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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Napoleon.

Lyceen, auf das gesammte Unterrichtswesen sein mußte, desto wichtiger wird es füruns zu erfahren, auf welche Gegenstände sich der Unterricht erstreckte.

Welches Gepräge trugen diese Anstalten? Sollten sie Fachbildung oder allgemeineBildung geben, im letzteren Fall trugen sie einen realistischen oder humanistischenCharakter? Die Antwort darauf giebt uns Art. 10 des Gesetzes:Man wird in denLyceen lehren die alten Sprachen, Rhetorik, Logik, Moral und die Elemente dermathematischen und physikalischen Wissenschaften." Außerdem finden sich an den Lyceen ^

Lehrer (maitres) des Zeichnens, der militärischen Hebungen und der Künste (artsä'aAiement), Musik, Tanz rc. Art. 11. Ferner werden nach Art. 25. bei mehrerenLyceen Professoren der lebenden Sprachen angestellt. Diese letzteren Unterrichtsgegen-stände gehören jedoch nicht in den allgemeinen Unterrichtsplan und find facultativerArt. Ueber das Princip bei Auswahl der Unterrichtsobjecte äußert sich der Vertreterder Regierung, Staatsrath Röderer (Moniteur Nr. 222, S. 897) dahin, der öffentlicheUnterricht beziehe sich nur auf Kenntnisse von allgemeinem und anerkanntem Nutzen, dasseien solche Kenntnisse, welche das Mittel an die Hand geben, sicher zu den übrigen zugelangen, welche den Geist vorbereiten und zurichten zur Untersuchung, Entdeckung undDarstellung aller der Wahrheiten, die man kennen lernen muß, mit einem Wort,

Welche lehren recht lernen, recht wissen und was man weiß recht gebrauchen (<zuiapprennsnt ä bien apprsnckrs, ä bien savair, ä dien user äe es c^u'on satt")- Alssolche allgemein bildenden Mittel bezeichnet der Redner außer Lesen, Schreiben, Rechnen,die Muttersprache, die lateinische und griechische Sprache, die Logik und die Rhetorik,dieser Unterricht müße allgemein sein nicht nur für alle, die sich für eine Wissenschaftbestimmen, sondern auch für die, welche nur ihre Muße in einem gebildeten Staate mit Ehrengenießen wollen. Die alten Sprachen insbesondere erklärt er fürdie Grundlage jederliberalen Erziehung," aus dieser Schule seien auch die großen Naturforscher der jüngsten ^

Zeit hervorgegangen und die Präcision und Eleganz, der Geschmack und die Schönheitder Darstellung, wodurch sich diese auszeichnen, sei theilweise eine Wirkung dieserStudien (etuckss litörairss, esxrits letckres). Dagegen seien die mathematischen, phy-sikalischen, moralischen und politischen Wissenschaften (smenoes, die Realien) nicht fürjedermann, sie gehören nicht zu den oonnaissanoss xieliminairss, sie gehören denverschiedenen Zweigen des öffentlichen Dienstes an, seien also nur für eine beschränkteClasse von Gebildeten und Gelehrten; demnach gehören sie eigentlich unter die. Fach-studien. So erscheinen Geschichte und Geographie nicht auf dem Lehrplan der Lyceensondern sind mit der Nationalökonomie einer Specialschule zugetheilt. Als bloßeKenntnis historischer Thatsachen betrachtet bedürfe die Geschichte ohnedem keines be-sonder» Unterrichts, sondern gehöre unter die Gegenstände, die jeder von sich selbstlernen könne. So weit aber die Lyceen die Realien in ihren Lehrkreis aufnehmen,so wird ihnen ihr Platz nur in den obersten Classen angewiesen, wo sie aber gründ-lich betrieben werden und thcils für die tieferen Studien der Specialschnlen eine Vor-bereitung, theils jedem eine erste Ernte (Premiers moisson) von Kenntnissen bietensollen, von denen sie künftig in jeder Berufsart einen vortheilhaften Gebrauch werdenmachen können (s. Moniteur Nr. 221, S. 896). Die Commissäre der Regierungführen diese Gedanken noch aus mit besonderer Beziehung auf die vom Convent ein-geführten Centralschnlen, in welchen die Basis des humanistischen Unterrichts verlassenWar, so wie mit Beziehung auf die Collegien des alten re^ime, in welchem die philo-logischen Studien einseitig vorgeherrscht hatten. Der eine von ihnen, Röderer, hebtden Gegensatz zu den Centralschulen besonders hervor. Es sei weder für den Ein-zelnen, noch für den Staat, noch für die Wissenschaft förderlich, wenn jeder Einzelnealles wissen und verstehen wolle (xretsnärs ä tont), das befördere die Oberflächlichkeit(xaroourir Is8 superüoiss), verderbe den Sinn für Gründlichkeit und Concentration .

auf ein bestimmtes Wissen und treibe den Einzelnen hinaus aus der ihm durch dieNatur und die Verhältnisse angewiesenen Stellung. So seien hie Centralschulen darauf