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eigenen Wunsch, ihn als einen unpraktischen Menschen zum gelehrten Stande Hinüber-trieb. Um ihn zu den künftigen kaufmännischen Reisen tüchtig zu machen, sollte er vorallen Dingen reiten lernen. Von einem Armbruche, welchen er bei den bezüglichenExercitien davon getragen hatte, kaum geheilt, wurde er von dem Vater auf ein sehrwildes und ungesatteltes Pferd gesetzt, dessen dürrer und rauher Rücken an sich schonden Versuch als einen höchst bedenklichen erscheinen ließ. Zum Nebenflüsse warf es seinenReiter in den vor der Stadt gelegenen Weiher, in welchen er es zur Schwemme ritt,und nur mit Mühe wurde er vom Ertrinken errettet und wieder zu Pferde gebracht.Am Stadtthor aber traf ihn unversehens ein Steinwurf an den Kopf, so daß er nunnaß und nicht bloß am Kopfe blutend als ein rechter Ritter von ver traurigen Gestalt,nachdem er der ganzen Stadt zum Schauspiel gedient, in der väterlichen Burg wiederankam (agua st sanZuins dsns tinstus et inacliclus, orusnto oapits st orusntatm na-tilms, oum sius splüppio insickonti tarn maoilento sguo in Iltis losis orusntari miditsnsllo puero non tusrit ciitüsils). Den strengen Vater aber schreckte dieser verun-glückte Versuch so wenig ab, daß er den armen Jungen an demselben Tage noch einviel wilderes Pferd besteigen ließ, welches dann des unsicheren Lenkers mit solchem Un-gestüm sich entledigte, daß dieser den linken Arm zum zweitenmal brach. Jetzt erstunter dem Schmerzensgeschrei des Sohnes und unter dem Jammern der Mutter brachder Vater in die zornigen Worte aus: „Nur in ein Kloster mit dir, du tilgestnicht in die Welt!" Dieser strenge Spruch wurde jedoch auf Zureden seinerLehrer dahin gemildert, daß Michael nach kaum vollendetem 17. Lebensjahre zur Fort-setzung und Vollendung seiner Studien auf die Universität Wittenberg geschickt wurde.*)
Das Interesse, welches seine Lehrer an dem jungen N. nahmen, läßt uns übri-gens vermuthen, daß er ein so ganz verwahrloster Schüler doch nicht gewesen ist, wiees nach seiner eignen Darstellung seiner ersten Schuljahre Wohl scheinen möchte. Inder That erzählt er uns denn auch, daß er trotz Fisch- und Vogelfang um den Beifallseiner Lehrer nicht ohne Erfolg sich bemüht habe, daß ihm namentlich Lei AufführungTerenz'scher Lustspiele immer die größten und schwersten Rollen seien zugetheilt worden,die er denn auch zu großer Befriedigung der Sorauer und der zu solchen Aufführungenaus der Nachbarschaft herbeikommenden Gäste gespielt habe. Gleichwohl bekennt er,daß er mit entschiedener Abneigung gegen die Wissenschaft nach Wittenberg gegangenund daß das erste akademische Jahr für die Wissenschaft verloren gewesen sei, haupt-sächlich deswegen, weil ein Lehrer, an welchen er empfohlen war, statt ihn zu fleißigemStudiren anzuhalten, seine Liebhaberei am Vogelstellen theilte und begünstigte. Erstnach Ablauf des ersten Jahres gab ihm, wie er mit dankbaren: Preise anerkennt, GottesBarmherzigkeit und Segen ein neues Herz und erfüllte ihn nun wider alles Erwartenmit einem wahren Heißhunger des Lernens. Jetzt erst wurde ihm Wittenberg zu „einemherrlichen Lichte der Welt", zu der „über alles Lob erhabenen gemeinsamen Schule derganzen Menschheit". (Orbis tsrrarum, bei Besprechung Wittenbergs.) Der Anstoßzu jenem wissenschaftlichen Feuereifer gieng hauptsächlich von Luther aus, welchen erals den Megalander, noch häufiger und fast wie mit einem ständigen Ehrentitel, alsden Theander bezeichnet, und von Melanchthon, welchen er ein XSNE-
„ein Wunder und besonder Mann" nennt. Er erwähnt in der Vorrede zu seinemMenschenspiegel, wie er die Empfehlung und Verbreitung der Schriften Luthers sichjederzeit habe angelegen sein lassen, „auch zu Wittenberg, obgleich damals noch jung,dennoch in's dritte Jahr seine Lectiones und Predigten fleißig gehört und viel herr-
*) Daß N. zuvor die Schule zu Goldberg unter Trotzendorf, oder gar erst unter dessenNachfolger Paxmann, wie selbst Havemann anuimmt, besucht habe, davon sagt er selbst keinWort. Der ganze Irrthum ist, wie schon Raumer richtig gesehen hat, daher entstanden, daßN, bei Erwähnung Goldbergs eines Besuches gedenkt, welchen er, aber als er bereits Rector zuIlfeld war, daselbst gemacht hatte. Trotzendorf starb l55S und Paxmann folgte ihm 1558, alsN. schon 33 Jahre alt war.