Oesterreich.
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von Schul- undUnterrichtsgegenständen zu Wien allgemeine Aufmerksamkeit aufsich (Februar 1862), welche aus Anlaß der londoner Weltausstellung unter Helferts Leitungin das Werk gesetzt wurde und Grundrisse, Ansichten u. dgl. von Schulhäuscrn, dieinteressantesten Lehrbehelfe und Schulrequisiten, wie sie in den einzelnen Schulen wirk-lich im Gebrauche stehen, Schülerarbeitcn und andere den Erfolg des Unterrichts zurSchau stellende Gegenstände u. s. f. in einer seltenen Auswahl vereinigte, hierdurchaber einer sachkundigen, gerechten Würdigung der Leistungen Oesterreichs auf allenGebieten des öffentlichen Unterrichts, namentlich aber auch auf jenem der Volksschule,den mächtigsten Vorschub leistete. (Vgl. Päd. Enc. Bd. IV S. 289 f. Die Red.)
Dem Schluffe der ersten Reichsrathssession folgten weitere Veränderungen in derLeitung des öffentlichen Unterrichts. Helferts Stelle nahm K. (Freiherr von) Lewinski')ein (30. Apr. 1863) und ein gefeierter Lehrer der Prager Universität N. v. Hasnerffwurde an die Spitze des neu geschaffenen Unterrichtsraths berufen (15. Juni 1863).Nach kurzer Unterbrechung kehrte neue Thätigkeit in die oberste Unterrichtsbehörde zurück,für deren Wirken noch ein weites Feld sich öffnet, ff
II. Bestand. Die Verhältnisse, unter denen die Volksschule in den einzelnendeutsch-slavisch-italiänischen Ländern des Kaiserstaats besteht, tragen bei manchen provin-ciellen Eigenthümlichkeiten doch sehr viel Gemeinsames an sich, und dieses soll in einermöglichst systematischen Reihenfolge den Inhalt einer Darstellung bilden, welche zuerst(1—7) die allgemeinen Grundsätze, sodann (8—34) das wichtigste Detail der Durchfüh-rung, endlich (35—42) gewisse der Volksschule nächst verwandte Gegenstände bespricht. ff
1. Die Volksschulen der dcutsch-slavischen und italiänischen Länder des österreichi-schen Kaiserstqates sind gegenwärtig entweder Trivialschnlen oder Hauptschulen.
ff Karl Lewinski widmete sich in seinem Heimatlände Galizien der judiciellen Laufbahn,bis Minister Graf Stadion ihn der politischen znfiihrte, in welcher er namentlich als Leiter derPreßangclegenheiten die allgemeinste Anerkennung erwarb, und Schmerlings Vertrauen ihn andie Spitze der llnterrichtsverwaltung stellte.
ff Leopold Hasner R. v. Artha, Sohn eines hochverdienten Justizbeamten, selbst thätigerSchriftsteller auf dem Gebiete der Rechtsphilosophie und Volkswirthschaftslehre, wurde im1.1861 zu einem der Landtagsdeputirten der Stadt Prag erwählt, trat als solcher in das Abgeord-netenhaus des Reichsraths, und folgte schon im Dec. 1862 dem nunmehrigen Justizminister aufdem Präsidentenstnhle des Hauses nach.
ff Wenn man dem kurz zuvor von den Verhältnissen der Wiener Volksschulen vor demI. 1848 gegebenen Bilde das Gegenbild ans dem I. 1863 entgegenhält, so bestehen jetzt daselbst8 eigentliche Hauptschulen, 71 communale Pfarrhanptschulcn, wovon nur 16 für beide Geschlechter(und meist mit gesonderten Lehrziinmern), 1 communale Trivialschnle und eine Nothschule, undvertheilen sich ziemlich ebenmäßig über das gesammte Stadtgebiet; die 6 evangelischen Schulen erhaltenvon der Commune eine Subvention. Für 20 Schulen wurden neue Schnlhäuser aufgefiihrt, 7 anderebeträchtlich erweitert, die Micthlocalitäten bei jeder Gelegenheit verbessert. Die Communalvolksschulehat aufgehört, eine Gewerbstätte zu sein; Ober- und Unterlehrer werden von der Commune besoldet,eine wesentliche Gehaltsverbessernng und die Ertheilung der Pensionsberechtigung wurde erstjüngsthin beschlossen, der Ertrag des Nachstnndennnterrichts gehört dem damit Beschäftigten. DerUeberfüllnng der Classen wird durch parallele Abtheilungen möglichst gesteuert, die Aufnahmevon Schülern findet nur einmal im Jahre statt. Die meisten Lehrindividnen haben die volleBefähigung für Hauptschulen und müßen allmählich sich diejenige für Bürgerschulen aneignen.Lehrmittel wurden in genügender Zahl und entsprechender Auswahl angeschafft, die Bildung einesLehrervereins, der Besuch der deutschen Lehrerversammlung begünstigt. Die über Erfolge des er-theilten Unterrichts gemachten Erfahrungen geben den Leistungen der Schule ein vortheilhaftesZeugnis, und alles ist angebahnt, um noch Besseres zu erzielen. Auch die Verbindung desTurnunterrichts mit der Volksschule hat bereits erhebliche Fortschritte gemacht.
ff Die Verhältnisse der Militärgrenze, als eines nur durch die politische „Schulverfassung"mit jenen Ländern zusammenhängenden Gebiets, werden, soweit sie Abweichendes bieten, anhangS-oder amnerknngsweise behandelt.