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Ordnung.
zu allen Zeiten, sondern auch durch besondre, von Zeit zu Zeit, wo möglich unerwarteteintretende Revisionen, denen dann auch die gedruckten Bücher zu unterwerfen sind, ge-fordert werden. Was die Hefte der Schüler betrifft, so ist bei solchen Revisionen auchzu fordern, daß alle im Laufe des Semesters gelieferten Arbeiten vorgelegt werden.4. Körperliche Haltung und Bewegung in den Schulräumen. Die Schulewill keine dressirte Haltung, keine unnatürliche oder gezwungene Bewegung der Schüler,aber dem Anstande und der Rücksicht auf die Würde und die Zwecke der Schule mußdoch in jedem Augenblicke Rechnung getragen werden. „An der äußeren Sittsamkeithängt ein gut Stück wirklicher Sittlichkeit" sagt Palmer treffend; und wie die Vernach-lässigung einer geraden Haltung während des Unterrichts, und dies nicht nur bei kleinerenKindern, sofort auch einen Mangel der gespannten Aufmerksamkeit für den Unterrichtausspricht oder herbeiführt, so lassen schlechte Manieren der Schüler beim Aufstehenoder Niedersitzen, beim Hervortreten und Zurückgehen rc. immer auf einen Mangel derrechten Achtung vor dem Lehrer und der Schule überhaupt schließen. Die Bewegunginnerhalb der Schulräume muß einer festen Regel unterworfen werden, weil sich ge-rade in solchen Augenblicken der jugendliche Uebermuth am liebsten gehen läßt. Esmuß Sorge getragen werden, daß während der Unterrichtspausen in den Classen, inden Corridors, auf den zu passirenden Treppen und auf dem Hofe, ebenso wie bei demallgemeinen Schluffe deS Schultages kein Gedränge, keine Verwirrung, kein Rennen,Springen, Stoßen rc. entstehe. Bestimmungen darüber, wie die Schüler bankweiseheraustreten, nach welcher Seite, rechts oder links, sie sich beim Heraus- und wie beimHineingehen zu halten haben, wie viele neben einander gehen dürfen, wo die Unter-haltung beginnen dürfe oder wo sie aufhören müße, bringen in das Ganze dieser Be-wegungen sehr leicht die erwünschte Ordnung, deren Mangel auf der andern Seitesofort die entstandene Aufregung in den Unterricht selbst fortpflanzt. *) Die gemein-samen Bewegungen während des Unterrichts und während der Pausen müßen zwar zueiner gewissen Präcision gebracht werden, doch ist die eigentlich militärische Dressur auchin diesen Dingen zu vermeiden. Diese gewinnt für den Schüler leicht etwaskomisches und verdunkelt die sittlichen Zwecke der Ordnung. Der Schüler fühlt sehrrichtig, daß cs sich nicht um ein Excrcitium handelt, sondern um die gute Sitte, unddie strammere militärische Haltung gehört ebenso, wie die freiere Bewegung auf denTurnplatz, nicht in die Schule. 5. Das Verhalten der Schüler gegen einan-der. Aller Lieblosigkeit und Härte, Willkür und Rohheit der Schüler in ihrem Ver-halten gegeneinander muß durch bestimmte, den Jnstanzenzug festsetzende Anordnungenfür den Fall erlittener Kränkung vorgebeugt werden. Es ist von Wichtigkeit, daß derSinn für Recht und Gesetzlichkeit frühzeitig gebildet und die Neigung der Jugend zurWillkür ebenso sehr, als die falschen Begriffe von Ehre, von denen sie befangen ist,durch humane, aber parteilose Gerechtigkeit überwunden und berichtigt werden. Damitdieser Sinn sich entfalte, muß derselbe die betreffenden Anordnungen selbst durchdringen,und eS muß ihm in denselben sowie in allen andern Einrichtungen ein Spielraum ge-geben werden, sich zu bethätigen. **) Erst dadurch (vergl. Beneke a. a. O. S. 539),daß die Schüler sich selbst zur Theilnahme an der Leitung und Beaufsichtigung derSchulordnung berufen sehen, wird die Ordnung ihnen lebendig und die Sache wirdihnen wichtig in dem Maße, in welchem sie sich selbst gehoben fühlen. Die Wahl derOrdner, Aufseher, Pfleger, oder wie sie genannt werden mögen, darf keine willkürlichesein, vielmehr muß sie aus der ganzen Stellung des Schülers in der Classe sich gleich-sam von selbst ergeben. Zeigt sich dann ein Mangel der betreffenden Anlage, auf
*) In kleineren Anstalten und bei Mädchen wird die Ordnung in solchen Dingen etwasweniger straff sein dürfen, als in größeren Schulen und bei Knaben. D. Red.
Ein billiger Spielraum für autonome Abmachung von Kleinigkeiten innerhalb des eigenenKreises ist hicmit wohl den Schülern zngcstanden. D. Red.