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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Ricmeycr.

verzog, traten zunächst einige Privatpersonen zusammen zu Gründung des ersten Fondsder bisher ohne Unterstützung erhaltenen Anstalt. Niemeyer wurde nun nach SchultzesTod 1799 auch Director der gesammten Francke'schen Stiftungen, und Friedrich Wil-helm III., der ihm sehr gewogen war, wiederholt in seinem Hause wohnte, und für dieAnstalten in ihrem ganzen Umfang das regste Interesse faßte, bethätigte dieses nun fastJahr für Jahr durch reiche Unterstützungen, Geldhülfen für bauliche Zwecke, Theurungs-zulagen, endlich die Kabinetsordre von 1806, welche die Fundirung derselben undihre Erhaltung für Staatssache erklärte. Als sodann die Ereignisse von 1806 und1807 die Zutheilung Halle's an das Königreich Westphalen zur Folge hatten, warNiemeycr der Retter der Anstalten wie der Universität überhaupt. Er wirkte 1808von der neuen Herrschaft die Genehmigung des noch vom König von Preußen gebilligtenEtats aus, wie der gewandte Mann überhaupt auch Lei Jerome sich großen Einflußzu sichern wußte. Nachdem Halle wieder preußisch geworden, erfolgte schon im No-vember 1813 vom Hauptquartier in Frankfurt ans die Zusicherung besonderer Pro-tection des Königs für Pädagogium und Waisenhaus, an welche sich namhafte Geld-zuschüsse und 1817 die Bestätigung der Privilegien der Stiftungen anschloßen, wornachsie nicht bloß Provincial- sondern Landesinstitut und Annexum der Universität seinsollten. Die Jnspection des Pädagogiums gab Niemeyer später 1820 an Jacobs ab,die Direktion versah der Greis bis zu seinem Tode. Auch schriftstellerisch wirkte ermanchfach für die Anstalten z. B. durch die ZeitschriftA. H. Franckes Stiftungen",sowie die zahlreichen Zuschüsse, die denselben von England, Amerika aus Privatmittelnzufloßen, meist auf Rechnung seiner persönlichen Verbindungen zu schreiben sind.

Unter der reichen Praxis seines Berufs reifte nun zugleich in Niemeyers stetssammelndem und verarbeitendem Geiste der Plan eines pädagogischen Werkes, in welchemer den umfassenden Gehalt seiner Erfahrung niederlegte, und das seinem Namen einbleibendes Gedächtniß sichert. Nachdem er schon früher über dieMoral in Sitten-sprüchen" geschrieben, dasPädagog. Handb. für Schulmänner und Erzieher" (eSerschien nur der erste Theil), einABC- und Lesebuch" für das Waisenhaus, das 15Auflagen erlebte, hcrausgegeben hatte, erschien 1796 die erste Auflage derGrundsätzeder Erziehung und des Unterrichts für Eltern, Hauslehrer und Erzieher" in EinemBand. So bescheiden und einfach dieses Werk in seinem ersten Erscheinen war, so be-thätigte sich doch alsbald der gesunde und wachsthumfähige Kern desselben. Schonim gleichen Jahr erschien eine zweite Auflage. Was öffentliches Urtheil und eigeneErfahrung darbot, wurde benützt für die dritte Auflage, welche 1799 durch den Abschnittüberöffentliche Schulen und Erziehungsanstalten" vermehrt, in zwei Bänden erschien;im gleichen Jahr folgte eine holländische Uebersctzung; 1801 die vierte, dann 1806 diefünfte Auflage, wesentlich bereichert durch einen dritten Theil von Nachträgen, derenreiches Material sodann in der sechsten Auflage 1810 in das Werk organisch verarbeitetwurde. Eine besondere Bedeutung erhielten diese zwei Ausgaben durch die apologetischeThätigkeit, zu welcher der sonst aller Polemik fern stehende Mann durch die pädagogischeBewegung genöthigt wurde, die von der Schweiz ausgieng. Die wegwerfende Ver-achtung, mit welcher der Enthusiasmus für den durch sein pädagogisches Wunder inStanz berühmt gewordenen Pestalozzi gegen alle bisherige Pädagogik aufgetreten war, dieohne Organ für das Organische der Bildung, ohne Anschauung für das Ursprüngliche,ohne Empfänglichkeit für das unmittelbare Leben, ohne straft für Ideen, ohne Ansdruckund Begriff für das Wesen, in Blindheit und Finsternis gewandelt u. s. w.," veran-laßtc Niemeyer zu der Abhandlung überPestalozzis Grundsätze und Methoden." DieArt, wie er über die rohe Form dieser Angriffe sich wegsetzeud, die Compctenz derselbendurch die von ihren Urhebern eingestandene Unkenntnis früherer Verdienste ablehntc,und nachwies, wie vieles, Was mit Eclat als neu angckündigt wurde, längst entdecktund gebraucht war, die Gerechtigkeit, mit welcher er die Gebrechen der herrschenden Päda-gogik in der Nähe und Ferne zugesteht, aber ebenso die Einseitigkeit und Selbstüber-