens gefordert wird. Sie stelltdas Ideal des Menschen auf und beschränkt sich dabei nicht auf das sittliche Leben imengern Sinne, sondern umfaßt ebenso die Religion und die ästhetische Bildung, wiedenn keines dieser Bildungsgebiete ohne die anderen rein und vollkommen in die Wirk-lichkeit treten kann. Sie behandelt die Gesundheit und Vollkommenheit der geistigenFunctionen, des Gefühls, des Erkennens, des Wollens von materieller und formeller,obsectiver und subjectiver Seite, und zeichnet die Ideale des intellectucllen, des gemüth-lichen und des praktischen Lebens, sowie das gesunde Verhältnis derselben. Sie ver-breitet sich ferner, im Hinblick auf die Besonderheit und Mannichfaltigkeit der mensch-lichen Natur und der Gesellschaft über die Arten menschlichen Berufs und ihre ethischeBedeutung. Endlich hat sie die möglichen Abirrungen vom Ideal zu charakterisirenund die theilweise Bedingtheit derselben durch die Zustände der menschlichen Gesellschaft,durch deren Einflüsse und Versäumnisse nachzuweiscn. o) Die Geschichtswissen-schaft. Wir verstehen unter dieser hier nicht die bloße Darstellung des Geschehenen,sondern zunächst die Wissenschaft vom Geschehenen überhaupt und seinen Gesetzen, dieLehre von der Entwicklung des Einzelnen sowohl wie der Gesellschaft in ihren engernund weitern Kreisen, wozu denn allerdings auch eine Beleuchtung der wirklichen Ge-schichte kommt, vorzugsweise unter dem Gesichtspuncte der Cultur, ihrer Ergebnisseund Forderungen. Ein für die Pädagogik unmittelbar wichtiger Gegenstand dieserForschungen ist die Lehre von den menschlichen Lebensaltern und den Bedingungen ihresglücklichen Verlaufs.

Wir wollen nicht vermeiden, zum Schluffe dieses Abschnitts noch mit einigenWorten die Frage zu behandeln, in welchem Verhältnis die Pädagogik als Wissen-schaft zur Theologie stehe, oder genauer, ob die Pädagogik sammt ihren Hülfswissen-schaften denn von diesen ist ihr Schicksal nicht zu trennen eine theologische odereine philosophische Wissenschaft sei. Das Recht der Erfahrungsquellen bleibt dabei