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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Oesterreich.

thnme unter der Ens nur 16, in Schlesien sogar nur 4 wirklich in die öffentlicheSchnle giengcn, in der Hauptstadt vielleicht noch 30 weitere des häuslichen Unterrichtssich erfreuten, der ganze Rest daselbst und überhaupt die große Mehrzahl der schul-fähigen Kinder auf dem flachen Lande ohne jeden Unterricht aufwuchS.

Doch fehlte es auch in dieser Zeit nicht an Bemühungen zur Verbesserung undVerallgemeinerung der Elementarschulen. Mehr, als die adelige Akademie zu Krems-münster, die theresianische Ritterakademie, die savoyische Akademie und das löwen-burgische Convict in Wien, die Ritterakademie in Innsbruck, welche ihre adeligen Zög-linge hauptsächlich in die Mittelschule einführten, wirkten in dieser Beziehung dasseit 1743 allmählich Heranwachsende Waisenhaus in Wien'), welches zuerst die Lehr-weise Felbigers annahm, und die gleichen Institute zu Gratz und Klagenfurt. FürMähren erlangte schon 17S2 der Neformplan Nabsteins die Genehmigung der Kaiserin,einige Schulbücher wurden nach demselben entworfen, der siebenjährige Krieg unterbrachdie Durchführung dieser Projecte. Im I. 1766 wurde ein der schlesischen Schulord-nung nachgebildetcrEntwurf zur gründlichen Verbesserung der Trivialschulen" in Ver-handlung genommen, in den nächstfolgenden Jahren jene Schulordnung und die SaganscheLehrmethode durch 4 Weltpriester in Tirol versuchsweise eingebürgert.

Den ersten Anstoß zu einer durchgreifenden Regeneration des österreichischen Volks-schulwesens gab ein Promemoria des für Voltsunterricht rastlos eifrigen PassauerFürstbischofs Leopold Ernst Grafen Firmiau^) an die Kaiserin, welche seit dem Schlüssedes siebenjährigen.Kriegs mit verdoppeltem Eifer für die innere Wohlfahrt ihrer Ländernach allen Richtungen zu sorgen bemüht war. Sie sandte die vielleicht von ihr selbst ver-anlaßt,: Schrift ihrem obersten Kanzler °) Grafen Chotek zu (30. Mai 1769), ohnejedoch bei der niederösterrcichischen Regierung oder bei der Hofkanzlei eine Geneigtheitzu thatkräftigem Eingehen auf jene Vorschläge oder auf die daran geknüpften Anträgeder Wiener und Salzburger Diöcese zu finden. Nur die Negierung des Landes ob derEns rieth, das Werk sofort praktisch anzugreifen und Schulordnung, Schulzwang, Lehrer-prüfungen und Besoldungsverbesserungen möglichst rasch in das Leben zu rufen. DiesesGedankens bemächtigte sich mit größter Energie der erst zwei Decennien vorher ge-schaffene Staatsrath und beantragte auf Grundlage der Vorschläge des Rectors zuSt. Stephan, I. Meßmer^), die Errichtung zweier permanenter Schulcom-missionen in Oesterreich unter und ob der Ens, mit der Aufgabe, eine Verbesserungder Lehrart und eine Ordnung der äußeren Schulverhältnisse in den Erzherzogthümerndurchzuführen. Am 19. Mai 1770 wurde der Antrag des Staatsraths genehmigt,und schon am 14. Juli die n. ö. Schulcommission eröffnet. Nachdem dieselbe durch die

') Die glänzenden Leistungen desselben unter Parhamers Leitung (seit 1759) sind nicht nurden jahrweise veröffentlichten Berichten zu entnehmen, sondern auch in zahlreichen Schilderungenfremder Besucher anerkannt.

Das Erzherzogthmn ob der Ens und die niederösterreichischen Kreise ober dem WienerWalde, unter und ober dem Mannhartsberge gehörten damals zur Passauer Diöcese, wogegender Kreis unter dem Wiener Walde die Sprengel des Erzbislhums Wien und des BisthumsNeustadt uebst einem Archidiakonate der salzbnrger Metropolie umfaßte.

Der oberste Kanzler war der Präsident jener Hofstelle, welche bis zum I. 1848 dieGeschäfte eines Ministeriums des Innern für alle der Civilverwaltung unterstehenden nicht-ungrischen Länder (feit 1815 auch der italiänischen) führte. Das Schulwesen aberist undbleibt allzeit ein xoliticum" resolvirtc die Kaiserin am 28. Scpt. 1770, als die GeistlichkeitKärntens sich des ganzen Einflusses auf Ernennung der Lehrer bemächtigen wollte.

I Joseph Meßmer, ein Schwabe von Geburt, hatte bald nach seinem 80. Lebensjahre dieStelle eines Schullehrers bei St. Stephan erhalten, besorgte gleichzeitig den Elementarunterrichtder kaiserlichen Kinder und legte in seinem Berichte über denZustand der gemeinen deutschenSchulen in und vor der Stadt" und in denunmaßgeblichen Gedanken zur Verbesserung dieserSchulen" ein sicheres Verständnis für die Gebrechen und für die wünschenswerthen Heilmittelan den Tag.