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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Oesterreich.

sie, gleich den «katholischen, mir bei dem Schulgebcte ünd dem Religionsunterrichte zuentlassen wären.')

Auch für den Unterricht der Militärkiuder wurde Vorsorge getroffen, indemnicht nur ihre unentgeltliche Aufnahme in die Schulen ihrer Standquartiere statt zufinden hatte, sondern auch die Feldkapläne den Auftrag erhielten, sie. zeitweise zu prüfenund ihnen den Katechismus zu erklären (13. Dec. 1781). Selbst Negimentscrziehungs-häuser sollten nur in Orten untergebracht werden, wo die Kinder, die öffentlicheVolksschule besuchen konnten (25. Jun. 1782). ^)

Der feste Wille des Kaisers, die Thätigkeit der von ihm angceifcrtcn landesfürst-lichen und Privatbeamten und die Einwirkung ausgezeichneter Schuloberaufseher ^)steigerte in kurzer Zeit die Zahl und den Besuch der Volksschulen in einem außer-ordentlichen Grade. In Böhmen, wo im I. 1780 nur 16 Hauptschulen und 1917Trivialschulen (458 der letzteren mit der alten Lehrart) bestanden, stieg die Ziffer derHauptschulen innerhalb eines Decenniums auf 21, jene der Trivialschulen auf 2264,welche sttmmtlich nach der verbesserten Lehrart eingerichtet waren, der Schulbesuch wuchsum 150 Perccnte^); in Mähren und Schlesien verzehnfachte sich die Zahl der schul-bcsuchcnden Kinder, während die Bevölkerungsziffcr in Böhmen, Mähren und Schlesiensich während des gesammten Decenniums nur um 7°/» erhöhte.

Wenn selbst die heftigsten Gegner Josephs II. ^) den Erfolgen seiner Bestrebungenfür Ausdehnung des Primärunterrichts die Anerkennung nicht versagen konnten, sobildete die Beschaffenheit des ertheilten Unterrichts einen Gegenstand leb-hafter Angriffe.

Zum Theil ohne Grund. Galt verbesserte vieles von der Methode Felbigers,

ff Um Reibungen zn vermeide», wurde gestattet, den Judenkiudern besondere Bänke anzn-weiseu, was auch darum nothwendig erschien, weil das Znsammenlesen in andern Büchern statt-finden mnße. Da die Israeliten Böhmens besonders eifrig für das Schulwesen sorgten, bewil-ligte ihnen der Kaiser (16. Dec. 1782) einen Beitrag aus den jüdischen Ehetaxen und wendeteihnen die Taxe für Ausstellung der Thora im ganzen Betrage zu (2g. Dec. 1788). Böhmisch-jüdische Lehrer wurden selbst nach Galizien entsendet.

ff Unter die ersten Entschließungen Josephs II. nach dem Antritte der Selbstregiernng ge-hörte jene, wodurch er die beantragte Errichtung eigener Soldatenschnlen in den Kasernen undGarnisonsstädten znrückwics nnd die in Wien bereits errichteten Militarschnlen anfhob.

ff Nebst Gall und Kindermann ist hier vorzüglich Ignaz Mehvffer zu nennen, wel-cher nach znrückgelegten juridischen Studien Felbigers Schüler wurde, im 28. Lebensjahre dieStelle eines NormalschnldirectorS in Brünn erhielt, ö Jahre später (1780) die Schnloberaufsichtfür Mähren und im I. 1782 auch für Schlesien übernahm.

ff Unter den Beförderern des Schulwesens erschienen daselbst besonders die Fürsten Für-stenberg, Kinsky, Lobkowitz, Löwenstein nnd Schwarzenberg, die Fürstin Kheven-hüller, die Grafen Althan, Boucguoi, Clam-Kallas, Chotek, Clary, Colloredo,Nostiz, Pacht«, Salm, Stadion, Taaffe. Thun, die Prälaten von Ossek, Plaß,Selau, Strahow und Tepl, der Prior von Hohensnrt. der Malteserprior zu Pragu. v. a. Ans den Cameralherrschaften und in den größeren Städten wurde in früherer Weise fortge-fahren. Die Kindermannschen Halbjahrsberichte verzeichneten mit großer Sorgsamkeit diese Thatsachennnd regten dadurch mächtig zur Nacheiferung au. Für die Raschheit der Zunahme des Schul-besuchs zeugt der Umstand, daß z. B. im I. 1786 nur öS, im I. 1787 schon 63, im I. 1788endlich mehr als 66 "/» der schulpflichtigen Kinder auch als schulbesnchende verzeichnet wurden.

ff Auch des von Späteren häufig benützten NicolaiBeschreibung einer Reise durch Deutsch-land und die Schweiz" gehört in der vorliegenden Rücksicht zu den ungünstigsten, thcilweise sehrungerechten Beurlheilnngen Josephs. Ein Gleiches gilt von derdeutschen Bibliothek", wogegenSchlötzersStaatsanzeigen" für ihn das Wort führten. Sehr lehrreich ist das Gutachten desrussischen Staatsraths Aepinus, welcher mit richtiger Würdigung analoger Verhältnisse seinerKaiserin schon im I. 1782 die Einbürgerung des Normalinstituts in Rußland dringend anem-pfahl (Anekdoten zur Geschichte des Angriffs nnd'der Vertheidignng der Normalschulcn. Frank-furt nnd Leipzig >784).