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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Niemcycr.

Niethammer.

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Freundschaftskreise war er zutraulich, selbst scherzend, von geselliger Mittheilsamkeit,doch so, daß seine Unterhaltung immer ein bedeutendes Interesse auffaßte, manchmalin feierlichen Ernst übergieng oder auch wohl sich in elegische Weichheit verlor. GegenWiderspruch war er so wenig empfindlich, daß er die Kritik herausforderte und Ein-wendungen mit Zähigkeit nachgieng. Spott, auch wo er verdient war, war ihm zuwider;traf er ihn selbst, so setzte er ihm Gleichmnth entgegen. Der Jugend war er stetsein treuer Freund; jederzeit bereit, zu leiten und zu berathen, erfreute er sich an ihremFrohsinn, und wenn sein Erscheinen denselben dämpfte, klagte er sich wohl einer finstern,steifen Weise an. Seinen Waisen war er m Wahrheit ein Vater; aber auch sonst be-saß er das Vertrauen der Armen dermaßen, daß man am Erfolg einer durch ihn ver-mittelten Bitte nie zweifelte. Niemeyer hatte eine zahlreiche Familie. Von fünfzehnKindern, die ihm geboren wurden, erzog er fünf Söhne, von denen zwei in der Medicin,zwei in der Rechtswissenschaft, einer in der Theologie ihre Laufbahn machten. Derletztere, Hermann Agathon Niemeyer, geb. 1802, erbte mit der Stellung des Va-ters an den Franckeschen Anstalten, deren Condirector 1829, Director 1830 et wurde,auch seine verdienstreiche Thätigkeit für dieselben und starb 1851. Von fünf Töchtern,Welche zu reiferen Jahren kamen, überlebten drei den Vater, von welchen eine dieGattin des vr. August Jacobs, Jnspectors am Pädagogium und Professors zu Hallewar, welcher seinem Schwiegervater in der Gedächtnisrede, die er ihm 1828 hielt, einschönes, ehrendes Denkmal gestiftet hat. Sie bildet den Haupttheil der Schrift: Au-gust Hermann Niemeyer, zur Erinnerung an dessen Leben und Wirken ».Jacobsund Grnber, Halle 1831. L. Georgii.

Niethammer, Friedrich Immanuel von, nimmt in der Geschichte der deutschenPädagogik nicht nur durch sein Werkder Streit des Philanthropinismus und Humanis-mus", in welchem er zuerst die damals allgemein geltenden Ansichten des Realismus be-kämpfte, eine sehr ehrenvolle Stellung ein, sondern hatte auch auf die Gestaltung der bayeri-schen Mittelschulen mehr als einJahrzehnt den größten Einfluß. Derselbe wurde geboren amK. März 1766 in Beilstein bei Heilbronn als Sohn des dortigen Stadtpfarrers. SeineVorbildung erhielt er in der württembergischen Klosterschule zu Maulbronn und dannim Stift zu Tübingen. Zu seinen strengen Lehrern zählte er besonders den als Orien-talist bekannten Prälaten und Kanzler der Universität Tübingen CH. F. Schnurrer.Nachdem er das Stift als Kandidat absolvirt, nahm er eine Hanslehrerstelle bei einemBuchhändler in Gotha an und gierig später nach Jena, um sich als Privatdocent derPhilosophie und Theologie zu habilitiren. Seine Freundschaft mit Schiller schaffte demvermögenslosen Manne Subsistenzmittel; er übersetzte für diesen z. B. den Pitaval undPlatons Symposium und brachte es bei seiner beispiellosen Genügsamkeit (er lebte fastbloß von Milch, Kartoffeln und Eiern) dahin, daß er nicht bloß an den heiteren undgeselligen Vereinen des jungen Jena beständigen Anthcil nehmen, sondern auch zweijüngeren Brüdern zu Hülfe kommen konnte. Er leitete allein ihre Erziehung, ließ sieganz auf seine Kosten studiren und erlebte die Freude, den einen in Augsburg, denandern in Heilbronn als hochgeachtete Aerzte wirken zu sehen. Seine Freunde und GönnerWaren außer Schiller auch Goethe, Fichte, Paulus, Erhard, Forberg, Hufeland der Jurist,Schütz, Schelling. Sein Aufenthalt in Jena wurde durch eine Episode unterbrochen.Ein großer Fabrikbesitzer in Klagenfurt, Herbart, war begeistert für die damalige Ent-wicklung der Philosophie und bat den Professor Reinhold in Jena, ihm einen jungenLehrer derselben zu verschaffen. Reinhold sandte ihm Niethammer. Beide Männerharmonirten so, daß Herbart seinen Lehrer einlud, für immer als Kompagnon seinerFabrik bei ihm zu bleiben. Aber ehe Niethammer über dieses glänzende Anerbieteneinen Entschluß fassen konnte, zwang ihn eine thätliche Widersetzlichkeit gegen eine öster-reichische Militärwache, von der er sich insultirt glaubte, schleunigst aus Oesterreich zufliehen und in seine vorige Stellung nach Jena zurückzukehren. Auch Goethe ließ sichvon ihm auf täglichen einstündigen Spazierfahrten in einem halbjährigen Cursns in die