Druckschrift 
5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
Entstehung
Seite
289
Einzelbild herunterladen
 

Oesterreich.

289

Ouadratmeile in der kroatisch-slavonischen Grenze 1,39, in der serbisch-banatischen1,52 Schulen, und einer Schule entsprechen in ersterem Gebiete 1426, in letzterem1021 Bewohner. Die mit deutscher Bevölkerung stark gemischte serbisch-banatischeGrenze gehört also zu den gut mit Volksschulen versehenen Ländern, wogegen diekroatisch-slavonische den viel minder gut bedachten Gebieten sich einreiht, zumal ihrewestlichsten Theile den ungünstigst gestellten der Monarchie angehören.

2. Jede Volksschule ist wesentlich eine confessivnelle Anstalt, so daß sie nichtnur selbst einer bestimmten Religionsgemeinde angehört, sondern auch das an ihr be-stellte Anfsichts- und Lchrpersonal demselben Glaubensbekenntnisse zugethan sein muß.Simultan- oder paritätische Schulen sind nur dort zulässig, wo kein anderes Mittelübrig bleibt und die geistlichen Vorstände kein Bedenken erheben.

Doch haben die nicht-katholischen und israelitischen Kinder dort, wo sie keiner Schuleihres Bekenntnisses zngewiesen werden können, die katholische Volksschule, oder in Er-mangelung einer solchen die israelitischen Kinder die nächste evangelische oder griechisch-orientalische zu besuchen, wobei selbstverständlich ihre Theilnahme am Schulgebete undan der Anhörung des gemeinsamen Religionsunterrichts wegfällt und ihren eigenenReligionslehrern die Ertheilung eines abgesonderten Unterrichts Vorbehalten bleibt.

In gleicher Weise kann umgekehrt der Besuch evangelischer Volksschulen durchkatholische Kinder zugestanden werden, wenn die Ertheilung eines katholischen Schul-unterrichtes für dieselben nicht zu ermöglichen ist und die zuständige Diöcesanbehördebei Erklärung ihres Einverständnisses die Sorge für den katholischen Religionsunterrichtund die sonstige kirchliche Ueberwachung dieser Kinder auf sich nimmt.

Die Verhältnisse der deutsch-slavischen und italiänischen Länder sind diesfallsfolgende:

Königreiche

Von

der einhcimiscken Bevölkerunglaut der letzten Volkszählungin Perccnten

Unter den Volksschulen sindPerceuten

i,4

Länder.

Katholiken

Griechisch«

orientalische

-7L ^

Christen

^ Israeliten

Griechisch«

orientalisch

Z

ZZ.

Israelitisch

Oesterreich u. d. Ens .

98,64

0,08

0."

0,0 3

0,84

99.22

0,9«

0 69

—

—

Oesterreich ob der Eus .

97,84

2,48

—

—

96,36

—

3,si

—

—

Salzburg.

99,26

—

0.04

—

—

lOO.oo

—

—

—

—

Steiermark ....

99.49

—

0,81

—

—

99,44

—

0.6S

—

—

Kärnten.

94.SS

—

5,44

—

—

89,79

—

10,24

—

—

Kr ain.

99,ss

O.os

0,os

—

—

100,00

—

—

—

—

Küstenland ....

99,01

0,17

0,99

—

0,73

97.30

1,29

0.60

—

0,90

Tirol u. Vorarlberg .

99,23

—>

0,oi

—

0,06

99,ss

—

—

—

0,98

Böhmen.

96,29

—

1,90

—

1,81

97,ss

—

I,ss

--

0,SS

Mähren.

95,os

—

2,7S

—

2.24

95,79

—

2,48

—

2,09

Schlesien.

85,89

—

13.40

—

0.74

86,42

—

13, SS

—

0,23

Galizien.

89.ss

—

0,67

0,oi

9,69

96,70

—

2, SS

—

0,31

Bukowina ....

11,82

78.7S

1.95

0,ss

6,83

30,54

58,78

9,16

0,76

0.76

Dalmatien ....

81,36

18,ss

—

—

0.98

83.96

16,94

—

—

Lomb.-venet. Königreich

99,80

—

-

—

0,20

100,00

—

—

—

—

',> Hauptstädte kommen hier nicht aoznrechnen, weil die Sitze der beiden Generalkommando'saußerhalb des Landes sich befinden.

Im Liccaner Regimentsbezirke entfallen nur 0,40, im Otocaner kaum 0,53 Schulen aufeine geographische Quadratmeile; auch im Oguliner und 1. Baual-Negimentsbezirke ist die Zahlder Quadratmeilen größer, als jene der Schulen, wogegen die Vertheilung der Schulen auf diePädag. Encyklopädie. V. 19