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Oesterreich.
mit den Ordinariaten der Genehmigung des gesammtcn Episkopats zugeführt wordenwaren, und die Lesebücher durch Aufnahme vorzüglich belehrender Stücke über die Ver-hältnisse und Pflichten des bürgerlichen Lebens eine wesentliche Bereicherung erhaltenhatten, traten sämmtliche neue Schulbücher im Laufe der Jahre 1775 und 1776 andas Licht') und wurden durch eine eben so wichtige Reihe von Handbüchern, Hülfs-mitteln und Instructionen für die beim Unterrichte thätigen Personen ergänzt, welchensich endlich eine bedeutungsvolle Folge apologetischer Schriften zu Gunsten der neuenSchuleiurichtung auschloß. ") Die katechetischcn Bücher wurden sofort auch in das Jtaliä-nische, Böhmische und Slovenische übersetzt, in das czechische Idiom alle Schulbücherder Trivialschulen übertragen.
Selbst auf das kaum erst acquirirte Galizien erstreckte sich das Streben, dem dortganz vernachläßigten Volksuntcrrichte eine neue, die breiteste Grundlage zu schaffen").Schon im I. 1774 übernahm Kindermann die Ausbildung dreier galizischer Lehramts-candidaten, zu Lemberg wurde die Normalschule (9. Sept. 1775) und die Schulcom-mission (1776) eröffnet, auch die anderen Schulen der Landeshauptstadt gewannenallmählich eine bessere Gestalt, und Felbiger paßte mit großer Unparteilichkeit dasSchulpatent den nationell und confessionell so complicirten Verhältnissen des neuenKönigreichs an, ohne daß es bei der anderweitigen Ucberhäufnng des galizischen Gu-berniums mit Administrativgeschäften zur Durchführung des modificirten Patentskam^). Die Uebersetzungcn der Schulbücher in das Polnische und Nuthenische wurdenmindestens in Angriff genommen.
So hatte M. Theresia innerhalb eines Jahrzehents der Volksschule und ihremLehrstande einen ehrenvollen Platz in dem öffentlichen Erziehungswesen eines groß-artigen Ländercomplexes gesichert, dem Unterrichte Leben eingehaucht und seine zweck-mäßige und nutzbringende Ertheilnng für die Masse der Bevölkerung ermöglicht, hier-durch aber die Anfänge allgemeiner Volksbildung über alle deutsch-slavischen Länderihres Reichs verbreitet"). Felbigers Trauerrede lieh nur demsenigen Worte, was innerhalbund außerhalb Oesterreichs sich als ungetheilte Anerkennung aller Gebildeten aussprach.
') Die auf diese Art entstandenen Schulbücher waren: die Bnchstabirtafeln, das Namen-büchlein für Land- und für Stadtschulen, der kleine, der mittlere und der große Katechismus,der erste Theil des Lesebuchs für Trivial- und für Hauptschulen (ganz religiösen Inhalts), die Lectionen(Episteln und Evangelien), die verbesserten katechetischen Gesänge, der zweite Theil des Lesebuchsfür Trivial- und für Hauptschulen (Anleitung zur Rechtschaffenheit), das Schrcibebuch, die Vorlagenund die Anleitung zum Schönschreiben, die Anleitung zum Rechnen in zwei Theileu, die „An-leitungen" zur deutschen Sprachlehre und Rechtschreibung, zur Schreibart in Briefen und zueinigen anderen Aufsätzen, zur Erdbeschreibung (in zwei Theileu), zur allgemeinen Weltgeschichte,zur richtigen Erkenntnis der am meisten in die Angen fallenden Dinge (in zwei Theilcn), zurMechanik, zur Meßkunst, zur bürgerlichen Baukunst, zum Zeichnen, zur lateinischen Sprache —alle für Haupt- und Normalschnlen.
2) Felbigers Schriften: Nachricht von der gegenwärtigen Beschaffenheit der Normalschnle —Was sollen Normalschulen sein? — Was sind Trivialschulen? n. s. f. trugen nicht wenig dazubei, die Vorzüge der neuen Schuleiurichtung dem Publicum in und außer Oesterreich rechtnahe zu legen.
") Galizien, welches am 11. Sept. 1772 „revindicirt" worden war, hatte theils gar keine,theils die elendesten Volksschulen, so daß Kaiser Joseph II. auf seiner ersten Rundreise im I. 177Sden Besitzergreifnngscommissär Grafen Pergen namentlich auch mit der'Stellnüg von Anträgendarüber beauftragte.
Noch bei seiner zweiten Bereisung Galiziens im I. 1780 erklärte Kaiser Joseph II-, daßfür die Bildung der Nation so gut als nichts geschehen sei, weshalb die Kaiserin den Wunschanssprach, die Adspiranten des Älerikalstandes aus Galizien möchten nach Thnnlichkeit in Wienihre Ausbildung suchen.
") Felbiger („die Beschaffenheit und Größe der Wohlthat, welche M. Theresia durch dieVerbesserung der Schulen erwiesen hat." Prag 1781. —) konnte mit Stolz darauf Hinweisen,