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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Oesterreich.

(die Möglichkeit sofortiger Ausschließung der geistlichen Orden von jeglichem Lehramt),deren keine der geistvolle Verfasser aufgeben wollte, gescheitert ist, so trug er doch nichtwenig dazu bei, die Aufmerksamkeit auch der höheren Stände ans die Gebrechen derGegenwart und ans die Mittel ihrer Hebung zu lenken und künftige durchgreifende Ver-besserungen vorzuberciten.

Einen bloß ans die Volksschule beschränkten Lehrplan legte bald darauf der uner-müdliche Hägelin vor, in welchem die Unterscheidung von Normal-, Haupt- undTrivialschulen nach dem Umfange des Lehrstoffs abgegrenzt, die Schulaufsicht denObrigkeiten, die Oberaufsicht den Schulcommissionen zugewiesen, zur Deckung derSchulkosten ein ständischer Beitrag und die Besteuerung der Neugründe in Anspruchgenommen wurden. Den ersten und wesentlichsten Theil des Plans eignete sich auchdie n. ö. Schulcommission an und erlangte die kaiserliche Genehmigung desselben (1773),jedoch mit Ausscheidung des Uebermaßes von Kenntnissen, welches für die Normal-schule beantragt worden war; die Lehrweise sollte sich so viel als möglich der Felbiger-schen anschließen.

Noch war dieser Plan nicht in das Leben getreten, als die Aufhebung des Jesuitenordensnicht nur durch Verwendung ihrer Hinterlassenschaft zur Gründung des Studieufondsdie finanziellen Schwierigkeiten der Schulverbesserung minderte, sondern auch die theil-weise Verwandlung der allzu zahlreichen Lateinschulen in Volksschulen nahe legte undder Uebernahme des gesammten Unterrichtswesens in die Hände des Staats eine ganz neueBedeutung verlieh. Die Errichtung der Studienhofcommission (12. Febr. 1774),Welche künftig in völliger Unabhängigkeit von jeder anderen Behörde alle Unterrichts-angelegenheiten leiten sollte'), war deshalb auch für die Neugestaltung des Volks-schulwesens von entscheidender Wichtigkeit. Sie nahm sofort den Plan in Verhandlung,Welchen L. Gruber^) auf Grund des Hägelinschen ausgearbeitet hatte.

Bald aber waren alle bisher aufgetauchten Entwürfe und Projecte bei Seite ge-legt, als ans den persönlichen Wunsch der Kaiserin Abt Felbiger (s. d. Art.) selbstin Wien eintraf (1. Mai 1774) und mit Beseitigung jedes anderen Einflusses dieOrdnung des gesammten Volksschulwesens übernahm "). Ihm verdankte man einer-

sprache, weist hinsichtlich der Schulbücher auf das weiter vorgeschrittene protestantische Auslandhin, und betont auch die bis dahin überall sehr vernachlässigte Bildung des weiblichen Geschlechts.Er fordert, dass der Staat die Ordnung und Uebcrwachung des öffentlichen Unterrichts in seinerganzen Ausdehnung an sich ziehe, die Lehrerbildung und die Befähiguugsprüfungen auf sich nehme,aber auch den häuslichen Unterricht und den Besuch auswärtiger Lehranstalten im Auge behalte.Er verlangt endlich die Ausschließung der Ordensgeistlichkeit von allen Lehrämtern und gestehtnur zur Erleichterung des Uebergangs die Verwendung von Weltgeistlichen bei denselben zu.Ein zweiter Vorschlag (vom 16. Sept. 1771) betraf die Errichtung und Besetzung eines Schulen-Oberdirectoriums, zu dessen Mitgliedern van Swieten, Propst Müller zu St, Dorothea,Hofrath v. Martini, Abt Felbiger, Prof. Riedel in Erfurt oder Ramler in Berlin,Büsching oder Sulz er bestimmt waren.

') 2hr erster Präsident war Franz Karl Kressel, Freiherr von Gwaltenberg, welcherschon im Staatsrathe (1772, 1773) eine gewichtige Stimme in allen Unterrichtc-fragen hatte, dieersten Beisitzer der Propst Müller, und die um den öffentlichen Unterricht hochverdienten Hof-räthe Martini und Greiuer. Dieselben Personen hatten bis dahin die Durchführung derBulle »Dominus UL rsüomptor noster" geleitet.

2) Der Weltpriester Leonhard Gruber, welcher das Vertrauen des Grafen Pergcn unddes Regiernngsraths Hägcliu genoß, war zufolge der traurigen, durch MeßmerS gänzlichenMangel an Leitnngsgabe hervorgernfeneu Zerwürfnisse im Schoße der Wiener Normalschule ausdem Verbände derselben geschieden (Juli 1772), hielt aber seit Ostern 1774 Vorlesungen überLehrart und Lehrgegenstände der Hauptschulen, zu deren Besuch die Präparanden amtlich anfge-fordert wurden.

(l Um ihm vollkommen freie Hand zu lassen, wurde bei der n. ö. Schulcommissiou Hägelindurch Philippides von Ga ha ersetzt, und der mit Felbiger befreundete Greiuer, Referent in