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Ortskundc.
standeil zu werden, der wissenschaftlichen Form weniger entkleidet werden, können nichtin den Bereich der Volksschule gehören; andre, die nur von einem gewandten Lehrerin einer der Fassungskraft der Schüler angemessenen Form sich veranschaulichen lassen.Dazu kommt allerdings noch, daß es für den Lehrer selbst unerläßlich ist, mit derHeimat der Schüler bekannt zu sein. Der verschiedene Charakter der Gegend wirddann das Material des Unterrichts so oder so bestimmen. Eine Gebirgsgegend wirdmanches darbieten, was in der Ebene vermißt wird; ein Wohnort mit Wasserreichthum,mit Seen und Sümpfen enthält wiederum so viel Eigenthümliches, daß auch die Hei-matskunde für diesen Ort in Bezug aus den Inhalt anders sich gestalten wird, atsfür eine dürre Sandgegend. Die Naturgegenstände sind zum Theil andere, die Phy-siognomie des Bodens ist eine andre, die ktimatischen Erscheinungen werden verschiedensein, und die Beschäftigung und Lebensweise der Menschen wird sehr häufig nach derBeschaffenheit des Bodens, nach dem besonderen Vorkommen und sonstigen Eigcnthüm-lichkeitcn desselben sich abändern. Nehmen wir beispielsweise einen Ort in der Ebenemit vorherrschendem Getreidebau, einen so hoch liegenden Wohnort, daß in dessenUmgebung höchstens noch Waldbänme und die geringeren Getreideartcu wachsen, eineGegend wo Bergbau getrieben wird, und die Verschiedenheit des Materials liegt aufder Hand.
Was ferner die Anordnung des Stoffs betrifft, so dürfte die natürlichsteVertheilung desselben jedenfalls die nach den verschiedenen Jahreszeitensein, wo man zu der Zeit die Naturkörper zur Anschauung bringen und die Erschei-nungen und Ereignisse in der Natur besprechen kann, da sie eben vorhanden sind und stalt-finden. Wir wollen versuchen eine Ordnung vorzuschlagen, wie sie nach diesem Plane ohnge-fähr «ungehalten werden könnte. Der Mensch ist gewohnt, die meisten Gegenstände zuerstals Ganzes anznschauen und aufzufassen, um dann nach und nach die einzelnen Theilederselben zu betrachten. So würde man bei unserem Unterrichte auch den Weg vomAllgemeinen znm Besonderen einschlagen können; andererseits aber hätte das specietleBeispiel dazu zu dienen, das Allgemeine besser zu erfassen. Wir beginnen demnachmit dem Allgemeinsten, was wir warnehmen können, mit dem Gesichtskreise; be-stimmen die Himmelsgegenden nach Ans- und Untergang der Sonne, und wenndie Beobachtung der Sonne am Tage der Frühlings- Tag- und Nachtgleiche geschah, sohätte man im Auf- und Untergangspuncte zugleich den Ost- und Westpnnct gefun-den- Einige andere Linien und Puncte: Scheitelpunct, Scheitellinie, Mit-tagskreis, scheinbarer Lauf der Sonne sind dann zu erklären und Lei Be-trachtung des Himmelswagens und einiger anderer Sternbilder werden wir aufdie Circumpolarsterne und auf den Polarstern selbst geführt.*) Nach Verlauf einesMonates wird man finden, daß die Sterne allmählich immer früher aufgehen. Wirbetrachten noch den Mond als Vollmond und finden bald seine Eigcnthümlichkeitenin Bezug auf Lichtwechsel, Ausgang und Stand am Himmel. Die gedachten Puncteund Linien sind dann an einem einfachen Modelle nochmals anschaulich zu machen und dieSätze, welche wir über die scheinbare Bewegung der Himmelskörper gefunden haben,daran zu wiederholen. Von der Betrachtung des Himmels wenden wir uns zu demWohnorte selbst. Das Wohnhaus oder Schulhaus wird beschrieben, der Grundrißvor den Augen der Schüler ausgezeichnet, ein gleiches wird mit dem Wohnort selbstgethan und das Nöthigste über die Beschäftigung der Bewohner hinzugefügt. Dasist nun der eine jireis unserer heimatlichen Beobachtungen und Besprechungen: Him-
*) Da die Sache in diesem Falle, wie in ähnlichen, praktische Schwierigkeiten haben wird,sofern der Lehrer die Schüler zu Beobachtungen am gestirnten Himmel nicht leicht regelmäßigzusammenbringen wird, so dürfte es mehr die Aufgabe der Schule sein, solche Warnehmungenbei den Schülern vorausznsetzen, in Erinnerung zu bringen, zu Folgerungen zu benützen, alsunmittelbar anzustellen. D. Red.