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Olivier.
Im Herzogth. Oldenburg ca. 50000 Thlr. bei einer Gesammtausgabe von ca.I37M10 Thlr., also fast 4°/° ders., im Fürstenth. Lübeck ca. 9600 Thlr. bei einerGcs.-Ausg. von ca. 158000 Thlr. reichst 6"/« ders., im Fürstenth. Birkenfeld ca.10800 Thlr. bei einer Ges.-Ausg. von ca. 152000 Thlr. reicht 7°/» ders., im ganzenGroßherzogth. ca. 70400 Thlr. bei einer Ges.-Ausg. von ca. 1,680000 Thlr.; reicht.4 °/o ders. Davon kommen auf das höhere Schulwesen: im Herzogth. Oldenburg15500 Thlr. — ca. im Fürstenth. Lübeck 4800 Thlr. ^ ca. '. 2 ; im Fürstenth.Birkenfeld 4400 Thlr. — ca. ^/s; aus das Bolksschulwesen je 35000 Thlr. — reichlich-/ 2 ; 4800 Thlr. ^ V 2 ; 6400 Thlr. --
Quellen: Das Oldenburger Gesetzblatt, die Lübecker Berordnungssammlung,das Birkeufelder Gesetzblatt, das Oldenburger Schnlblatt, gefällige Mittheilungen desstatistischen Bureau, die Programme der verschiedenen Anstalten, Harms Geschichte desSchulwesens der Stadt Oldenburg, Harms Realschulwesen des GroßherzogthumsOldenburg. Die näheren Nachweisungen siehe in dem Ostcrprogramm der sogen.Bürgerschule zu Oldenburg 1864. Harms.
Olllller, Ludwig Heinrich Ferdinand, verdient theils als einer der Lehrer amDessauer Philauthropin theils wegen seiner Verdienste um den Leseunterricht, daß wireinen kurzen Bericht über seine Lebensverhältnisse hier aufnehmen. Er war geboren1759 zu La Sarra in der französischen Schweiz. In den letzten Jahren des Philan-thropins kam er nach Dessau, gab dann, als sich nach Auslösung des Instituts eineAnzahl Privataustalten dort bildeten, Privatunterricht und gründete im Anfang desgegenwärtigen Jahrhunderts selbst ein Pensionat, welches zuerst auch von fremden Zög-lingen stark besucht wurde und an welchem der Lausizer Till ich mit ihm Unterrichtcrtheilte. Letzterer, ein denkender, wissenschaftlicher Kopf, der noch als Jüngling inLeipzig eine Erziehungsanstalt errichtet hatte und dann zu Pestalozzis Füßen gesessenwar, übernahm nachher, als Verschiedenheit der Ansichten die beiden Freunde trennte,die Anstalt Oliviers; er war der Mann, auf dem von O. angebahnteu Wege mitgroßen: Erfolge weiter vorzudringen, wenn nicht sein übergroßer Eifer seine Kraftallzufrüh verzehrt hätte 1807; sein „Erstes Lesebuch für Kinder" und sein „Allge-meines Lehrbuch der Arithmetik" sind lange noch in vielen Schulen im Gebrauch geblieben).Die vielen Privatinstitute verkümmerten allmählich, wie sich die öffentlichen Anstaltenhoben. Olivier selbst siedelte nach Wien über, wo einer seiner Söhne Professor war,während sich ein anderer als Maler in München ausgezeichnet hat, und starb daselbstden 31. März >815. Er war ein Mann von großer Lebhaftigkeit, der besonders auchim französischen Unterricht selbst die trägsten Schüler mit sich sortriß und zun: Sprechenbrachte, freundlich und sehr beliebt bei den Kindern, an denen er deshalb auch schnelleErfolge erzielte, weswegen er als Privatlehrer sehr gesucht war. So hat er z. B.auch den König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen lesen gelehrt. Raumer spricht(Gesch. d. Päd. II, 296, Ansg. 3) von dem „redlichen, wohlwollenden, enthusiastischen"Olivier als einer seiner Jugenderinnerungen. Er arbeitete an seinen pädagogischenSchriften gewöhnlich spät in der Nacht, wobei er oft, um sich lange wach zu erhalten,die Füße in kaltes Wasser stellte, lieber seine Zerstreutheit in: Privatleben werdenmancherlei Anekdoten erzählt. Die Verdienste Obs um den Leseunterricht sind in dembetreffenden Artikel S. 386 gewürdigt. Die bedeutendsten seiner Schriften sind: DieKunst, Lesen und Rechtschreiben zu lehren, auf ihr Grundprincip znrückgesührt. Dessau
1801. Ueber den Charakter und Werth guter natürlicher Unterrichtsmethoden. Leipz.
1802. Orto-epo-grafisches (sie) Elementarwerk, erster, theoretischer Tbeil, und zweiter,praktischer Theil. Dessau 1804, in wohlfeilerer Ausgabe erschienen 1810, mit dendazu gehörigen Lehrmitteln, nämlich 3 großen Kupfertafeln, 6 großen Buchstabentabellenund einem Elementarlesebuch. Ueber die vielen hin und wieder erschienenen Schriftentzvon Pöhlmann, Tillich, Schlez rc.) berichtete die Leipz. Litt.-Zeitung 1805 Nr. 168