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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Oesterreich.

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brachte den Gebrauch des noch immer sehr starb vorwiegenden Tabellarisircns und dasmonotone Zusammenlesen außer Hebung, beförderte einen zweckmäßigeren Religions-unterricht, das verständigere Lesen und das Kopfrechnen. Das Methodenbuch Felbigerswurde durch eine Anweisung in Aphorismen für Lehrer-verdrängt. Die Schulbüchererfuhren wesentliche Umgestaltungen; bei der Unmöglichkeit, sie sämmtlich mit gleichemErfolge ans einer Feder hervorgehen zu sehen, erhielten mehrere erprobte Schulmännerden Auftrag, die einzelnen Theile zu bearbeiten.')

Unleugbar war es aber andererseits, daß man noch immer zu viel an der Be-reicherung des Gedächtnisses arbeitete, daß der Unterricht zu einförmig und mechanischwar, und dies zum Theil daher rührte, weil die ganze Volkserziehnng nach strenge festge-haltenen Grundsätzen mit eiserner Konsequenz durchgesührt werden sollte. Die Normal-lehrart wurde wiederholt (20. Oct. 1781 u. 21. Sept. 1782) als die einzig zulässigeerklärt, der Gebrauch keines andern Schulbuchs, als eines vorgeschriebenen, gestattet, jasogar die Normalhandschrift den Lehrern mehrmals eingeschärft und die Stnndenordnnngfür jede Art von Schulen vorgezeichnet (5. Apr. 1782, 21. Nov. 1785). Im wesent-lichen und großen blieb man bezüglich der Lehrart auf Felbigers Standpuncte stehen,Welchen nur die sogenannte svkratische Lehrsorm Galls einigermaßen modificirte, unddie Klage war nicht grundlos, daß die ungeheuren Fortschritte deutscher Pädagogik,welche jenen Standpunct bereits weit überflügelt hatten, bei dem edelsten, besten Willendes Monarchen dennoch für Oesterreich so gut als nicht vorhanden schienen..

Ungemein folgenschwer war auch die Verfügung, daß in den Städten durchgehendsund auf dem Lande überall, wo es nur irgend thunlich erschien, der Unterricht indeutscher Sprache gegeben werden solle, wornach die Kenntnis dieser Sprache zu denBedingungen jeder Anstellnngsfähigkeit gehörte (4. Aug. 1788). Seit dieser Zeit wurdeder Namedeutsche Schulen" für die Volksschulen Oesterreichs allgemein üblich,aber auch der Gegensatz zwischen ihnen und der eigenthümlichen Entwicklung der nichtdeutschen Nationalitäten gegeben. °)

Was außerhalb des eigentlichen Unterrichts im Wege der strenge bindenden Gesetz-gebung geordnet werden konnte, geschah übrigens im vollen Maße.

Nachdrücklichst wurde darauf gehalten, daß nur geprüfte Lehrer angestellt wur-den, und diese Vorschrift namentlich den Gemeinden eingeprägt; derartige Lehrer konntendann auch nur von der politischen Landesbehörde, welche ihre Anstellung bestätigte, desDienstes enthoben werden. Bei dem engen Zusammenhänge zwischen Kirche und Schulesollten die Adspiranten des Priesterstandes nicht bloß Vorlesungen über' Pädagogik,Katechetik und Methodik hören, sondern auch an den praktischen Hebungen dex Lehr-amtscandidaten thcilnehmen. °) Zum Noviziats eines Ordens (außer als Laienbruder)durfte kein Jüngling ohne Normalschulattest zng,elassen werden.

Von den nützlichen Fertigkeiten sollte vor allem der Gesang eine besondere Be-rücksichtigung in der Volksschule erfahren, dann aber auch der Unterricht in Hand-arbeiten, jedoch in abgesonderten Lehrstunden, mit größter Energie betrieben werden.In dieser Beziehung stand Böhmen allen andern Ländern der Monarchie voran. Hier

0 So wurde die deutsche Sprachlehre von May, die Arithmetik von Haidinger bearbeitet.

Ein großer Theil der Abgeneigtheit namentlich vieler Slaveu gegen das Deutschthnmwurzelt in dieser Bestimmung, obwohl unter den zahlreichen Stämmen Oesterreichs kaum ein an-derer bei der Berührung mit fremden Nationalitäten so geringe Widerstandsfähigkeit erweist, soleicht in dieselben übergeht, demnach von dem Streben nach ihrer Entnationalisirnng so weit ent-fernt ist, als der deutsche.

Hiefür wurde anfänglich ein eigener (V.) Jahrgang der theologischen Studien bestimmt(28. Juni 178ö), späterhin aber (26. Aug. 1788) der IV. für Pastorat, Pädagogik, Katechetik,Methodik und Lanbwirthschaftslehre in Anspruch genommen. Der Erfolg zeigte sich sowohl in demlebhafteren Interesse der Seelsorgegeistlichkeit an dem Unterrichte, als auch in den häufigenFällen, wo dieselbe unmittelbar thätig an dem Unterrichte theilnahm.