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Ortskunde.
Pflanzen werden genauer beschrieben, und von den wildwachsenden so viel die Zeit
erlaubt. Im allgemeinen ist hier noch zu bemerken, daß es, obschon einzelne charak-teristische Pflanzen genau bis auf die Staubfäden besprochen werden müßen, darum
doch nicht rathsam ist, da§ künstliche System in Anwendung zu bringen, sondern viel-mehr, immer den ganzen Habitus der Pflanze zu beachten, d. h. dem natürlichenSysteme zu folgen, weil es eben natürlicher und zugleich instructivcr ist, da durchAngabe des Familiencharakters einer Pflanze die Verwandten derselben dann leichtersich finden lassen. — Auch die Erscheinungen in der Luft sind andre geworden; dazuist sie belebt mit den mannigfaltigsten Jnsecten. Wir sprechen demnach, wie wir diesbei dem Wasser gethan, jetzt erst von der Luft im allgemeinen, von ihren Eigenschaften,von den Erscheinungen, die in ihr Vorgehen, als Wind, Than, Wolken, Gewitter,Regenbogen, Sternschnuppen u. s. w. Hierauf lassen wir nun die Glieder-thiere folgen, wenn man nicht vorzieht sie schon vorher zu besprechen, und von denWeichthieren heben wir nur die verkommenden Muscheln und Schnecken hervor.So hätten wir alle Elasten der in der Heimat lebenden Thiere berücksichtigt, gemein-schaftliche und unterscheidende Merkmale angegeben, und von ihrer Lebensweise, ihremNutzen oder Schaden das Wichtigste angeführt. Das ist das zweite Stadium, daswir hiermit beendet haben, und es bleibt gleichgültig, ob man Thiere und Pflanzen inbesonderen Stunden neben oder hintereinander bespricht.
Der Wald mit seinen Bäumen, Stränchern, Moosen, Flechten undSchwämmen soll uns nun im Herbste beschäftigen, und mit ihnen haben wir danndas Pflanzenreich zu Ende gebracht. Aber es wird zweckmäßig sein, im zweiten Jahredie Pflanzen im allgemeinen noch einmal zu betrachten: alles, was über Blätter, Blüten,Wurzeln, Stämme bemerkt worden, znsammenzufassen, Blüten und Blätter zu ver-gleichen und jetzt zur Herbstzcit, als der zweiten Ernte, als Ergänzung die verschiede-nen Früchte mit den Samenkörnern einer weiteren Betrachtung zu unterziehen. DurchRegen und Kälte werden nun viele Pflanzen allmählich absterbcn, andre nur in Schlafversinken, indem nur ihre Blätter erbleichen und abfallen; daher ist es nun Zeit, sichnochmals zu den Thieren zu wenden, die wichtigsten in Feld, Walv und im Bache leben-den Wirbel thiere in bestimmter Ordnung znsammenznstellen, um auch diesesReich der Natur zu beschließen. Wie bei den Pflanzen werden wir auch hier Gelegen-heit nehmen über Ernährung, Athmnng, Blntnmlanf, Sinnesorgane und Jnstinct derThiere zu sprechen.
Im Winter haben wir nun Zeit, die Mineralien zum Gegenstände unsrer Be-sprechung zu machen und die das Jahr über beobachteten scheinbaren Bewegungender Himmelskörper an geeigneten einfachen Modellen nun in ihrer Wirklichkeitanschaulich zu machen und zu erklären. Wir rechnen hieher die verschiedenen Stellungender Sonne und deren Folgen in den verschiedenen Jahreszeiten, die des Mondes injedem Monate, wobei natürlich auch der Himmelsäguator, die Wendekreise, der Thier-kreis zur Sprache kommt; ferner Sonnen- und Mondsfinsternis und das Wesentlichsteüber das Sonnensystem überhaupt. — Wir gehen jetzt über das Weichbild nachden verschiedenen Richtungen hinaus bis zu den nächsten bedeutenderen Ortschaften inder Weise, daß je größer die Entfernung wird, um so mehr die Bemerkungen aufdas Allerwichtigste sich beschränken müßen. Eine gute Wandkarte ist hier eine Haupt-sache. — Endlich gilt es nun aber noch, einmal in einer bestimmten Ordnung alleszusammenznfassen, nachdem die Einzelnheitcn besprochen worden, und auch auf dasgeistige Leben des Menschen, ans den Einfluß, den er auf die Natur ausübt, ansdie Stellung, die er den andern Menschen gegenüber einnimmt, ans die verschiedenenRichtungen seiner Thätigkeit und den damit verbundenen Grad seiner Bildung Rück-sicht zu nehmen. Es ist dies ein ganz neuer Kreis, in den wir treten, und der überjenem liegt, den wir bereits nach verschiedenen Seiten durchwandert haben. Er kannaber die Heimatskunde nur zum Abschluß bringen und ist nur das überleitende Glied