Oesterreich.
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ron Lehrern, die Seelsorgegeistlichkeit kann nebst dem Religionsunterrichte auch einenTheil der anderen Gegenstände übernehmen. Der Unterricht wird ausschließlich in derMuttersprache ertheilt. In jeder Landeshauptstadt besteht ein 2—Zjähriger Präparan-dcncurs, welcher sich allmählich zu einem Lehrerseminarium ausbilden soll. Jährlichmindestens zweimal versammeln sich die Lehrer eines Stadtbezirks, einer Stadt odereines Schuldistricts zu Konferenzen, au welchen auch die Seelsorger theilneAnen.In jedem Lande erscheint eine wohlfeile Schulzeitung, jede Schule besitzt eine kleineBibliothek und andere Lehrmittelsammlungen. Die Lehrer beziehen fixe Gehalte, derenMinimum der bezügliche Landtag so bestimmt, daß der Lehrer seine Kräfte ganz demSchul- und Chordienste widmen kann. Die Gemeinde leistet auch einen Pensionsbei-trag; nebstbei ist aber jeder Lehrer verpflichtet, sich an einem Pensionsinstitute zu be-theiligen. Die unmittelbare Leitung einer Schule besorgt die aus den geistlichen undweltlichen Lehrern und einer gleichen Anzahl Gemeindevertreter gebildete Schulcom-mission; über ihr steht der Kreis- oder Hauptstadt-Schulinspector mit dem Beirathedreier gewählter Assessoren; über diesem der Landesschulrath, welcher auch alle Lehrer-stellen besetzt."
Um schleunigst Hand an die Durchführung zu legen, wurde zuerst eine Reihe vonsofort zu realisirenden Grundsätzen aufgestellt (2. September), welche dahin giengen,daß die Muttersprache der Schüler Unterrichtssprache sein, der Eintritt von Schülernund der Uebertritt in eine höhere Elaste nur einmal im Jahre stattfinden, der Kate-chet nach Möglichkeit selbst die Wiederholung des Religionsunterrichts besorgen, derLehrer die ihm und seiner Schule am meisten zusagende Lehrmethode frei wählen, anLandschulen der Obstbau einen Gegenstand des Unterrichts bilden, der gemeinschaft-liche Gottesdienst nach dem wohlverstandenen Interesse der Jugend eingerichtet werdensolle. Gleichzeitig wurden die Lehrerconferenzen mit allem Nachdrucke in das Lebengerufen, und mit einem andern Erlasse (17. Sept. 1848) die Bedingungen zur Auf-nahme in die Präparandenanstalt festgestellt, die Dauer eines solchen Curses abervorläufig mit einem Jahre bemessen.
Bald nach dieser energischen Angriffnahme gieng die Sache in andere Händeüber^), indem (19. Nov. 1848) an Feuchterslebens Stelle Helfert^) trat, welcherauch 11 Jahre lang zur Seite des neuen Unterrichtsministers Grafen Thun (seit 18. Juli1849) 2 ) an der Spitze der gesammten Unterrichtsverwaltung Oesterreichs blieb.
Viele durch dieses Ministerium in das Leben gerufenen Reformen der österreichi-
st Von speciellen Maßnahmen jener Zeit ist noch die Vorsorge für den Unterricht in nichteingeschulten Ortschaften und das Verbot der Schnldienstabtretung (22. u. 28. Ang. 1848) zuerwähnen.
st Joseph Alexander (seit 18S4 Freiherr von) Helfcrt, der Sohn eines gefeierten Kirchen-rechtslehrers, im 25. Jahre zur Professur des römischen und kanonischen Rechts an der KrakauerUniversität berufen (1847), wurde im Sommer 1848 in den constitnirenden Reichstag gewählt,und war in demselben einer der beredtesten und entschiedensten Vorkämpfer der conservativen undzugleich der czechisch-nationalen Sache. Als solcher kam er in das Ministerium Schwarzenbergund übernahm die Leitung des öffentlichen Unterrichts in der Eigenschaft eines Uuterstaats-secretärs. Seine wissenschaftliche Thätigkeit dauerte neben der administrativen fort und wendetesich gleich der letzteren mit besonderer Vorliebe der Volksschule zu, für deren Geschichte (in derZeit M. Tberesia's) und Systematik sein großes Werk eine Hanptgnelle bleibt.
st Leo Graf von Thun-Hohenstein, als jüngerer Sohn einer hochadeligeu böhmischenFamilie im I. 1811 geboren, trat frühzeitig in den administrativen Staatsdienst, und wurdeim April 1848 an die Spitze der Verwaltung Böhmens gestellt, für dessen czechische Bevölkerungund ihre Stammverwandten in Ungarn er bereits literarisch als rüstiger Vorkämpfer aufgetretenwar. Die Pfingstwoche des Jahres 1848 zog die Enthebung von seinem Posten nach sich, woraufer eine Zeit lang als Privatmann in Prag lebte.
Pädag. Encyklopadie. V.
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