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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Ordnung.

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andre zu wirken, so bleibt dem Lehrer immer die Auskunft, auf Grund dieses offenbargewordenen Mangels eine andre Wahl zu treffen. Die wesentlichste Schwierigkeit inder Behandlung dieser Verhältnisse bleibt immer die, der Herrschsucht und Willkür, zuwelcher doch auch dergleichen Aemter neue Versuchung herbeiführen, entgegenzutreten,die Gefahren des Pennalismus abzuwenden, und das richtige Maß der anvertrautenGewalt zu bestimmen. Ganz gelingen kann die Sache nur dort, wo der evangelischeGeist, der das ganze Schulleben beherrschen soll, die Aufseher dahin führt, ihre Auf-gabe als eine Pflicht der Liebe aufzufassen und auszuüben, in dem Sinne, in welchemStockmayer (vrgl. Palmer a. a. O. S. 504 f.) die Mündigen von den Unmündigenunterschieden und jene zu Pflegern der am Geiste und Körper Schwächsten, um sie zuschützen, zu warnen und ihnen in jeder Art behülflich zu sein, beigegeben wissen will.Die verschiedene Frequenz und Gattung der Schulen ruft überhaupt mannigfache Formenhervor, in denen diese Theilnahme der Schüler an der Anfrechterhaltnng der gutenSitte und der Schulordnung überhaupt sich entwickeln kann. Schließlich muß die ganzeGeschichte des Schullebens ein treues Abbild finden in dem Sitten- oder Tagebucheder Elaste, in welchem die Fehlenden, die Zuspätkommenden, die Getadelten rc. an jedemTage genau verzeichnet werden. Je sorgfältiger diese Notizen gemacht und berück-sichtigt werden, desto mehr kann das Sittenbuch selbst zu einem Mittel der Zuchtwerden und das Einschreiten des Ordinarius oder des Dirigenten im geeigneten Augen-blicke veranlassen. (Vergl. d. Art. Schultagebuch. D. Red.)

Zwar ihrem Wesen nach, wie oben gezeigt worden, von diesen Einrichtungen nichtverschieden, hat eine andre Reihe derselben doch mehr die bestimmte Richtung auf denUnterricht. Es gilt, die Menge der Schüler durch gewiße äußere Ordnungen zur Selbst-thätigkeit zu Wecken und zur Erfüllung der gerade vorliegenden Pflichten für den Unter-richt auzuhalten. Worauf es vor allen Dingen ankommt, das ist eine gewiße Disci-plinirung der Masse, eine Gewöhnung an Pünctlichkeit und Tüchtigkeit der Leistungenund eine Organisation der Hülfsleistungen, durch welche das gleichmäßige Fortschreitenaller oder doch der meisten befördert werden kann. Was auf den untern elementarischenStufen des Unterrichts die Gewöhnung an eine ruhige Körperhaltung, an das Faltender Hände, an gleichzeitiges Aufstehen und Niedersitzen, an rechtzeitiges Reden undSchweigen, an eine verständige Ausdrncksweise, an das Sprechen im Chor, an dasAufheben der Hand oder des Fingers oder des Tafelstiftes, das Vorweisen der Tafel,an gleichzeitiges Anfängen der aufgcgebencn Uebnng, gleichzeitiges Abwischen oder Weglegender Tafel rc. zum Erfolge des Massenunterrichts thut, darf kein Lehrer übersehen.Gute Gewohnheiten dieser Art sollten auch auf den höheren Stufen nicht sobald wiederanfgegeben werden, als dies oft geschieht. Vornehmlich sollte auf deutliches und ver-ständiges Sprechen überall gehalten werden. Manches, wie das Sprechen im Satze,die Aufnahme des Fragesatzes in die Form der Antwort, die bestimmte, immer wieder-kehrende Reihe der Schlußglieder bei der Lösung der Rechenaufgaben rc., wurzelt zwareigentlich in dem methodischen Verfahren, kann aber durch Conseguenz zur Gewöhnunggeführt werden. Eine Einrichtung, welche auch iu den Mittelclassen der höheren Schulennicht anfgegeben werden darf, ist das Aufheben der Hand oder das Emporhalten desFingers von Seiten derer, welche die gestellte Frage zu beantworten wissen, weil dadurchder Lehrer sofort die Theilnahme der Schüler erkennt. Freilich lassen sich manche Lehrer,namentlich bei allgemeineren Repetitionen, dadurch verführen, nur solche zu fragen,Welche sich genieldet haben. Und sogar zu Unwahrheit aller Art gibt die Sache Ver-anlassung; bei Prüfungen ist daher das Sichmelden der Schüler nicht am Ort.Auch die obern Stufen des Unterrichts fordern indessen bestimmte Festsetzungen z. B.über pünctliche Eintieferung der schriftlichen Arbeiten, über Anfertigung der Correcturenund Abschriften verfehlter Leistungen, über die Frist der Nachlieferung, über das Nach-arbeiten der aus Nachläßigkeit oder Trägheit versäumten Arbeiten, über die ControlsPär-Ig. EiicyllopLdie. V. 98