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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Ortskunde.

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ja eben gelesen in der Schule, und nicht um des Lesens willen, das ja nur Mittelzum Zweck ist, sondern hauptsächlich deshalb, daß der Schüler sich Kenntnisse aneigne.Somit ist das Lesebuch das nächste und gewiß auch das beste Mittel zur Erreichungunseres Zieles, womit auch zugleich die andere Schwierigkeit, daß man zu große An-forderung an den Lehrer stelle, gehoben wird, da ihm das Lesebuch als Anhalt zudienen hat.*) Freilich ist er der Mühe nicht überhoben, selbst zu studiren, sich inseiner Heimat oder seinem Wirkungskreise umzuschen, da es Wohl kein Lesebuch gebenkann, das bis ins speciellste die Heimat berücksichtigt. Er muß Kopf und Herz fürdas Naturschöne haben, Belesenheit besitzen, sich aber hüten, eine gewisse Gelehrt-thuerei zur Schau zu tragen. Vielmehr wird er nur dann als ein guter Lehrer geltenkönnen, wenn er einfach und klar über die großen Thatsachcn in der sichtbarenSchöpfung und über das scheinbar Unbedeutende in derselben mit jener Natursinnigkeitsich ergeht, die in der religiösen Anschauung ihren Brennpunct hat und alles Wandel-bare auf den ewig unwandelbaren Urheber zurückführt.

Wir möchten noch die Frage aufwerfcn, ob es nicht gerathen sei, manchmal ge-radezu mit den Schülern Reisen in der Heimat zu unternehmen. Gewiß wird dies vongroßem Bortheil sein, wenn der Lehrer die Schüler ab und zu einmal ins Freie oderin die nächste Stadt führt, damit sie eben neue Anschauungen gewinnen. Aber ersoll sich wohl hüten, die Schulstube mit hinauszutragen. Die Schüler merken garleicht den Zweck und sind verstimmt. Man vergleiche, was K. v. Raumer in seinerGeschichte der Pädagogik Thl. 3. S. 129 (S. 314 der 3. Ausg.) über das Spa-zierengehen erzählt; gewiß ist die dort angegebene Art, die Anfänge der Geographiezu betreiben, die richtige, die insofern noch abgeändert werden kann (wie schon obenbemerkt worden), als man den Plan an der Tafel entstehen läßt nnd erst dann einevollständige Karte vorlegt. Erst die Skizze, dann die ausgeführte Karte.

Wie weit die Heimat auszudehnen sei, diese Frage kann je nach den verschiedenenVerhältnissen verschieden beantwortet werden. Jedenfalls sind die nächsten Ortschaftenund eine oder die andere bedeutendere Stadt hineinzuzieheu; aber nicht immer wirddie Abgrenzung in Bezirke, Kreise, Aemter, Comitate, was zunächst Wohl das natür-lichste ist, thunlich sein. **) Fr. W. Schubert.

Ortsschlllinspector, s. Schulregiment. '

Ostl'ömischcs UnterrichtsWcsen, s. Mittelalterliches Schulwesen.Ostsccsiroviiizcn, s- Rußland.

Llierherg, Bernhard. Literatur: Reinermanu, Bernard Overberg inseinem Leben nnd Wirken dargestellt. Münster 1829. Krabbe, Leben B. O.s M.1831, 2. Auflage 1846. Esser, Franz von Fürstenberg, dessen Leben und Wirken,nebst s. Schriften über Erziehung und Unterricht. M. 1842 (das darin auf O. Be-zügliche meist wörtlich aus Krabbes Biographie entlehnt). Sehr beachtenswert!» auchfür Pädagogen der Artikel Overberg und derGallitzinische Kreis in HerzogsRE. X, 743755, wo auch eine reiche Zusammenstellung der Literatur. sH. v. Schu-bert, Altes und Neues, Bd. 3.)

Es ist eine unsers Wissens noch nicht gelöste Aufgabe, die Schulreformen eingehenderzu würdigen, welche nach der Aufhebung des Jesuitenordens in den geistlichen GebietenDeutschlands unternommen worden sind. Freilich kam es zu solchen Reformen nicht

*) Es gibt mehrere auf diese Weise eingerichtete Lesebücher. Wir erwähnen nur unter vielenandern das schlesische, heransgegebeu vom Seminar zu Münsterberg und das von Hästers. Auchbei Heckeuast in' Pest ist ein ähnliches für die unteren Elasten erschienen unter dem Titel:Elementarbuch.

Vgl. zu den obigen Vorschlägen die Artikel Geographie in höheren Schulen S. 71 l f.Geschichte nnd Geographie in der Volksschule S. 81 ö f., ferner die Art. Natursiun nnd Natur-wissenschaften in der Volksschule. D. Red.