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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Ortskunde.

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zur eigentlichen Erdbeschreibung und Staatenkunde, und im Grunde genommen unter-scheidet sich dieses Capitel von letzterer nur durch den Umfang, während der Inhaltbeider im wesentlichen zusammenfällt; gerade so wie die Heimats- oder Ortsknnde nurals eine Fortsetzung des sogenannten Anschauungsunterrichtes erscheint und auf derersten Stufe geradezu mit ihn: eines und dasselbe ist, nur mit dem Unterschiede,daß die Heimatskunde mehr einen realistischen, der Anschauungsunterricht einen vor-herrschend formalen Charakter hat. Wenn daher bei unseren Besprechungen im Früh-ling, Sommer und Herbst die Beschreibung, Erklärung und Vergleichung der Natur-körper die Hauptsache, das Ganze also vorzugsweise Naturgeschichte, Naturlehre undHimmelsknnde war, und nur einigemal das eigentlich Geographische berührt wurde,wo wir den Grundriß des Hauses, des Wohnortes, der Feldflur aufnahmen, oderdoch Ipenigsteus das draußen Angeschaute auf der Karte wieder zu erkennen suchten,wo wir auf Berg und Thal unser Augenmerk richteten; so soll dieser letztere Ge-sichtspnnet nun noch besonders hervorgehoben, die "Natur und das Leben der Menschen Land und Leute in ihrem Verhältnis und Zusammenhänge betrachtet werden.Wenn daher der Wohnort nach seiner geographischen "') und natürlichen Lage, nach seineräußeren Form, inneren Anordnung besprochen, wenn Straßen, Plätze, Gebäude undDenkmäler angeführt, die Einwohner nach ihren erblichen und persönlichen Ständen,die Einrichtungen derselben für Gewinnung der Naturprodukte, für Gcwerbthätigkeit,Handel, geistiges Wohl und die etwa vorhandene Geschichte oder sonstige Bedeutungdes Ortes erwähnt worden; so ist es angezeigt, nach den nächsten Ortschaften sichzu wenden, die Himmelsgegend, Entfernung, die Art des Weges, den Verlauf des-selben, ob auf- oder abwärts, steil oder im Zickzack u. s. w. anzugeben, die Ort-schaften aber selber in ähnlicher Weise, wie den Wohnort zu beschreiben. Zur Kennt-nis der Heimat gehört aber auch die der natürlichen Beschaffenheit der Umgegend theils alsLandschaft (ob Berge oder Ebene die Umgebung des Wohnortes ansmachen, ob Flüsse,Bäche oder Seen, Sümpfe, ob Wald, Ackerland oder Wiesen vorhanden) theils inBezug auf die Bestandtheile des Festen und Flüssigen (Mineralkunde); auch Witterungund Klima, sowie die Bedingungen des letzteren dürfen nicht übergangen werden, bevordie für unsre Zwecke wichtigsten Thiere und Pflanzen erwähnt worden, um endlich mitden Bewohnern der Umgegend was auch oben hin bezogen werden kann nachAbstammung (namentlich wo verschiedene Nationalitäten zusammen wohnen), Sprache,Konfession, Beschäftigungsart u. a. diese ganze Rundschau abzuschließen. Man kannzugeben, daß gerade dies letzte Capitel Land und Leute recht eigentlich dieHeimats- und Ortskunde bildet. Es ist aber doch nur ein Zusammenfassen des ganzenheimatlichen Stoffes, eine Wiederholung in andrer Form, die erst durch die voraus-gegangene Beschreibung der Einzelnheiten Verständnis und Bedeutung erhält. Denkenwir uns nun den Beginn des Unterrichtes zu Anfang des Frühlings, so würde sichfolgende Uebersicht ergeben:

Frühling: Orts- und Himmelskunde. Planzeichnung. Der Wohnort und seineBewohner. Der menschliche Körper. Die Hausthiere. Der Gar-ten. Das Wasser mit seinen Thieren und Pflanzen.

Sommer: Orientirung auf der Feldflur und Beschreibung derselben. Angebauteund wildwachsende Feldgewächse. Die Gliederthiere und einige Meich-thiere. Die Luft und die Erscheinungen in derselben.

Herbst: Der Wald und Abschluß der Pflanzenkunde. Die Wirbelthiere, welche

im Freien leben, in bestimmter Ordnung.

Winter: Himmelskunde. Mineralkunde. Zusammenfassung des Ganzen:

Land und Leute.

*) Wir meinen hier nur die Polhöhe, die ja leicht beobachtet werden kann.

**> Der Verfasser hat den Versuch gemacht, nach diesem Plane eine Heimatskunde zu bear»