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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Oesterreich.

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abgeforderten Schultabellen ihre Ueberzengung von dem traurigen Zustande der nieder-österreichischen Schulen bestätigt hatte, proponirte sie vor allem die Errichtung einerNorm alschule zu Wien, als des Ausgangs- und Mittelpnncts der beginnendenSchulverbesserung. Am 2. Jan. 1771 trat diese Schule unter Meßmers Directionin das Leben'), und ihre Erfolge trugen nicht wenig dazu bei, eine allgemeine Be-wegung für den Aufschwung des Schulwesens zu entzünden, die sich fast gleichzeitig insämmtlichen deutsch-slavischen Ländern Oesterreichs kundgab.

Nicht bloß in Niederösterreich wurde ein Normalschulfond durch Einbeziehung aller bis-herigen Einkünfte der Elementarschulen, Einführung einer Abgabe von jeder Verlassen-schaft und freiwillige Beisteuern gestiftet, der Schulbücherverlag begründet, ein zweifacherKatechismus (der kleinere fast wortgetreu dem Saganschen nachgebildet) veröffentlichtund die verbesserte Lehrart durch Lehrer, welche sich an der Normalschule ausgebildethatten, namentlich im Waisenhause, in der Zollerschen Schule und in den Piaristen-schulen eingeführt; auch in Oberösterreich suchte man ans der mit Glück betretenen Bahnschnell fortzuschreiten, aus Steiermark und dem Küstenlande kamen Zöglinge an dieWiener Normalschule, in Kram richtete man die Aufmerksamkeit zugleich auf den Volks-unterricht in slovenischer Sprache ^), in Mähren wurde vorgeschlagen, die Geschäfte derSchulcommission an die Olmützer Universität zu ziehen, u. s. w. Die Errichtung vonSchulcommissionen, Schulfonds und Normalschulen in jeder Provinz wurde theils durch-geführt, theils vorbereitet, der Sagansche Katechismus für alle Volksschulen, jene desLandes ob der Ens ausgenommen, sofort vorgezeichnet.

In Böhmen traf mit der von Wien kommenden Anregung und dem Einflüsse derim benachbarten Schlesien errungenen Erfolge °) die Thätigkeit des Kaplitzer Pfarrers,F. Kindermann (s. d. Art.), zusammen, welcher durch eben so rastlosen als umsich-tigen Eifer seine Pfarrschule zu einer Musterschule erhob. Aus allen Theilcn des König-reichs strömten ihm Präparanden des Lehramts zu, während andere in Wien oderSagan ihre höhere Ausbildung suchten.

Wie allgemein die Bewegung der Geister zu Gunsten des Volksschulweseus war,welche ganz Oesterreich im Beginne des vierten Decenniums der Regierung M. Theresiasergriff, beweist das Auftreten eines außer dem Kreise der bisher genannten Reformatorenstehenden Regenerators, des Grafen I. A. v. Pergen, welcher als Diplomat dieVorzüge mancher fortgeschritteneren Länder kennen gelernt hatte und als Ministermit dem jener Periode des österreichischen Staats- und Volkslebens eigenthümlichenEnthusiasmus daran gieng, die Mängel und Schäden der Heimat aufzudecken und zubessern ^). Wenn auch sein Plan durch einen Streit um nebensächliche Bestimmungen

'> Die noch jetzt denkwürdige Veröffentlichung, wodurch das Publicum im Wiener Diariumauf dieses wichtige Ereignis aufmerksam gemacht wurde, stammt aus der Feder des Regierungs-raths Franz Karl Hägelin, welcher die eigentliche Seele der n. ö. Schulcommission undzugleich ihr Referent im Schoße der Landesregierung war; dieNachricht" über die Normal-schule in den a. privilegirten Anzeigen für 177t hat den Staatsrath Freiherrn von Gebierzum Verfasser.

2) Als?. Blasius Kumerdai seine Vorschläge hierüber der Kaiserin vorlegte, widersprachnur der Dechant des Rudolfswerther (Ncustadtlcrl Collegiatstifts, M. I. Jabacin, welcher dieNothwendigkeit, ja selbst die Nützlichkeit einer besseren Unterweisung des Landvolks bezweifelteund es genügend fand, wenn Pfarrer und Kapläns den fähigsten Kindern gelegentlich die Kenntnisdes Lesens und Schreibens beibrächten.

2) Die Felbigersche Uuterweifungsart fand zuerst in Friedland und der Umgegend Eingang,wo der auf Kosten eines schulfrenndlichen Bürgers, des Kaufmanns I. Schmied, nach Sagangesandte I. Sembdera die ersten Adepten derselben schon vor 1765 bildete.

Z Der Pergensche Schulplan (vom 26. August 1770) spricht zuerst die scharfe Sonderung derallgemeinen Volksschule von der Mittelschule (deren Besuch den Söhnen von Bürgern und Bauernnur auf besondere Erlaubnis gestattet sein soll) und die Bifurcation der letzteren als System aus,erklärt sich, mit geringen Ausnahmen, für den ausschließlichen Gebrauch der deutschen Unterrichts-