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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Ordnung.

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stände der Forschungen gemacht, habe (S. 17) namentlich von der Verbindung derSchule mit dem bestimmten sittlichen Organismus der Familie, der bürgerlichen undkirchlichen Gemeinde, denen sie dienen solle, abgesehen, und darüber gerade diejenigeSeite des Schullebens, aus welcher die Erreichung der Bildungszwecke praktisch ange-bahnt werden könne,die Schul- und Lehreinrichtungen," versäumt. Der Unterrichtentspreche (S. 17) in unfern Schulen oft nur den Bedürfnissen eines Theiles derKinder, während er für oie übrigen ganz unangemessen sei und diese gezwungen werden,entweder passiv zu bleiben oder sich mit Hebungen zu beschäftigen, die keinen stetigenZusammenhang mit dem Unterricht haben, noch auch von dem Lehrer beaufsichtigt undgeleitet werden können. Die Aufgaben des Unterrichts würden auf das bestimmtestehingestellt, aber die Beantwortung der Frage, wie denn dies alles in seiner Schuleund unter den vorliegenden besvnderit Verhältnissen ins Werk zu setzen sei, werde demLehrer selbst überlassen. Es war ohne Zweifel sehr verdienstlich, daß Goltzsch dieseschwache Seite der deutschen Pädagogik bezeichnete, und noch verdienstlicher, daß er indem angeführten Buche einen wirklichen Einrichtungs- und Lehrplan, zunächst für die Dorf-schulen, folgen ließ. Doch darf nicht übersehen werden, daß die von Goltzsch erhobeneAnklage der neuern Pädagogik einer Einschränkung bedarf. Zunächst ist die Bedeutungder betreffendenLehreinrichtungen," die für keine Gattung von Schulen in Abredegestellt werden darf, doch eben für die Elementar- und überhaupt für die Volksschuleam größten. Hier, wo eben die Stetigkeit des Fortschrittes in jedem Augenblick abso-lut nöthig, aber auch vollständig erkennbar ist, hier sind allgemeine Normen der Tä-tigkeit, durch welche die Theilnahme controlirt und die Selbstthätigkeit angeregt werdenkann, von der größten Wichtigkeit. Auf höheren Stufen des Unterrichts gestaltet sichdie Sache wesentlich anders. Der innere Act des Aufmerkens und Verstehens bleibt nicht sogebunden an ein bestimmtes äußeres Thun, daher auch das Urtheil über die Theil-nahme der Gesammthcit unsicherer wird; der Unterricht verliert immer mehr den Cha-rakter äußerer Stetigkeit, und zuletzt muß der Selbstthätigkeit des Schülers das Meisteüberlassen bleiben. Freilich, so lange eben gelehrt und in Schulen gelehrt wird, bedarfes auch gewißer Lehreinrichtungen, durch welche die Mehrzahl der Schüler befähigtund genöthigt wird, dem Lehrer zu folgen. Hat sich doch diese Ueberzeugung in unsererZeit selbst bis in die Praxis des akademischen Unterrichts Bahn gebrochen. Es hataber auch die wissenschaftliche Pädagogik diesen Pnnct oft genug hervorgehoben. Be-sonders A. H. Niemeyer (Grundsätze der Erziehung und des Unterrichts 2. Theil)widmet dem Gegenstände an mehreren Puncten (I. Abtheil. 8^-8 25. 3. Abtheil.§ 22, wo auf das Bedenkliche allgemeiner Schulorganisationcn hingewiesen wird, H 65und anderwärts) volle Aufmerksamkeit. Beneke, Erziehungs- und Unterrichtslehre II.H 150 stellt sogar die Macht der Schulordnung geradezu als ein System pädagogischerWirksamkeit auf, welches ein bestimmtes positives Verhältnis zum Unterrichte habe,weil es dem Schüler innerlich werden könne, während alle Aufsicht nur zurückhaltendwirke und nur das Betragen des Schülers bestimme. Aber man wird zugeben mäßen,daß die wissenschaftliche Pädagogik, wenn sie auch die Nothwendigkeit praktischer Lchr-einrichtungen nicht verkannte, es doch dem Lehrer selbst überließ, solche Einrichtungenzu finden. Und dies war allerdings eine sehr verbreitete Ansicht, ehe Goltzsch seine,besonders für das Bolksschulwescu wohl zu beachtende Stimme erhob. Curtmann (dieReform der Volksschule 1851 S. 137) stellte den allgemeinen Satz auf, daß nach derUeberzeugung gewissenhafter und tiefer eingeweihtcr Schulmänner der Unterricht über-haupt gesunder geblieben wäre, wenn man die Unterrichtsformen mehr der indivi-duellen Vorliebe der Lehrer überlassen hätte. Zwar hatte er dabei zunächst und ganzbesonders, wie der Zusammenhang beweist, die nicht selten vorkommende, ungeschickteund geistlose Nachäfferei der auf dem Seminare gesehenen Methode im Auge, aber erübersieht auch, daß die in Rede stehendenLehreinrichtungen" dem Lehrer gerade dasMittel dazu bieten, die erlernte Methode wirklich fruchtbar zu machen. Immer wird