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Neander.
und er hat seiner HieotoK-ia seripturae sanotao sehr beachtenswerthe Uv^ulae aä in-telli§8näaiu soripturam beigegeben. Zugleich spiegelt er auf das intensivste den tiefenund fortwirkenden Eindruck wieder, welchen Luthcr's gewaltige Persönlichkeit auf empfäng-liche Gemüther hervorgebracht hatte: bei jedem Anlasse strömt sein dankbares Herzüber in das begeisterte Lob dieses Gottesmannes. Mehrere seiner Schriften schließtseine fromme Demuth, wie mit einem Wahlsprnche, mit dem Spruche des Predigers:Vanitas vanitatum ot omnia vanitas! und mit dem Spruche des Paulus: 6,ui Zlo-riatur, in Domino Fiorietur! und gar oft klingt uns aus ihnen der Ton entgegen,Welchen er im „Menschenspiegel" am vollsten angeschlagen hat, der Ton heiligen Heim-wehs des Pilgers, welcher weiß, daß er hier keine bleibende Stadt hat, und welcherdarum die zukünftige sucht. In dieser Stimmung und in dem ermunternden Verkehrmit den Berufsgenossen an den benachbarten Schulen zu Nordhausen, Quedlinburg,Walkenried u. s. w. fand er denn auch die Kraft, die schwere Arbeit und die mancherleiAnfechtungen seines Berufslebens zu überwinden. Und wenn ihm einst Gigas, derRector von Schulpforte sagte: „Ihr sollet euch lieber einmal hgben lebendig schindenlassen, denn so viel lange Jahr fürnenzlich mit der jetzigen teufelischen bösen Jugekidumbgangen haben" (Orbis terr. S. 100,5); so hielt sich N. lieber an seines LuthersRath, daß ein rechtschaffener Schulmeister nicht ans der Well, sondern auf GottesLohn sehen müße. Und er konnte sich ja auch mit Paulus rühmen, daß Gottes Gnadean ihm nicht vergeblich gewesen sei. Als sein Vater, der einst den in weltlichen Ge-schäften schlechtbestandenen Sohn in ein Kloster verwünscht hatte, ihn später bat, dochsich nicht allzusehr anzustrengen und im Kloster nicht ganz zu versauern, und N. dagegenauf seine so erfolgreiche und ehrenvolle Thätigkeit hingewiesen hatte, da zeigte sich auchder Vater bekehrt: „Der heilige Wille des Herrn, so sprach er, geschehe! Gott empfehleich dich und alle deine Angelegenheiten; thne was du für richtig und für das beste,für Gott wohlgefällig und dem Nächsten heilsam hältst, denn du bist weiser, denn ich,der ich aus die Wissenschaft nicht viel Zeit habe verwenden können." Von Jahr zuJahr wuchs auch sein Ansehen in der gelehrten und pädagogischen Welt, und ob erschon von den ihm an verschiedenen Orten zu Theil gewordenen Ehrenbezeugungen miteiner, nach so mancherlei Berufsleiden ihm wohl zu gönnenden, Freude berichtet, scartet diese Freude doch niemals in Selbstgefälligkeit aus, in welcher er vergessen könnte,in allen Fällen Gott allein die Ehre zu geben.
Nach einem solchen Leben durfte N. getrost sagen: „Mich reut mein Leben nicht;ich fürchte mich nicht, weil ich einen gnädigen Gott habe." Im I. 1562 hatte ersich mit Anna Winckeler ans Nordhausen vermählt. Zwei Knaben und zwei Mädchenwaren aus dieser Ehe hervorgegangen, von welchen die jüngste, Maria, mit Mylius,Pfarrer zu Ilfeld, verheirathet war. Am 28. April 1595 hielt dieser seinem Schwieger-vater die Leichenrede. Nachdem dl. fast ein halbes Jahrhundert lang an der Schulezu Ilfeld gewirktchatte, wurde der Siebenzigjährige kurz vor Ostern 1595 von einem Fieberergriffen. Hören wir, was sein Schwiegersohn, der zugleich als Seelsorger bei demKranken fnngirte, über dessen letzte Augenblicke sagt (bei Havemann S. 44 f.): „Achlieber Doiniue Dastor, sprach er zu mir, ist das nicht eine große Herrlichkeit unsererSeelen, daß sie mit dem Leibe nicht stirbt, sondern lebendig bleibt? Item daß sie beiChristo in seinem Reich bei Gott und den lieben Engeln lebt in Friede und Freudedes heiligen Geistes bis an den jüngsten Tag? Das alles haben wir ja unserem liebenHerrn Christo zu danken." Und sprach weiter : „Ach, wie wird mir doch die Zeit so langWerden, ehe ich dahin komme! und wie werde ich belieben nieinen lieben Großelternund Eltern so manchen frommen, lieben Christen und so viel guter herrlicher Freundeda finden und antreffen; Gott helfe mir dazu balde. Amen!" Dann neigte er uns allenmit dem Haupte zu und schlief seliglich im Herrn ein, ohne einige Klage und Bewegung.Es war die vierte Stunde Nachmittags des 26. April 1595. Einer der tüchtigsten,einstußreichsten, edelsten und treuesten Jngendführer war gestorben; der letzte aus dem