Oesterreich. 283
andere Schulwohlthäterconcurrirteri bis in den fernsten Osten mit den Kom-munen.
Schüler allerdings oft mir 5—15 sind, aber sonst ohne allen Unterricht bleiben würden; die mir aus12 Hütten bestehende Gemeinde Hoch-Krumbach errichtete mit mühevoll zusammengebrachten ZOO fl.eine solche Schule, obwohl sie nicht mehr als 3 schulfähige Kinder zählt. In Böhme n betrugen dieAuslagen der Gemeinden für Schulbauten und größere Herstellungen innerhalb eines Qnadrienniumsüber 1,000,000 fl.; in dem einzigen Brituner Kreise Mährens wurden während des Jahres 1857die Lehrerdotationen um 38,000 fl. erhöht, wobei noch mehr als 3000 fl. bisheriger Znbesserungenaus dem Schulfond demselben erspart blieben. In Schlesien, wo mit besonderem Eifer indritthalb Jahren die vollständige Schulenregnlirung dnrchgeführt ward, verausgabten die Ge-meinden gleichzeitig (1851—1853) 80,000 fl. für die Erbauung von 20 neuen Schulen und dieHerstellung von 57 größeren Adaptirungen, während 24,000 fl. den Jahresanslagen für Volks-schulen znwuchsen. In Galizien wurde während des einzigen Jahres 1853 eine Hauptschulesammt 66 Trivialschnlen errichtet und hierfür die Dotation von 18,000 fl. übernommen. Inden nächstfolgenden Jahren bewies besonders Westgalizien unter mislichen Verhältnissen einenregen Eifer für die Volksschule, so daß kein Monat vornbergieng, ohne Beweise desselben zu ver-zeichnen; seit 1856 begann auch Ostgalizien wetteifernd zu folgen. Eine bisher noch nicht ge-kannte Thätigkeit für Schulzwecke erwachte in der Bukowina, wo bis zum 2.1851 außer denStädten fast nur die deutschen Ansiedlungen mit Schulen gut bedacht waren und die nationellenin einem Grade fehlten, daß noch im I. 1854 zwei politische Bezirke mit einem Flächeninhaltevon 18 Quadratmeilen und einer Bevölkerung von 55,000 Bewohnern eine einzige Trivialschulein der nördlichsten Ecke besaßen. Einzelne Geistliche begannen mit der Gründung von Lese- undGesangschnlen; hier und da folgte eine Gemeinde. Doch blieb die Mehrzahl derselben der Sachefremd, bis die Aetivirnng einer eigenen politischen Landesbehörde (gesondert von Galizien) einen leb-hafteren Impuls brachte. Nun entstanden binnen 2 Jahren 70 neue Schulen, und die Gemeindenwidmeten namentlich die znm Nationalanlehen (1854) snbscribirten Beiträge häufig zur Grün-dung von Localschulfonds. Die in einem völlig abgeschiedenen Gebirgsthale gelegene, aus 80deutschen und slovakischen Familien bestehende Colonie Pojana Mikulni gründete sich eine völligdirectivmäßige Schule, und die meist in zerstreute Weiler aufgelösten Ortschaften des von jedemVerkehr fast abgeschlossenen Pntillaer Bezirks theilten sich in 4 Gruppen, um eben so vieleSchulen ins Leben.zu rufen. Beider bunten Mischung der Religionsbekenntnisse in jenem fer-nen Lande sah man nicht selten Gemeinden der verschiedensten Confessionen für dieselbe Schulethätig. Selbst in Dalmatien begann die seit geraumer Zeit stille gestandene Theilnahme fürdie Volksschule seit 1856 sich wieder zu regen und lieferte innerhalb 4 Jahren die Steigerungder fixen Gemcindebeiträge von 5500 fl. auf 24000 fl.
ft Unter denselben erscheinen mehrere Kirchenfürsten (von denen der verewigte Wiener Erz-bischof Milde mit der Fundirnng eines jährlichen Unterstütznngsbetrages von 8,000 fl. für dieLehrer der Diöcese voran steht), viele Grundbesitzer und Schulpatrone (die Fürstinnen Liechten-stein und Lobkowitz, die Grafen Caboga, Kolowrat, Lanckoronski, Mier, FranzThun n. a., die Bnkowinaer Grundherrnfamilien Hormuzaki, Kostin, Mnstazza, Petrinou. s. f.), aber auch einzelne Seelsorger ftiamentlich in Galizien), die Leiter der Volksschulen(unter denen Jaksch 50,000 fl. für Volksschnlzwecke, Maresch beträchtliche Opfer für die Leit-meritzer Präparandie darbrachte n. s. w.>, einzelne Gewerke (z. B. Rosthorn zu PrLvali inKärnten) und Fabrikbesitzer (wie jene der Orte Reindorf und St. Veit nächst Wien). Durch denFreiherrn v. Melden angeregt, entstand in Wien bereits 1851 ein Frauenverein für Arbeits-schulen, welcher nebst den Abtheilungen des älteren Frauen-Wohlthätigkeitsvereines bald densegensreichsten Einfluß ans Ausbreitung des Unterrichts in weiblichen Arbeiten äußerte; schonim I. 1854 besaßen beide Vereine 25 Arbeitsschulen mit 2500 Schülerinnen, welche hierdurchmeistens dem Straßenbettel und der häuslichen Verwahrlosung entzogen wurden. Der Ausschußdes katholischen Centralvereins für Ober-Oesterreich bemühte sich rastlos um Schnlstiftnngen. InTirol bildeten sich Vereine zur Förderung des Schulbesuchs durch Unterstützung armer Schul-kinder. In Böhmen wurden an höheren Festtagen und bei anderen Gelegenheiten Collecteu zugleichem Zwecke vorgenommeu und ergaben innerhalb 8 Jahren 100,000 fl. Selbst in den Ge-birgsgegenden des schlesischen Schulbezirks Jablnnkan bildete sich im I. 1853 ein Verein zurUnterstützung armer Schulkinder. Geldspenden zur Anschaffung von Kleidungsstücken und Schul-Preisen und andere Leistungen zur Förderung der Schnlzwecke konnten jährlich in langen Reihen