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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Oesterreich.

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es noch bei den (übrigens damals sehr-ansgedehnten) Pfarreien derlei Anstalten, durch dieDominien oder die Gemeinden begründet und fast vollkommen von denselben abhängig,und selbst die Regierung der großen Kaiserin, von welcher die Anfänge aller staatlichenEinflußnahme ans die einzelnen Elemente des Volkslebens datiren, beschränkte sich inBetreff deS PrimLrunterrichts bis zu dem I. 1770 darauf, die Anordnungen derKirche in Betreff der Christenlehre durch weltliche Strafandrohungen zu unterstützen,den Kindern armer Eltern die Benützung des elementaren Unterrichts auch außerhalbder Ordcnsschulen zu ermöglichen und einzelne Mishelligkeiten zwischen der Geistlich-keit, den Dominien und Gemeinden über Aufnahme und Entlassung der Schullehrerzu schlichten.

Während schon in ganz Deutschland, im Sinne der Jdeencntwicklnng des 18. Jahr-hunderts und der hiermit gewonnenen Einsicht von der wahren Grundlage der Volks-wohlfahrt, der regste Wetteifer entbrannte, der Unwissenheit und Roheit der unterstenVolksclassen durch zweckmäßige Bildungsanstalten zu steuern, war der Zustand desElementarunterrichts in den österreichischen Ländern noch während der ersten drei Jahr-zehente der Regierung Maria Theresias höchst mangelhaft ') und selbst der Schul-besuch so gering, daß im I. 1770 von 100 schulfähigen Kindern (als welche man dieKinder vom 5. bis 13. Jahre bezeichnete) selbst in Wien nur 24, im übrigen Erzherzog-es Den gehaltvollen Mittheilungen Helfert's über die Geschichte^ der Volksschule bis zumI. 1770 (Baud I. S. 4g69) entnehmen wir einzelne interessante Details. Die Stadt Wienbesaß zwar schon damals 66 Volksschulen (worunter die Zollersche und die Tcpsersche Stif-tungsschnle), welche dem Rector der Schule bei St. Stephan alsoberstem Schulmeister" unter-standen; allein die geistlichen Corporationen entzogen ihre Schulen seinem Einflüsse ganz, dieübrigen wurden fast nur von Kindern der ärmsten Eltern besucht, die Lehrbücher wimmeltenvon Fehlern, die Lehrer lebten größtentheils vom Muficiren und kannten weder Lehrmethodenoch Schulzucht, selbst der katechetische Unterricht der Christenlchrbruderschaft litt an wesentlichenGebrechen. Aehnliche Klagen vernahm man ans Gratz, und außerhalb der beiden Hauptstädte lagendie Pfarrschnlen Nie d e r ö st e r r e i ch s und Steicrmarks viele Stunden weit auseinander,bei der Wahl der Lehrer entschied fast nur die Befähigung zum Küsterdienste oder die Gunstder Gemeinde, welche meist die Stelle von Jahr zu Jahr vergab, und das schmale Einkommendrängte zum Nebenverdienste des Wirthshanshalteus u. dgl., an Schulgebäuden gebrach es fastallenthalben. Krain und Küstenland wußten von Landschulen so gut als nichts; die Kenntnisdes Lesens und Schreibens galt dort nicht einmal als wünschenswertst für die Masse des Volks.Besser hatte sich die Lage der Dinge in Oberösterrei ch und Salzburg durch den Einflußdes Erzbischofs Sigmund von Schrattenbach (17S31771) gestaltet, dessen Namen nichtbloß im Steine, sondern auch in den Herzen des Volks tief eingeschrieben war, und für Tirolbezeichnete die Schulordnung vom 27. April 1747 das ernste Bestreben, der Winkelschulmeistereizu steuern, die Befähigung znm Schuldienste nicht ungeprüft zu lassen, den Unterricht nach denClassen zu regeln, Schulzeit, Schulzucht und Schulbücher zu fixiren, die Schulaufsicht sicher zustellen, aber auch für den Lebensunterhalt der Lehrer ausreichend zu sorgen.

In tiefen Verfall war seit dem Untergangs der protestantischen Schulen in den Städtenund Dörfern Böhmens und M Lhrens der Elementarunterricht gerathen, zumal die mate-rielle Noch harter Drangsale auch in der Mitte des 18. Jahrhunderts wieder beide Länder heim-suchte. Winkelschuleu wurden von ganz unwissenden Männern, ja sogar von Weibern gehalten;selbst in den ordnungsmäßig bestehenden aber fehlte es an allem Änsehen der Lehrer, der Schul-besuch war höchst mangelhaft, die Lehrart ganz mechanisch, das Schreiben wurde nur mitgeringem Erfolge, das Rechnen bloß gegen besonderes Entgelt gelehrt, und der Religionsunterrichtwar der einzige etwas besser gestellte. In Schlesien stach gegen den ungleich befriedigenderenZustand der evangelischen Schulen jener der katholischen in höchst trauriger Weise ab. Er warsogar in Troppau und Teichen erbärmlich; auf dem Lande hinderte theils Armut, theils Vor-urtheil der Bewohner den Schulbesuch fast ganz, da ihm auch die schwierigen Verkehrsverhältnissein den Weg traten.

Galizien und Bukowina gehörten damals noch nicht zu Oesterreich, kannten aber denVolksunterricht kaum dem Namen nach.