Ortskunde.
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mels- und Ortskunde. — Bevor wir aber zur Naturgeschichte der Thiereübergehen, scheint es nicht unzweckmäßig, eine kurze Beschreibung des menschlichenKörpers, seiner Theile, Organe und Fnnctionen vorausgehen zn lassen. Sodann sindvon den Sängethieren und Vögeln nur die Hansthiere zu betrachten, und die cha-rakteristischen Merkmale eines Säugethieres und Vogels an ihnen klar zn machen. Wirkommen zum Garten, um die wichtigsten Pflanzen zu erwähnen. Aber hier stoßenwir auf Schwierigkeiten. Bei dem Thierreiche läßt sich leicht ein systematischer Wegverfolgen, da die Thiere meist immer zn haben, und selbst todte Exemplare so zu er-halten sind, daß sie füglich die Stelle der lebenden vertreten können. Bei den Pflan-zen ist dies nicht der Fall. Die Blütezeit derselben ist so verschieden, ihre Entwick-lung verlangt eine öftere Beobachtung und getrocknete Pflanzen können für unsre Zweckedie Stelle der lebenden nicht ersetzen. Aber angeschant müßen die Pflanzen werden;es erscheint demnach ein geregelter Gang für den ersten Augenblick nicht durchführbar.Doch ist die Schwierigkeit nur scheinbar. Nach Besprechung der Hansthiere (Sänge-thiere und Vögel) wird die Natur, wenn der Cursns um Ostern begann, schon so weitvorgerückt sein, daß wenigstens Blätter zu haben sind. Schon ein flüchtiger Blicküberzeugt uns, daß die verschiedensten Pflanzengruppen auftreten: Bäume, Sträucher,Kräuter, Gräser; ihre Merkmale werden angegeben und außerdem alle betrachtetenPflanzen noch in Bezug aus ihre Blätter als solche mit Netzblättcrn (Dikotyledo-nen) und mit Streifenblättern (Monokotyledonen) unterschieden. Wir kommenzur Blüte und finden schon mehrere ganz charakteristische Familien. Die Zwiebel-
gewächse (Schneeglöckchen, Tulpen), die Käzchenbäume, Obstbäume sind die zuerst imJahre blühenden. An letztere reihen sich leicht die nächsten Verwandten (Erdbeere undHimbeere) an und geben namentlich in Bezug auf die Früchte Anlaß zu interestantenVergleichungen. Das ist der zweite Kreis, den wir hiemit beendet haben und der sichin einer Vergleichung des Thier- und Pflanzenreiches, so weit es zur Anschauunggebracht wurde, vorläufig abschließt. — Wir kommen zum dritten Kreise unserer Be-sprechungen, indem wir au dem nahen Teiche oder Bache Anlaß nehmen, die Eigenschaftendes Wassers anzugeben, das Leben an den Gewässern kurz zu schildern, Wasserpflanzenund Wasservögel noch zu berühren, einige geographische Begriffe zur Anschauung zn bringen,um nun ganz ungezwungen die noch fehlenden Elasten der Wirbelthiere, Amphibienund Fische, genauer zu untersuchen. Die vier Thierclassen werden nun unter einanderverglichen, und auch Thiere und Pflanzen bieten neue Vergleichnngspuncte, wie z. B.die Fische mit den Wasserpflanzen n. a. So hätten wir mit Ende des Frühlingsdas erste Stadium znrückgelegt und darin Himmels- und Ortskunde, Thier- und Pflan-zenkunde betrieben, und einiges aus der Naturlehre, speciell über das Wasser, nebsteiner Uebersicht und Vergleichung der behandelten Gegenstände hinzngefügt.
Wir stehen setzt schon im Sommer, die Beobachtungen an Sonne, Mond und denSternen werden fortgesetzt, und wir unternehmen nun einen Gang ins Feld. Orien-tirnng ist zunächst die Hauptsache. Wir treffen auf unserm Nundgange durch die Feld-flur allerlei Wege nach verschiedenen Richtungen, über Höhen, durch Wiesen und Getreide-felder, wir überschreiten den Bach, steigen auf Berge und haben neuerdings Gelegen-heit die schon berührten geographischen Begriffe zu wiederholen und zn ergänzen.Namentlich wird man Gelegenheit haben, das Wichtigste über Erhebung des Bodens:Anhöhe, Hügel, Berge, anzuführen; von der Abdachung auf die Wasserscheide,von den Sammelthälern, wo keine Quellengebiete sind, auf das Flußgebiet zu kom-men. Die Hauptsachen müßen graphisch dargestellt werden. An der Wandtafelwird eine einfache Skizze unter Beteiligung der Schüler entworfen, wie dies beimWohnorte bereits geschehen, und dann eine genaue Flurkarte vorgelegt. Das Lebendraußen im Freien ist jetzt ein ganz anderes, als im Frühlinge, der Zeit des allmäh-lichen Erwachens; die Felder stehen im hohen Schmuck, die Wiesen liegen in den schön-sten Farben ausgebreitet, es ist die Zeit der ersten Ernte. Die wichtigsten angebauten