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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
Entstehung
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Niemcycr.

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schätzung des neuen Phänomens darlegt, die Grnndprincipien als verfehlt und unhalt-bar aufzeigt, nicht minder aber das wirklich Werthvolle bereitwillig anerkennt und sichselbst aneignet, verlieh dieser Abhandlung ebenso eine besondere Bedeutung für ihreZeit, als das strenge Wahrhcitsgefühl, der Geist der Milde, besonders die hohe Ach-tung, welche Niemeyer dein Manne zollte,in dessen für Menschenwohl erglühter Seeleder schone Traum einer goldnen Zeit aufstieg," den Charakter des Verfassers ehrt.Sogar als man soweit gierig, der bisherigen Pädagogik vorzuwerfen, ihre Schulbildungsei nur Bildung zurAnimalität," wo nicht vielmehr zurBestialität," (ein Vorwurf,den Niemeyer Wohl mit Unrecht direct auf sich bezieht, 6. Ausl. III. S. 396), als ihrsofort von patriotisch-philosophischer Seite her sogar der ganze Zerfall Deutschlandsin die Schuhe geschoben wurde, verlor er seine Ruhe nicht, beschränkte er sich darauf,in kurzen Zügen das Geschichtswidrige dieser Urtheile zu zeigen, seine gerechten Zweifelzu äußern, ob die Erlösung der Menschheit überhaupt von einer Lehrform zu erwartensei, und ans die Thatsache hinzuweisen, daß, was der eine der Gegner wenigstens imallgemeinen für das Nettungsmittel der künftigen Generation erklärte, dem anderenkaum mehr als eine Spielerei dünke, ohne die Anregung zu miskennen, die auch durchsolche einseitige und ungerechte Urtheile gegeben werde. Der praktische Erfolg seinesWirkens wurde durch diese Gegenstrebungen aus die Dauer nicht aufgehalten. Auchdie Gefahren, welche der Krieg von 1807 brachte, überwand er glücklich. Das Päda-gogium halte nicht mehr genügenden Raum, und selbst Franzosen flößte er Interessefür seine Zwecke ein. Aber eben so ruhig und sicher steuerte er durch das Chaos derauch auf dem Gebiet der Erziehungsfragen sich bekämpfenden Parteien durch, das mitdem von ihm freudig begrüßten Morgen der Befreiung Deutschlands auftauchte, undwährend Methoden und Systeme, wie sie kamen, wieder verschwanden, während dieschweizerischen Anstalten zerfielen und Pestalozzis tragisches Ende Niemeyer mit tieferTrauer erfüllte, wurden seine Schuleinrichtungen vielseitig als mustergültig nachgeahmt,seine Grundsätze von vielen Regierungen der officiellcn Organisation des Schulwesensin Regulativen und Edicten zu Grund gelegt, sein Werk aber außer den berechtigtenAusgaben in fünf Nachdrücken verbreitet, Ilebersetzungen in Holland, Dänemark, Polengefertigt, für Ungarn, Schweden, England vorbereitet, und seine Anstalten aus diesenLändern, von der Schweiz und Frankreich her immer zahlreicher besucht. Nachdem er1813 einen Nachtrag seines Werks, dieOriginalstellen griechischer und römischer Klas-siker über Theorie der Erziehung" hatte erscheinen lassen, dessen patriotische Vorredeunter den Kanonen des großen Kampfes geschrieben wurde, folgte 1818 die siebenteAuflage der Grundsätze, in welcher die Theorie der allgemeinen und speciellen Didaktikeine gründliche Revision erhielt, der Abschnitt über die Geschichte der Pädagogik des18. und 19. Jahrhunderts verbessert und darin vereinfacht wurde, daß die Schrift überPestalozzi wegfiel, und das, was in derselben objectiv geschichtliche Bedeutung hatte,jenem einverleibt ward. Mit dieser Leistung erlangte Niemeyer den Höhepunct seinesRuhms und Einflusses. Die einzelnen Anfeindungen, welche ihm der freisinnige Stand-punct seines Religionsbuches zuzog, sowie die Kränkung, die ihm die theilweise Ent-ziehung der Zuschüsse für das Pädagogium bereitete, waren mehr nur vorübergehendeZeichen des verminderten Vertrauens, das seine Rückkehr in preußische Dienstver-hältnisse begleitete. Einglücklicher Greis," wie er selbst sich nannte, fuhr er mitrüstiger Kraft in seiner Arbeit fort, und besorgte 1824 noch die achte Auflage seinesWerkes, während ihm die nennte 1827 der Tod aus den Händen nahm.

Dieses die äußere Geschichte des merkwürdigen Buchs. Fassen wir dasselbe, wiees in seiner vollendeten Gestalt vorliegt, näher ins Auge, so gibt Niemeyer selbst dieconstante Erklärung, daß sein Werk von seinem ersten Erscheinen an nie die Absichtgehabt habe, durch Aufstellung einer neuen Theorie der Erziehung und des UnterrichtsAufsehen zu machen. In der Abhandlung über die Geschichte der Pädagogik bestimmt erdie Stellung, die dasselbe einnehmen will, näher. Die pädagogisch-didaktischen Bestre-