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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Oekonomische Arbeiten. Oesterreich.

kann. Auf dem Weg der Gesetzgebung wird hier nichts erreicht. Wenn auch ein Ge-setz gerecht machen und ein neues Herz geben könnte, so ist das Innere des Familien-lebens ein Gebiet, das sein natürliches Maß von Freiheit haben muß, und auf wel-chem nicht mit Gewalt, sondern nur mittelst geistiger Einwirkung Verkehrtheiten abge-holfen werden kann. Die OrtS-Jndustrieschnlen, soweit sie mit Liebe besucht und be-nützt werden, mögen auf Arbeitsamkeit, Ordnungssinn und Reinlichkeit hinwirken, undauch den Sinn für andere häusliche Arbeiten, als die in ihnen gelehrt werden, Wecken,wo aber das Haus nicht für sie, sondern Wider sie ist, da werden sie meistens keinenwohlthätigen Einfluß auf das Haus und auf die Uebung der Kinder in häuslichen Ar-beiten äußern. Ueberdies pflegen sich ihnen die untersten Schichten deS Volks zu ent-ziehen und von den oberen kann ohnedies keine Rede sein.

Ein wirksameres Mittel, den Mangel deS Hauses zu ersetzen, Sinn für ökonomischeArbeiten zu Wecken und den Muth, den Kampf mit den entgegenstehenden Hindernissenaufzunehmen, zu stärken, wird es nicht geben als dasjenige, welches in einer tüchtigenSchulbildung liegt. Man wende daher auch in solcher Absicht dieser Seite des Lebens,der Unterlage der geistigen und religiösen Entwicklung, die gebührende Aufmerksamkeitzu. Man bestärke die geordneten, thätigen Schüler, die an den nützlichen Geschäftendes Hauswesens mit Lust theil nehmen, nnd überzeuge sie, daß das göttliche Ordnungsei, daß der Mensch im Schweiße seines Angesichts sein Brod esse, daß der Arbeiterseines Lohnes Werth sei und ein ganz besonderer Segen ans den Häusern ruhe, inwelchen sich die Kinder in herzlicher Liebe an ihre Eltern anschließen und mit ihnenihre Freuden und Leiden, ihre Genüsse und Arbeiten treulich theilen, ihnen mit ihrenKräften in allen Geschäften an die Hand gehen, und denselben die Liebe und Wohl-thaten, die ihnen von Kindesbeinen an so reichlich zugeflossen, frühe schon zu vergeltenanfangen. Man gedenke andererseits, wenn man Faule, Bettler oder zur Arbeitsam-keit nicht angehaltene Kinder unter seinen Schülern hat, ihrer mangelhaften Erziehungund der Gefahren ihrer Zukunft und verhelfe ihnen ans ihrer eigenen Erfahrung her-aus zu der Erkenntnis, daß Müßiggang viel Böses lehrt und aller Laster Anfang ist,daß wer nicht arbeiten will, auch nicht essen soll, und daß man zu allem Guten denSamen frühe säen müße. Beispiele und gesunde Leetüre (z- B. die Schriften vonBizius), die man den Schülern verschaffe, werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Wirdso dem Kinde der Blick auch über diesen Theil des Lebens geöffnet und die Gewöh-nung an häusliche Arbeit von ihm in seiner Bedeutung erkannt, dann mag es gar oftder Fall sein, daß es auch unter ungünstigen Familienverhältuissen noch manches lerntund übt, was dem unwissenden Kinde verloren geht, oder daß es in fremden Hausernsucht und gewinnt, was das eigene ihm nicht hat bieten können, und doch noch derGrund zu seinem späteren Fortkommen und häuslichen Glück gelegt wird. Freihofcr.

Oesterreich. Literatur s. am Schlüsse des Artikels.

Erste Abthcilmig.

Die deutsch-slavisch-italiänischen Länder sammt der Militärgrenze.

X. Volksschule. I. Geschichte. Die Geschichte des Volksschnlwesens inden deutsch-slavischen Ländern der österreichischen Monarchie fällt bis zum XVI. Jahr-hunderte mit der allgemeinen Geschichte desselben in Mitteleuropa, und insbe-sondere in Deutschland, fast zusammen. Auch als nach dem Siege der Gegenrefor-mation der Jesuitenorden die Gelehrtenschulen beinahe ausschließend in seuie Händenahm, wirkte er auf den Elementarunterricht hauptsächlich nur durch Leitung der sehrverbreiteten Christenlehrbruderschaft von dem Standpuncte ihrer confessionellen und ins-besondere katechetischen Zwecke ein. Erst die Errichtung von Collegien des Piaristen-ordens hatte die Stiftung oder Uebernahme eigentlicher Elementarschulen zur Folge, inWelchen die Kinder armer Eltern unentgeltlich im Lesen, Schreiben und Rechnen, sowieim Katechismus unterwiesen Wurden. Außer diesen Schulen und den sehr verdienstvollWirkenden Anstalten einzelner für den Jugendunterricht gestifteten weiblichen Orden gab